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JuKiMob: Arbeit der Pfadfinder soll gestärkt werden

Garbsen JuKiMob: Arbeit der Pfadfinder soll gestärkt werden

Das JuKiMob ist da, wo die Kinder sind - mit diesem Slogan wirbt der Verband Christlicher Pfadfinder Bezirk Hannover (VCP). Der Satz lässt sich leicht umdrehen und bleibt immer noch richtig: Die Kinder sind dort, wo das Jugend- und Kindermobil (JuKiMob) ist, an Spitzentagen bis zu 120. Die gute Arbeit soll belohnt werden: Die Stadtverwaltung schlägt vor, den Vertrag mit dem VCP zu verlängern und zugleich die Mittel aufzustocken.

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Kunstpädagogin Luisa Kronfeld und Honorarkraft Jens Ernst sind gerade mit dem JuKiMob am Kronsberg vorgefahren und geben die ersten Spielgeräte aus.

Quelle: Bernd Riedel

Berenbostel/Auf der Horst. Ds JuKiMob kommt selten zu spät, höchstens mal eine Minute, aber auch wenn es zehn Minuten früher käme: Die Kinder, und sogar einige Eltern, sind immer schon da. Seit vier Jahren im Kronsberg-Quartier, seit drei Jahren im Stadtteil Auf der Horst ist das Mobil unterwegs. Es wird in Gang gehalten von drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und drei Honorarkräften. Immer vier von ihnen sind dienstags Auf dem Kronsberg und freitags am Kastorhof dabei.

Im Durchschnitt kommen im Stadtteil Auf der Horst 50 bis 70 Kinder und 20 Eltern, in Berenbostel sind es rund 55 Kinder pro dreistündigem Einsatz. Die Höchstzahl in Berenbostel hat sich auf dem Niveau von 120 Kindern an einem Nachmittag eingependelt. Sogar an Wintertagen bei frostigen Temperaturen kommen immer noch rund 20 Kinder. Das zeige deren hohe Verbundenheit mit dem roten Mobil, schreiben die Mitarbeiterinnen in ihrem Bericht für den Rat der Stadt.

Angekommen am Standort lädt das Team größere Spielgeräte zuerst ab, sichert dann verkehrstechnisch mit Kreidesignalen - bis hierher und nicht weiter - das Gelände und beginnt dann mit der Ausgabe von Spielen. Die ersten Mütter kommen näher und erste Gespräche werden geführt. "Wir versuchen, für die Eltern Ansprechpartner zu sein und auch familiäre Fragen mit ihnen zu klären", sagt Kunstpädagogin Luisa Kronfeld. Diese Konstellation hat sich aus der Tatsache ergeben, das viele Mütter und mit jüngeren Kindern sogar ganze Familien beim JuKiMob einfinden. Das Team hat zur Überwindung erster sprachlicher Barrieren einen Infoflyer für die Eltern erarbeitet, in fünf Sprachen: Türkisch, Russisch, Kurdisch, Englisch und natürlich in Deutsch.

Die Arbeit geht weit über bloße Kinderbespaßung hinaus und erfüllt eine wichtige Funktion im Stadtteil Auf der Horst: Die Mitarbeiter des Jukimob berichten davon, dass Streitigkeiten, die "angesichts der dichten Besiedlung Auf der Horst" zwischen Familien unterschiedlicher Herkunft ausbrechen, manchmal in das Nachmittagsangebot des JuKiMob hineingetragen werden. Das Vertrauen sei jedoch in den vergangenen Jahren so gewachsen, dass die Mitarbeiter des Mobils als Streitschlichter fungieren und den einen oder anderen Zwist im Gespräch beilegen können.

Über das JuKiMob haben die Garbsener Kinder außerdem die Möglichkeit, kostenfrei an besondere Veranstaltungen der Pfadfinder teilzunehmen, wie Oster- und Sommerferienaktionen, schreibt der VCP im Jahresbericht. Außerdem, legt die Verwaltung in der Beschlussvorlage, beteiligten sich die Mitarbeiter des JuKiMob "an zahlreichen Veranstaltungen und Festen in den Stadtteilen und sind verlässliche Partner im Netzwerk der Jugend- und Sozialarbeit in der Stadt".

Bisher zahlte die Stadt 16.000 Euro jährlich - für jeden Standort. Doch sieht der  VCP die Notwendigkeit, den Zuschuss zu erhöhen: einmal, weil die Personalkosten gestiegen sind, dann, weil aufgrund der sehr hohen Teilnehmerzahlen mehr Honorarkräfte nötig seien. Jetzt soll es 18.500 Euro pro Jahr und Standort kosten, also 37.000 Euro insgesamt. Die Stadtverwaltung befürwortet das: "Die dargelegten Kosten sind schlüssig und der ausgeweitete Personaleinsatz angesichts der konstant sehr hohen Teilnehmerzahlen gerechtfertigt", schreibt Sozialdezernentin Iris Metge in der Vorlage.

Der neue Vertrag soll ab dem 1. Juli gültig werden und zunächst über anderthalb Jahre laufen. Der Ortsrat Berenbostel hat sich am Dienstagabend damit beschäftigt, beim Ortsrat Garbsen steht die Vorlage heute in der Sitzung ab 18 Uhr im Ratssaal auf der Tagesordnung. Die Vorlage passiert dann noch den Integrationsbeirat, den Sozial- und den Verwaltungsausschuss, ehe der Rat der Stadt am Montag, 19. Juni, endgültig darüber beschließt.

Das JuKiMob: Mehr als nur Spiel

Der umgebaute Feuerwehrwagen mit Signalwirkung fährt seit vier Jahren in Garbsen zwei Standorte an - und ist bei Kinder wie Eltern beliebt. Es nennt sich Spielangebot - und ist viel mehr. Das JuKiMob ist eine Initiative des VCP und wurde zunächst in Hannover, in Bemerode (Kronsberg) und in Ahlem, in "unterversorgten Stadtteilen", wie der VCP schreibt, eingesetzt. Seit Anfang April 2013 steuert es jeden Dienstagnachmittag, von 14 bis 17 Uhr, den Wendehammer hinter der Silvanuskirche im Kronsberg-Quartier in Berenbostel an, und seit April 2014 ist es im Stadtteil Auf der Horst am Kastorhof, an jedem Freitag von 14 bis 17 Uhr, im Einsatz. Diese Formulierung kann man wörtlich nehmen: Das JuKiMob-Team, bestehend aus drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen, den beiden Diplom-Sozialpädagoginnen Julia Schewe und Alexandra Zaminer und der Kunstpädagogin Luisa Kronfeld in Teilzeit, sowie drei Honorarkräften, will nicht nur Möglichkeiten zum freien Spielen bieten, sondern setzt sich ein: für die Kinder, für deren Eltern und ein gedeihliches Miteinander. Die Einbeziehung der Eltern ist Programm und könnte, nach den Vorstellungen des VCP, in Zukunft kontinuierlich ausgebaut werden.

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