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Integration stößt an Grenzen

Garbsen Integration stößt an Grenzen

Sport bietet eine hervorragende Möglichkeit für Integration - darin sind sich die Garbsener Sportvereine einig. Aber können Vereine diese Arbeit aus eigener Kraft leisten? Es fehlt an Hallenzeiten und ehrenamtlichen Übungsleitern.

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Übungsleiterin Ariane Rother (von links) betreut beim TK Berenbostel zusammen mit Lara Röttjerund Sandra Piekarczyk die Turnkinder.

Quelle: Susanne Harmening

Garbsen. Der Wille ist da. „Unsere Übungsleiter sind darüber informiert, Flüchtlingen über den Sport bei der Integration zu helfen“, sagt Ariane Rother, Vorsitzende des TK Berenbostel. Aber die Vereine stoßen schnell an Grenzen: Es fehlt an Hallenzeiten und ehrenamtlichen Übungsleitern. Außerdem müssten Mitgliedsbeiträge bezahlt werden. Bislang werden Beiträge nur für Kinder und Jugendliche aus dem Bildungs- und Teilhabepaket finanziert. Alexandra Arndt vom Garbsener SC bringt es auf den Punkt: „Unsere Ehrenamtlichen sind am Limit. Wir haben anderen Vereinen Hallenzeiten abgegeben, weil die Sporthalle der Schule Am Hespe als Notunterkunft dient und nicht mehr zur Verfügung steht.“

Da die Vereine nur begrenzt Geld zur Verfügung haben, kommen kostenlose Mitgliedschaften kaum infrage. Ariane Rother schlägt vor, dass Paten Beiträge für Flüchtlinge übernehmen und dass sich Flüchtlinge selbst ehrenamtlich in den Verein einbringen. Ansonsten sei die Stadt in der Pflicht, sagt auch Alexandra Arndt (GSC).

Aktionen wie gesponserte Freilose für den Citylauf oder ein Hallenturnier seien vorstellbar. „Wenn jemand eine gute Idee hat, sind wir dabei“, sagte sie. In der Nachbarkommune Wunstorf haben sich beispielsweise vier Sportvereine, Stadt, Integrationsbeirat sowie das Kinder- und Jugendprojekt Kurze Wege zusammengetan und ein interkulturelles Sportfest organisiert. Flyer in mehreren Sprachen informieren über die Angebote der Vereine.

In Garbsen gibt es kaum Flüchtlinge, die an Sportangeboten teilnehmen. Beim TuS Garbsen liegen zwei Anfragen für die Fußballabteilung vor. In Osterwald kicken zwei Söhne aus einer Flüchtlingsfamilie.

Probe- und Schnuppertraining ist bei den Vereinen jederzeit möglich. „Beim Kinderturnen geht es problemlos, Kinder aus anderen Kulturen einzugliedern“, sagt Rother. Jeder kann die Angebote ausprobieren, sagt auch Alexandra Arndt. „Auch wenn unsere Kapazitäten begrenzt sind, werden wir jedem die Möglichkeit geben, sich sportlich zu betätigen“, sagt Wolfgang Junge, stellvertretender Vorsitzender des TuS Garbsen.

Ein weiteres Problem: Sportkleidung. Beim SV Wacker Osterwald haben Ehrenamtliche eine Börse für Sportbekleidung organisiert. Zudem können Erwachsene ein Jahr beitragsfrei mittrainieren. Dafür wurden André Wanzlick und seine Mitstreiter aus der Fußballsparte mit einem Preis vom Deutschen Fußball Bund innerhalb der Aktion „1:0 für ein Willkommen“ ausgezeichnet.

von Anke Lütjens

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