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Der Kreisel ist noch leer - noch...

Garbsen Der Kreisel ist noch leer - noch...

Auf einen Kreisel gehört Kunst - zumindest in Garbsen, außer Osterwald. Für den jüngsten Kreisel am Planetencenter ist sie lange bestellt. Der Künstler Peter Kärst aus Leer arbeitet dran. Vor einem Jahr sollte das Werk schon stehen. Aber die Kunst kommt und kommt nicht. Jetzt kommt sie, sagt die Stadt.

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Wo bleibt sie denn? Am Kreisel Planetenring/Auf der Horst baut der Künstler Peter Kärst am Mittwoch seine Skulptur auf. Eine Jury unter Ingolf Heinemann (links) hatte das Modell von Peter Kärst ausgewählt.

Quelle: Markus Holz

Garbsen. Erst hieß es Ende 2015, dann Frühjahr, dann Sommer. Im August waren Bauantrag und 160 Seiten statische Berechnungen fertig. Die Fundamente für das Schwergewicht konnten gegossen werden. Da hieß es: Im September wird's fertig. Es ward nicht. Peter Kärst scheint so seine Tücken zu erleben mit dem Zeitplan, mit dieser Arbeit insgesamt und mit anderen Aufträgen, um die ein so bekannter Künstler gebeten wird. Manches ist dringend, anderes ist schnell gemacht. Die Kärstsche Kreiselkunst gehört weder zum einen, noch zum anderen.

Kärst hatte im Mai 2015 die Ausschreibung mit einer genialen Idee gewonnen: Sechs Menschenfiguren tragen einen Planetenring. Es soll zweierlei ausdrücken: Die Verantwortung der Menschheit für die Erde und das Miteinander der Menschen im "Milchstraßen-System" Auf der Horst mit seinen Sternenstraßennamen. Kärst baut die Einzelteile aus Stahl in seinem Atelier in Leer. Das ganze Werk wiegt mehrere Tonnen.

Jetzt soll die Horst vorzeitig ihr Weihnachtsgeschenk bekommen: Kärsts Kreiselkunst wird am Mittwoch, 14. Dezember, geliefert. Der Kran ist für 7.30 Uhr bestellt. Kärst und die Metallbaufirma sollen ab 8 Uhr loslegen.

Diesem repräsentativen Platz am Tor zur Horst einen Namen zu geben, haben Politiker bisher versäumt. 2014 war der Ehrenbürger Karl-Heinz Strehlke gestorben, 2015 die Integrationsfigur Efsthatios Chytis - beider Geschichte ist eng mit der Horst verbunden. Nur zwei von sicherlich mehreren denkbaren Ideen. Planetenplatz klänge auch nicht schlecht, bevor sich der Name Aldi-Kreisel in den Köpfen festsetzt.

Garbsens Kreiselkunst

An sieben Stellen auf Garbsens öffentlichen Straßen haben Kreisverkehre bisher Ampeln überflüssig gemacht. Verkehrsplaner Dirk Perschel hätte gerne noch mehr. Aber oft fehlen ihm Geld oder Platz oder beides. Nachträglich ist das immer schwierig. Bei Neubauplänen wie am Gewerbegebiet Meyenfeld, demnächst am Klüterfeld in Frielingen oder 2015 am Planetencenter ist das einfacher.

Der älteste Garbsener Kreisel liegt im jüngsten Stadtteil: Farmers-Branch-Platz, Garbsen-Mitte, am Stadtpark-Café, gebaut gegen Ende der Neunzigerjahre. Seit 2002 steht die Skulptur "Kulturfeuer" von Andreas Rimkus in der Mitte - eine verspätete Hommage an das Kulturfeuer in der Region Hannover 2001. Rimkus hat neun dieser Silhouetten-Skulpturen für die Region geschaffen.

Der Hügelkreisel in Osterwald ist bis heute kunstlos geblieben. Er entstand im Jahr 2000 zusammen mit dem ersten Bauabschnitt der Südspange zwischen Hanosan- und Molkereistraße - schmuckloser Hügel mit Bodendecker, mehr nicht. 

Der Lichterkreisel an der Gutenbergstraße entstand 2001 zusammen mit der neuen Autobahnab- und -auffahrt. Von Beginn an ein Ärgernis, weil die hohe steile Kreiselbande um den inneren Ring nicht wirklich zum Kurvenradius der langen Sattelauflieger passte. 2015 wurde der Platz komplett umgebaut. Seitdem rollt der Verkehr störungsfrei, abends grüßen sehr stimmungsvoll die Leuchtstelen in Garbsen-Blau - ein Stück Lichtkunst am Entree zur Stadt. 

Der Klimperkreisel an der IGS: 2003 zusammen mit der Europaallee begonnen, 2004 fertig gestellt. Zierde ist diese Begrüßungsstele. Sie soll eigentlich mit den Wimpern klimpern, wenn der Wind den Nasenlöffel schwingen lässt. Der Mechanismus ist aber außer Betrieb, die Nase ist festgeschraubt.

Der Ziegeleikreisel bei Möbel Hesse entstand 2011 mit der Ansiedlung von Roller. Auf den ersten Blick hat das Kunstwerk von Bildhauer Oliver Pohl wenig mit Ziegeln zu tun. Es symbolisiert den Querschnitt durch einen Brennofen. Wo heute Hesse ist, stand früher die Flemmingsche Ziegelei. Die Skulptur ist ein Geschenk von Seniorchef Robert Hesse anlässlich seines 75. Geburtstages.

Der Fliesenkreisel in Meyenfeld ist seit 2012 ein echtes Unikat. Keine Auftragsarbeit, sondern ein Gemeinschaftsprojekt vom ganzen Dorf für das Fenster nach Meyenfeld. Familien, Vereine und Feuerwehr hatten die mehr als 200 Fliesen angefertigt. Der Kreisel entstand zusammen mit dem Gewerbegebiet.

Der Kreisel am Planetencenter ist der wohl umstrittendste aller sieben Kreisverkehre. Als der Entwurf auf dem Tisch lag, trauten Kritiker diesem System nicht über den Weg und wollten die Ampeln behalten. Heute krittelt niemand mehr, alle haben sich seit 2015 eingefahren. Der Kreisel entstand zusammen mit dem Neubau des Planetencenters als repräsentatives Tor zur Horst.

Der siebte wird der erste für Frielingen: Mit dem Neubaugebiet Klüterfeld muss der Verkehr an der Horster- und Bordenauer Straße neu geordnet werden. Auf diesem Kreisel wäre noch Platz für Kunst.

Nummer acht und neun werden 2017/18 die Kreisel auf der Straße an der Universität. Zwischen PZH und Campus Maschinenbau soll eine Fußgängerzone entstehen. Die Kreisel ersetzen die Ampeln an der Kreuzung Havelser Straße/An der Universität und Osteriede/Lise-Meitner-Straße. Von der Lage her ein Paradies für eher technische Kunstwerke. Ob der Platz reicht, muss sich noch entscheiden.

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Fotostrecke Garbsen: Der Kreisel ist noch leer - noch...

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Von Redakteur Markus Holz

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