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Hier wird Integration seit 50 Jahren gelebt

Garbsen Hier wird Integration seit 50 Jahren gelebt

Der Kindergarten St. Raphael feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Von Beginn an haben Kinder die Einrichtung besucht, deren Familien ihre Wurzeln im Ausland haben. Das Miteinander und das Erleben der christlichen Werte haben viel zur Integration beigetragen, sagt Leiterin Ingrid Kamp.

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Die 50 steht in diesem Jahr im Mittelpunkt: Die Kita St. Raphael im Stadtteil Auf der Horst wurde 1967 eröffnet.

Quelle: Gerko Naumann

Auf der Horst. Der Anteil der Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund liegt in St. Raphael heute bei 92 Prozent. Sie kommen aus fast 20 Nationen, am häufigsten aus der Türkei, Russland, Polen und den Staaten des ehemaligen Jugoslawien. "Nur 35 unserer 134 Kinder sind christlich getauft", sagt Kita-Leiterin Ingrid Kamp. Und trotzdem haben sich deren Eltern bewusst für einen Kindergarten entschieden, in dem die katholische Kirche der Träger ist und in dem christliche Werte vermittelt werden.

"Heute läuft das Miteinander viel entspannter ab als früher", betont Kamp. Selbst die muslimischen Kinder und Mütter mit Kopftuch sind bei den Gottesdiensten dabei und erleben die christlichen Bräuche zu Ostern und Weihnachten als selbstverständlich mit. "Das mit der Integration machen wir hier schon seit vielen Jahren", sagt Kamp. 

Und so fallen im Alltag die Unterschiede in Religion und Herkunft kaum noch auf. Die einzige Ausnahme bildet das gemeinsame Essen, sagt Kamp. Die vorwiegend muslimischen Kinder dürfen aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch essen. "Das beachten wir bei unseren Planungen natürlich." Und wenn dann doch mal Schnitzel auf dem Speiseplan steht, liegt immer eine Alternative - zum Beispiel Geflügelwürstchen - für die Kinder bereit.

Neben dieser Rücksichtnahme auf die Eigenheiten der Religionen schätzen die Eltern vor allem die Kontinuität beim Personal, sagt Kamp. Sie selbst ist 1989 als Leiterin nach St. Raphael gekommen. Da ihre Vorgängerin Erna Hahn von Beginn an dabei war, gab es in 50 Jahren also gerade mal zwei Leiterinnen. Andere Erzieherinnen wie Sonja Fröhlich und Marianne Macke kennt fast jeder im Stadtteil, beide sind bereits seit den Achtzigerjahren im Kindergarten tätig. "Heute bringen die Eltern ihre Kinder zu uns, die wir früher selbst in ihrer Kindheit betreut haben", sagt Kamp.

Zum Jubiläum gibt's ein Fest

Das 50-jährige Bestehen des Kindergartens soll am Sonntag, 21. Mai, groß gefeiert werden. Der Tag beginnt um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche. Anschließend geht das Fest auf dem Gelände des Kindergartens am Mirahof weiter. Dort können die Kinder toben, es wird gegrillt und alte Fotos der Einrichtung sind zu sehen. Auch für die Feier haben die Organisatoren an die Muslime gedacht, sagt Kamp: "Wir haben den Termin extra vorverlegt, damit er nicht in die Zeit des Ramadan fällt."

Einbrüche verzögerten die Eröffnung

Im Juni 1966 wurde auf der Baustelle der Kindertagesstätte St. Raphael das Richtfest gefeiert. Bis zur offiziellen Eröffnung am 31. März 1967 dauerte es dann deutlich länger als geplant. Das hatte damit zu tun, dass es immer wieder Einbrüche auf der Baustelle gab, weiß Thomas Hillebrand, Pastoralratsmitglied der Katholischen Kirchengemeinde in Garbsen. "Was die Arbeiter tagsüber aufgebaut haben, haben die Kriminellen nachts wieder abgebaut und mitgenommen."

Zu Beginn wurden in den Räumen am Mirahof 60 Kinder in drei Gruppen betreut. Über die Jahre ist der Bedarf immer weiter gewachsen. Und so stand 1987 die erste Erweiterung an. Das Gebäude wurde um eine zweite Etage ergänzt, in der unter anderem der Bewegungs- und der Schlafraum eingerichtet sind. Schon damals kamen mehr als 100 Kinder in dem Gebäude unter. Seit 2009 gibt es einen weiteren Anbau - für eine Krippengruppe. Weitere Neubauten wird es allerdings sicher nicht geben. "Wir haben jeden verfügbaren Meter des Geländes ausgereizt", sagt Leiterin Ingrid Kamp.

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Von Gerko Naumann

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