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Kleine Fräse spart viel Geld

Berenbostel Kleine Fräse spart viel Geld

Die Stadtentwässerung setzt auf ein besonderes System zur Sanierung von Kanälen: Sie werden von einem Roboter bearbeitet, der von innen die Drecksarbeit erledigt

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Mit dem Steuerungsknüppel lenkt er die Maschine durch das25 Zentimeter dicke Rohr.

Quelle: Markus Holz

Berenbostel. Er ist schlank, etwa 70 Zentimeter lang, 110 Kilogramm schwer und ein kleines technisches Meisterwerk. Der Roboter für Kanalreparaturen ist der verlängerte Arm von Sven Fast. In Berenbostel und Meyenfeld werden Fast und Maschine in den nächsten Monaten an unzähligen Stellen Station machen, um zu retten, was im Untergrund in die Jahre kommt.

Fast sitzt im weißen Werkstattwagen und lenkt. Die Fenster sind verdunkelt, die Tür ist zu. Die Klimaanlage kühlt. Fast hat drei Monitore vor sich und einen kleinen Steuerknüppel. Er schickt den Roboter unter ihm bis zu 80 Meter tief ins Rohr. So weit reichen Steuerung, Spülwasserschlauch und Hydraulik.

Am Schulzentrum Berenbostel soll der Kanal mit einer Kunstharzhaut ausgekleidet werden. Er müsste, wenn die Stadtentwässerung Garbsen nichts unternimmt, in wenigen Jahren erneuert werden. Schlägt ein Kanal leck, oder dringt Grundwasser ein, ist die Stadtentwässerung haftbar.

Fast erkennt über die Roboterkamera jeden Riss, jede Wurzel, jedes nicht fachgerecht eingebaute Zuflussrohr. Er lässt den Roboter alles wegfräsen, was der neuen Haut im Wege wäre. Das Fräsen hat außerdem den Sinn, dem Klebstoff für die neue Innenhaut Halt zu geben.

Kleinbaustellen wie diese gibt es Hunderte. Die Stadtentwässerung hat das Unternehmen Kanaltechnik OWL in Gütersloh beauftragt, die Schmutzwasserkanäle in Meyenfeld und Berenbostel bis April 2016 in Ordnung zu bringen. 230 000 Euro kostet das Unterfangen. Wo immer es irgendwie geht, wird kein Kanal aufgerissen und ersetzt, sondern von innen repariert. Das spart enorme Summen - und soll bis zu 50 Jahre halten.

Das Regen- und Schmutzwassersystem ist das Grundkapital der Stadtentwässerung Garbsen (SEG) und will gepflegt sein. Fred Hüpers vom Ingenieurbüro ILL hat jeden der 500 Kilometer Kanal mit Kameratechnik untersucht. Er ist seit 22 Jahren im Auftrag der Stadt tätig. Seine Dokumentation ist die Grundlage für Sven Fast, die Schwachpunkte koordinatengenau zu finden.

Die Stadtentwässerung entscheidet nach Hüpers Empfehlungen, wo zuerst repariert wird. „Wir machen das aber nicht nach dem Gießkannenprinzip, mal in Havelse, mal in Altgarbsen und mal in Heitlingen - wir bündeln“, betont Norbert Wisny von der SEG. Auch das spart Geld.

Von Markus Holz

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Von Redakteur Markus Holz

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