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Laserworking hofft auf Käufer

Garbsen Laserworking hofft auf Käufer

Die insolvente Firma Laserworking Garbsen steht möglicherweise vor einem Verkauf. Das haben Unternehmenssprecher und Gewerkschaft am Montag bestätigt.

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Nach rechts, links oder geradeaus? Wohin geht die Reise bei Laserworking am Heinrich-Nordhoff-Ring?

Quelle: Archiv

Berenbostel.  Findet sich für die insolvente Firma Laserworking Garbsen ein Käufer? Das scheint die entscheidende Frage in den derzeitigen Verhandlungen zu sein. Anwalt, Betriebsrat und Gesellschafter klingen zuversichtlich. Möglicherweise kann sogar noch im November eine Vorentscheidung fallen.

Oliver Liersch, als Fachanwalt derzeit der Sprecher der Gesellschafter, dementiert Gerüchte um eine angebliche Schließung der Metallverarbeiters im Februar. Davon sei das Insolvenzverfahren weit entfernt. „Wir haben drei sehr ernsthafte Angebote auf dem Tisch“, sagt Liersch. „Und die Belegschaft ist über den Betriebsrat eng in das Verfahren eingebunden. Es ist ein harmonisches, konstruktives Miteinander“, sagt Liersch. 

Das ist bei Laserworking keine Selbstverständlichkeit, seit Unternehmensgründer Achim Dittrich das Geschäft während der ersten Insovenz abgeben musste. Die IG Metall hatte zwar Verständnis für die prekäre Situation aufgebracht, aber immer auf das niedrige Lohnniveau der Facharbeiter hingewiesen. 2016 gingen die Metaller sogar auf die Straße. Geändert hat sich am Lohnniveau nichts, sagt IG-Metall-Sekretär Dennis Olsen. „Die Löhne sind kaum vertretbar, das ist untere Kante im Branchenvergleich“, sagt Olsen. Das habe derzeit aber keine Priorität. „Die Belegschaft hofft jetzt auf einen externen Käufer, der den Betrieb weiterführt“, sagt Olsen und kritisiert die Gesellschafter. „Seit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens sind sie wie vom Erdboden verschluckt. Ich hätte mir mehr Engagement gewünscht. Die Belegschaft ist enttäuscht.“  Nach Olsens und Lierschs Angaben läuft der Geschäftsbetrieb unverändert weiter. Kunden und Lieferanten seien bei der Stange geblieben. Es gebe Aufträge. „Trotzdem und trotz der niedrigen Löhne kommt Laserworking nicht aus den roten Zahlen“, sagt Olsen.

Dieter Lorenz von Habekost+Fichtner, einer der Gesellschafter, weist die Kritik der IG Metall zurück. Die acht Investoren hätten das Unternehmen 2015 für 1,7 Millionen Euro übernommen. „Und sie haben ihr finanzielles Engagement in den vergangenen Jahren erheblich aufgestockt“, schreibt Lorenz. Ob die Investorengruppe einen Plan hat, Laserworking selbst weiterzuführen, ließ Lorenz offen.

Nach Lierschs Angaben haben die Gesellschafter nach Insolvenzrecht zwei Möglichkeiten: Sie können mit den Gläubigern einen Insolvenzplan zur Rettung des Unternehmens aufstellen, wenn sie die Firma weiter führen wollen. Zweite Möglichkeit ist, das Unternehmen zu verkaufen und die derzeitige Gesellschaft aufzulösen. Ihr Invest wäre verloren.

Die erste Insolvenz und die Rettung

Laserworking ist spezialisiert auf Metallbearbeitung. Hochpräzise Laser schneiden aus Stahlblechen und Edelstahlplatten Grundformen für Bauteile – für Waggons, Gabelstapler oder Aufzüge. Die Teile werden gebogen, gelocht, genietet, verschweißt und auf Wunsch lackiert. Die Einzelteile gehen in die Montage zu den Herstellern.

Die Firma wurde unter dem Namen b+d Laserworking 1990 von Horst Breinker und Achim Dittrich an der Ottostraße in Berenbostel gegründet. In Spitzenzeiten beschäftigten sie mehr als 200 Menschen im Drei-Schicht-Betrieb.

2007 folgte der Umzug an den Heinrich-Nordhoff-Ring. 2012 wurde eine zweite Produktionshalle speziell für Edelstahlbearbeitung eröffnet. 2014 zeichneten sich ernsthafte Liquiditätsengpässe ab. Anfang 2015 reichte Dittrich Insolvenzantrag ein.

Im April 2015 übernahm schließlich ein Konsortium aus acht lokalen und regionalen branchenfremden Unternehmern die Firma, investierte 1,7 Millionen Euro Privatkapital und benannte den Betrieb in Laserworking Garbsen um. Der Betrieb galt als gerettet.

Von Markus Holz

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