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Rasen statt Rosen: Kämmerer 100 Tage im Amt

Garbsen Rasen statt Rosen: Kämmerer 100 Tage im Amt

Kämmerer Walter Häfele ist 100 Tage im Amt - und er hat inzwischen ein klares Bild von Garbsen gewonnen: Er sieht "eine gesunde Stadt" vor sich, eine "sehr lebendige Stadt, auf einem sehr hohen Standard", eine Stadt, die Entwicklungsperspektiven hat und mit ihren Ressourcen vorausschauend haushalten sollte.

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Kämmerer Walter Häfele ist am 8. Oktober 100 Tage im Amt.

Quelle: Bernd Riedel

Garbsen-Mitte. In den ersten 30 Tagen, im Juli, hat Häfele sich vor allem die Feuerwehrhäuser angesehen: "Ich wollte mir ein eigenes Bild machen", sagt er. Bei den Feuerwehren stehen in den nächsten Jahren viele Investitionen an. Und nicht nur dort. Da muss die Reihenfolge des Geldausgebens genau getaktet werden. Die Sitzungen der Ortsräte besucht er von Beginn an: Ihm sei es "sehr, sehr wichtig, gegenüber den Ortsräten mein Interesse durch meine persönliche Teilnahme zu dokumentieren". Wenn man dort nicht präsent sei, könne man nicht erfahren, "welche Bedeutung manche Themen haben. Das bleibt sonst auf einer abstrakten Ebene."

Der 56-Jährige versteht sich als Mahner. Häfele kommt vom Erfurter Rechnungshof und hat deshalb einen geschulten Blick auf die Folgen von Ausgaben - und auf die Konsequenzen von Ansprüchen. Er sagt nicht, dieses und jenes sei zu teuer, sondern er sagt: Sehen Sie bitte die Kosten für andere ebenso wichtige Dinge im Verhältnis. So geschehen kürzlich im Ortsrat Horst, als es um die Erweiterung des Spielplatzes Pfarrkamp ging - Kosten: 70.000 Euro - und der Wunsch nach einem zusätzlichen Wasserspielgerät laut wurde.

Immer interveniert er in den Gremien bedächtig, wenn die Diskussion an solche Punkte kommt. Es gehe dabei nicht nur um Spielplätze. "Kinder wachsen, sie brauchen Kitas, Grundschulen, weiterführende Schulen." Man müsse also den Gesamtanspruch vom Spielplatz bis zur weiterführenden Schule sehen. Man dürfe nicht isoliert den Spielplatz betrachten, sondern "die anderen Glieder der Kette" in die Überlegungen mit einbeziehen.

Das will er vermitteln: verantwortlich mit den Ressourcen umzugehen. Ihn habe das hohe Anspruchsdenken in Garbsen überrascht: "Es gibt eine gewissen Anspruchsreflex. Wenn irgendwas in Garbsen nicht funktioniert, dann ist der Reflex gleich: die Stadt muss sich kümmern." Selbstverständlich müsse die Verwaltung für die Gemeinschaft da sein, aber eine andere Frage sei, wie weit Ansprüche gehen müssten: "Da sehe ich durchaus Grenzen. Über die muss man reden. Dinge müssen verhältnismäßig sein."

Diese Verhältnismäßigkeit drückt sich für ihn auch in der kurzen Formel "Rasen statt Rosen" aus. Das hat durchaus Bezug auf den Standard der Grünflächen und meint, dass es auch ein Rasen tut statt eines aufwändigen Schmuckbeetes. Es ist für ihn aber auch eine Metapher, die auf alle Ausgaben anwendbar ist: "Jeder ist aufgefordert in der Stadt Garbsen, sich solchen Überlegungen zu stellen."

Wie sieht er nach 100 Tagen die finanzielle Situation Garbsens? "Die finanzielle Situation ist immer so gut, wie man sich verhält." Garbsen sei eine Stadt, die "ein gewisses Potenzial hat". Dem stünden "gewaltige Aufgaben" gegenüber: "Je nachdem, welche Prioritäten man setzt, je nachdem, mit welchen Standards man leben will, ist unsere Situation besser oder schlechter."

Und hat er einen Standpunkt in der Bäderfrage? Ja und Nein. Nein, weil er den Entscheidungen der politischen Gremien nicht vorgreifen will. Das Ja bedeutet, dass er ein klares Bild von der Situation hat, die er so beschreibt: "Ich bin beeindruckt, wie viele Bäder man von Garbsen innerhalb von 20 Minuten erreichen kann. Das ist ganz auffällig." Man könne jeden Tag in ein anderes Bad fahren. Das sei "keine Wertung", denn die Politik entscheide.

Häfele ist Jazzfan, Kunstfan, Radfahr- und Naturfan, und da fühlt er sich in Garbsen gut bedient. Er besucht Konzerte, Kunstausstellungen und radelt gern am Kanal und der Leine entlang. Die Lebensqualität sei enorm hoch. Und das sei "überhaupt nicht selbstverständlich". Garbsen sei "eine Stadt, wo Menschen hinziehen wollen. Sie befindet sich in einer Situation, in der andere Städte gern wären."

Arbeitsfelder: Häfele vertritt auch den Bürgermeister

Mit dem Amt als Kämmerer verbunden ist die Position des Ersten Stadtrates und des allgemeinen Vertreters des Bürgermeisters. Häfeles Arbeitsfeld zugeordnet sind nicht nur Haushalt und Finanzen, sondern auch Personal und innere Organisation, Recht und Ordnung. Einige seiner beruflichen Stationen sind: Studium der Rechtswissenschaften, 1992 zweites Staatsexamen in Köln, 2007 Zertifikatsstudium zur Betriebswirtschaftslehre, Führungspositionen in der Oberfinanzdirektion Erfurt und danach im Thüringer Innenministerium, zuletzt Referatsleiter am Thüringer Rechnungshof.

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Das ist einer der Lieblingsplätze Walter Häfeles im Rathaus geworden: das Restaurant Rathausterrassen.

Quelle: Bernd Riedel
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