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Landwirt eröffnet alternative Jagdschule

Garbsen/Schloß Ricklingen Landwirt eröffnet alternative Jagdschule

Das Interesse an Natur und Jagd wächst, sagt der Schloß Ricklinger Landwirt und Unternehmer für Speichertechnik Dirk Grahn. Er hat eine Jagdschule eröffnet - als Alternative zu den traditionellen Lehrgängen der Jägerschaft. Grahn ist ein geprüfter und erfahrener Jäger, gibt seit vielen Jahren Lehrgänge, auch in Schulen und Kindergärten - und nun auch auf eigene Rechnung.

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Dirk Grahn hält für seine Schüler eine Menge Tierpräparate bereit.

Quelle: Bernd Riedel

Schloß Ricklingen. Einer der Gründe für das neue Interesse: "Die Rückkehr des Wolfes wirft bei vielen eine Menge Fragen auf", sagt Grahn. In Schloß Ricklingen hatte es vor etwa einem Jahr möglicherweise eine Wolfssichtung gegeben. Ein Walderlebnistag des Kindergartens war deshalb abgesagt worden. "Jetzt fragen sich die Leute: Welche Tiere gibt es denn noch vor meiner Haustür und wie leben sie?" Darauf könnten Jäger Antworten geben. Andere wollten sich neues Wissen aneignen oder ihr Fachwissen erweitern, wie Studenten oder Angler.

 "Nach der Prüfung haben die Teilnehmer ihren Jagdschein", sagt Grahn, aber es gehe nicht in erster Linie um das Schießen. "Wir vermitteln umfangreiches Wissen über die heimische Flora und Fauna", sagt er, Waffenkunde sei nur der kleinere Teil des Stoffes, der im Unterricht behandelt werde. "Hege und Pflege, das ist unser Anliegen."

Was unabhängige Jagdschulen wie die von Grahn vor allem bieten ist mehr zeitliche Flexibilität. Das traditionelle Angebot der Jägerschaft ist als Langzeitkurs konzipiert. Anfang September ist Beginn, Prüfung ist im Frühjahr. Grahn dagegen kann man entweder drei Wochen Kompaktlehrgang oder einen Lehrgang, der über mehrere Wochenende geht, oder einen Kurs in den Ferien buchen. In den Monaten August, September und Oktober sind die Prüfungen möglich. Die hiesige Jägerschaft bietet dagegen nur eine Prüfung im Jahr. "Das ist zu wenig", sagt Grahn. Er gehe mit seinen Prüflingen deshalb nach Osnabrück.

In fünf Fächern werden die künftigen Jäger unterrichtet: In der Wildtierkunde erfahren sie, welche Wildtierarten in unseren  Breiten vorkommen, wie sie leben, wie sie zu schützen sind. Eines der wichtigsten Fächer ist die Wildfleischhygiene: Die Teilnehmer müssen erkennen, ob Fleisch genießbar ist. Außerdem werden sie geschult in Gesetzeskunde - die juristischen Bestimmungen sind in den Bundesländern jeweils unterschiedlich -, in Natur- und Umweltschutz, dazu gehört auch der Hege- und Jagdbetrieb, und eben Waffenkunde mit praktischen Schießübungen.

Es mangelt noch an eigenen Schulräumen. "Dafür suche ich noch eine Lösung." Teils unterrichtet er zu Hause, wo er die Tierpräparate von heimischen Arten wie Wiesel, Marder, Fuchs, Eichelhäher, Schleiereule und vielen anderen an der Wand oder auf den Schränken stehen hat, teils mietet er Räume.

Ein Grund dafür, dass Prüflinge etwa aus Bayern lieber nach Niedersachsen kommen, liegt darin, dass hier die 2600 möglichen Prüfungsfragen öffentlich zugänglich sind. "Man kann sich gut darauf vorbereiten", sagt Grahn. In Bayern würden keine Prüfungsfragen veröffentlicht. „Da kommt noch altes Standesdenken durch", sagt Grahn, "Jäger wollten früher unter sich bleiben, und manche sind heute noch sehr zugeknöpft."

Am Sonnabend, 9. Juli, beginnt Grahns neuer Kurs. Wer Interesse am Erwerb eines Jagdscheins hat, muss ziemlich tief in die Tasche greifen: Alle Gebühren inklusive kostet ein Lehrgang rund 2000 Euro. Auskunft gibt Dirk Grahn unter Telefon (0171) 7648284.

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