Er war verreist – das erklärt, warum Waldemar Wachtel sich noch nicht zu der Idee einer Seenlandschaft in der Leine-Niederung geäußert hat. Das hat der Vorsitzende von Stadt- und Regionsverband des Naturschutzbundes (Nabu) jetzt aber nachgeholt und den Befürwortern des Projekts Realitätsferne vorgeworfen. Wer von neuen Wohnanlagen, Yachthäfen und Freizeitseen spreche, dürfe nicht die Faktoren Naturzerstörung, notwendige Flächenkompensation und Kosten-Nutzen-Verhältnis verschweigen. „Das lässt den Schluss zu, dass das gesamte Konzept insbesondere auf den Kommerz mit zusätzlichen Einnahmequellen einer bestimmten Klientel oder der Lobbyisten ausgelegt wird“, sagte Wachtel.
Das geplante Projekt "Leine-Bogen" in Hannover auf einer größeren Karte anzeigen
Investitionen in eine intakte Umwelt gefordert Er schlägt vor, das Geld lieber in die Bildung und den Erhalt einer intakten Umwelt zu investieren, statt Landschaftsschutzgebiete und Kleinbiotope entlang der Leine und ihrer Altarme zu zerstören. Viele Gewässer in der Region, auch in Garbsen, seien in den vergangenen Jahren zu Gewerbeflächen oder „Spaßmeilen“ gemacht worden. Wachtel betont: „Zu leiden haben die Menschen, die in einer intakten Natur- und Tierwelt ihre Freizeit genießen wollen. Die Tier- und Pflanzenvielfalt wird immer weiter zurückgedrängt und vernichtet.“
Projekt offen mit allen diskutieren Wachtel fordert die Verantwortlichen deshalb auf, „die Hirngespinste ad acta zu legen“. Wenn die Machbarkeitsstudie noch diskutiert werden soll, dann aber offen mit der Bevölkerung und den Naturschutzverbänden. Karl Fischer, Naturschutzbeauftragter der Region für Garbsen und ebenfalls Nabu-Mitglied, hatte sich in einer ersten Reaktion vorige Woche offener für die Ideen gezeigt. Er kann sich das Projekt vorstellen, wenn Teile des Ufers frei für die Natur bleiben.
Sven Sokoll
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