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Es gibt noch 56 freie Lehrstellen in Garbsen

Garbsen Es gibt noch 56 freie Lehrstellen in Garbsen

Anlagenmechaniker, zahnmedizinische Fachangestellte oder doch ein kaufmännischer Beruf? Noch gibt es in Garbsen freie Ausbildungsplätze für dieses Jahr. Über die aktuellen Ausbildungszahlen haben Hartmut Berg, Leiter der Jugendberufsagentur, und Thomas Schukowski vom Arbeitgeberservice informiert.

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Geschäftsführerin Anja Göldner vom Trendartikelmarkt Karton24 sucht händeringend zwei Auszubildende.

Quelle: Jutta Grätz

Garbsen. Und sie haben eine Bilanz gezogen nach zwei Jahren Jugendberufsagentur in Garbsen.Beraterin Angelika Fiorentino und ihr Kollege Lars Pinkewitz vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters suchen aktuell Bewerber für 56 freie Ausbildungsplätze in Garbsen. Es gibt noch Lehrstellen in den Branchen Gastronomie, Einzelhandel, Logistik , Altenpflege und im kaufmännischen Bereich.

Zwei Ausbildungsplätze bietet beispielsweise Anja Göldner, Geschäftsführerin des Trendkartikelmarkts Karton24 an. "Wir suchen händeringend zwei Auszubildende im Bereich Einzelhandel und Büromanagement", sagt sie. Das Geschäft in Berenbostel bietet auf 700 Quadratmetern Dekorationen für Partys an – von Hochzeit bis Halloween. „Wichtig sind uns Aufgeschlossenheit, Teamgeist und Höflichkeit – und gute Laune", sagt Göldner.

Die unbesetzten Lehrstellen sind nur ein Indiz dafür, dass immer weniger junge Menschen die klassische betriebliche Ausbildung anstreben. Berg und Schukowski sehen einen deutlichen Trend: "Viele junge Leute gehen lieber weiter in die Schule." Im laufenden Berichtsjahr, das am 30. September endet, entschieden sich von 490 Schulabgängern von Garbsener Haupt- und Realschulen und der IGS nur 14 Prozent für eine betriebliche Ausbildung. 48 Prozent wählten eine weitere schulische Ausbildung an Berufsbildenden Schulen oder Fachoberschulen, 25 Prozent gingen an weiterführende Schulen. "Diese Schüler fehlen uns in der dualen Ausbildung", sagt Schukowski.

"Die Gründe dafür sind vielfältig", sagt Berg. Bei vielen Jugendlichen habe die Ausbildung ein schlechtes Image. Harte Arbeit, frühes Aufstehen, mäßiger Verdienst, regelmäßige Überstunden - manche Berufe und ganze Branchen gelten als unattraktiv. Ein weiterer und oft ausschlaggebender Grund sei der Elternwunsch nach einem möglichst hohen Schulabschluss. „Vielen Schulabgängern fehlen zudem klare Vorstellungen über Berufe", sagt Schukowski. Dabei gebe es viele neue und spannende Tätigkeitsfelder, beispielsweise im Bereich der Kälte-Klima-Technik. Dass ein Ausbildungsberuf nachweislich die beste Versicherung gegen spätere Arbeitslosigkeit ist, liege nicht mehr im Fokus der Berufsorientierung.

Kontinuität in der Betreuung ist das A und O

Die Jugendberufsagentur ist für alle Garbsener Jugendlichen im Alter von 15 bis 25 Jahre zuständig, rund 750 von ihnen bekommen Leistungen. Schukowski, Berg und ihre Kollegen haben ihr Beratungsangebot den vergangenen zwei Jahren  intensiviert. Sie setzen dabei auf einen Mix aus etablierten und neuen Angeboten. "Ob Berufseinstiegsbegleiter an den Hauptschulen und der IGS oder die Ausbildungslotsen an den Realschulen und der IGS: Kontinuität in der Betreuung ist das A und O", sagt Schukowski. Besuche in der Jugendberufsagentur sind für alle Garbsener Zehntklässler verpflichtend. Die intensive Betreuung zahle sich ebenso aus wie die jährliche Berufsfindungsmesse und das Speed-Dating mit potentiellen Arbeitgebern. Kooperationsverträge mit Schulen sind angeschoben.

Die Erfolge sind auch in der aktuellen Statistik sichtbar: "Wir haben im vergangenen Jahr 156 Ausbildungsstellen vermittelt", sagt Schukowski. Das ist eine Steigerung um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt Garbsen regionsweit an dritter Stelle. Die Zahl der Bewerber lag bei 548. Noch suchen 100 junge Leute einen Ausbildungsplatz.

Info: 40 Unternehmen informieren auf Berufsfindungsmesse

Vom Einzelhandel über die Gastronomie und Logistik bis zur Bundeswehr: Rund 40 Unternehmen aus zahlreichen Branchen präsentieren sich am 24. Oktober, 9 bis 15 Uhr, bei der Berufsfindungsmesse im Forum der IGS, Meyenfelder Straße. Jobcenter, Agentur für Arbeit und die IGS organisieren die Veranstaltung erneut gemeinsam. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Ausbildungsplatz dringend gesucht

Mohammed Ahmet hat fast 300 Bewerbungen geschrieben – deutschlandweit. Der 23-Jährige Garbsener möchte eine Ausbildung als Bank- oder Versicherungskaufmann absolvieren. Zu ganzen fünf Vorstellungsgesprächen wurde er eingeladen. Der junge Mann hat die Caroline-Herschel-Realschule besucht, seinen erweiterten Realschulabschluß gemacht. Und er hat zahlreiche Praktika absolviert: als Karosseriebauer, Mediengestalter, Erzieher, im Architekturbüro. "Wir sehen keinerlei Gründe, warum Herr Ahmet nur Absagen bekommen hat", sagt Thomas Schukowski. Die Bewerbung sei einwandfrei. Er möchte als mögliche Begründung nicht den fremdländischen Namen des Bewerbers gelten lassen. "Daran sollte es nicht liegen."

Kaufmann im Einzelhandel, das ist der Ausbildungswunsch von Niclas Pauhling. Der 19-Jährige ging zur Realschule Berenbostel und bewarb sich rund 90-mal für eine Ausbildung im Einzelhandel. Trotz intensivem Bewerbungstraining gab es nur Absagen oder von vielen Firmen sogar gar keine Rückmeldungen. Ähnlich erging es Rafet Sekovic (18) von der Georg-Elser-Hauptschule. Er sucht einen kaufmännischen Ausbildungsplatz für Büromanagement oder Groß- und Außenhandel. "Die Betriebe sollte Bewerber wie ihre Kunden behandeln, es geht auch um ihre Zukunft", sagt Berg.

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Von Jutta Grätz

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