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Die Kirchengemeinde ist raus

Garbsen/Schloß Ricklingen Die Kirchengemeinde ist raus

Jetzt ist es amtlich, kirchenamtlich: Die Kirchengemeinde Schloß Ricklingen hat im Wettbewerb um den Betrieb des städtischen Friedhofs am Lönsweg den Kürzeren gezogen. Der Kirchenkreisvorstand hat die Übernahme nicht befürwortet. "Der Betrieb des Friedhofs würde uns dauerhaft vor finanzielle Probleme stellen", sagte Pastorin Susanne Sander am Donnerstag.

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Noch ist der Streit um den geplanten Ruheforst in der Verlängerung des städtischen Friedhofs in Schloß Ricklingen noch nicht ausgestanden.

Quelle: Gerko Naumann

Schloß Ricklingen. Ein Sachbearbeiter des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf, zu dem die Kirchengemeinde Schloß Ricklingen gehört, hatte drei Modellrechnungen erstellt. Er war zu dem Schluss gekommen, dass die Gebühren für Gräber sich verdoppeln, bei Rasenreihengräbern sogar verdreifachen würden - auch bei einem städtischen Zuschuss. "Das hätten wir niemandem zumuten können", sagte Sander.

Es würden noch weitere Überlegungen dagegen sprechen: "Und so haben wir keinen Spielraum gesehen." Ihre größte Sorge, sagte Sander, sei jetzt, dass der Streit um Friedhöfe eine dauerhafte Spaltung im Dorf hervorrufen könnte. Sie selbst sieht keinen Bedarf und keine Notwendigkeit für einen Ruhewald in Schloß Ricklingen. "Es gibt doch vielleicht noch bessere Standorte", sagte Sander am Donnerstag.

Ursprung des Konflikts ist ein Projekt der Garbsener Humanisten: Sie hatten vor rund einem halben Jahr vorgeschlagen, in der Verlängerung zum städtischen Friedhof am Lönsweg einen Ruhewald für naturnahe Urnenbestattung einzurichten und im Zuge dieses Projekts den Betrieb des städtischen Friedhofs mit zu übernehmen, ohne am bisherigen Usus etwas zu ändern. Das hatte Gegner auf den Plan gerufen. Zugleich gab es in ganz Garbsen hohen Zuspruch für ein Ruhewald-Projekt: Nach Auskunft von Karl-Otto Eckartsberg, Vorsitzender der Garbsener Humanisten, gibt es derzeit 64 Interessenten.

In Schloß Ricklingen kursieren Unterschriftenlisten, sowohl der Gegner als auch der Befürworter des Humanisten-Projekts. In der vergangenen Ortsratssitzung wurde bereits eine Liste von 125 Unterschriften gegen den Ruhewald überreicht. Initiatoren sind Margret und Franz Wollny aus Schloß Ricklingen. Sie halten solche Pläne in ihrem Ort für "völlig überflüssig", wie Margret Wollny sagte. Es gäbe bereits zwei Friedhöfe, auf denen noch genügend Platz vorhanden sei. Zudem sei die Fläche nicht für einen Ruheforst geeignet, weil zu wenig Bäume vorhanden seien. Der Stadt werfen die Aktivisten vor, sich ihrer "Verantwortung zu entziehen".    

Unterdessen verfolgen die Humanisten ihre Pläne weiter: Es werde demnächst Gespräche mit der Stadtverwaltung über die Modalitäten einer möglichen Übernahme geben, sagt Eckartsberg. "Wir versprechen uns Synergieeffekte aus dem gemeinsamen Betrieb beider Friedhöfe." Für die Humanisten ist der Ruhewald auch ein Prestigeprojekt: Der Landesverband, der das Vorhaben unterstützt, würde in Garbsen den ersten Humanisten-Waldfriedhof in ganz Niedersachsen einrichten.

Im Ortsrat hatte Stadtbaurat Frank Hauke bekräftigt, dass die Stadt an einer Abgabe des Friedhofs interessiert sei - aus finanziellen Gründen. Das etwas abgelegene Areal bindet verhältnismäßig viel Personal- und Unterhaltungskosten.

Von Bernd Riedel und Gerko Naumann

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