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Drängt die Gewerkschaft ins Unternehmen?

Erster Streik bei Laserworking Drängt die Gewerkschaft ins Unternehmen?

Es geht um gerechteren Lohn, Tarifverträge und mehr: Etwa 80 Mitglieder der IG Metall und der Belegschaft haben am Freitag zum ersten Mal bei Laserworking Garbsen gestreikt. Das Verhältnis zwischen Unternehmensführung und Gewerkschaft ist angespannt.

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Warnstreik bei Laserworking Garbsen mit dem Betriebratsvorsitzenden Mehmet Zabun (vorne rechts) und Verhandlungsführer Dirk Schulze am Mikrofon.

Quelle: IG Metall

Osterwald. Seit sieben oder acht Jahren keine Lohnerhöhung, ungerechte Einteilung der Mitarbeiter in die zehn Lohngruppen, ungehaltene Versprechungen, ergebnislose Verhandlungen: Die Vorwürfe der IG Metall und des Betriebsrates bei Laserworking Garbsen wiegen schwer. Am Freitagmittag legte ein Großteil der Frühschicht die Arbeit nieder - der erste Warnstreik an einer Firma, die nach der Insolvenz 2014/15 aus dem Gröbsten noch nicht raus ist.

"Ein Kollege hat in die Arbeitslosigkeit gekündigt. So schlimm ist es hier schon", sagt Thomas Exner, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender. Mit "schlimm" meint er: Laserworking zahle 12 statt 20 Euro pro Stunde, wie es im Flächentarif für die Metallindustrie steht. Laserworking ist nicht Mitglied der Tarifgemeinschaft. "Wir sehen uns als Handwerksbetrieb", sagt Geschäftsführer Richard Harrop.

Mitbestimmungrechte des Betriebsrates würden fortwährend ignoriert, sagt Exner. Lohnerhöhungen habe es seit sieben Jahren nicht gegeben. "Die Stimmung ist ganz mies", sagt Exner. Die IG Metall fordert ein Plus von 4,8 Prozent und mittelfristig die Übernahme des Flächentarifvertrages. "Wir erwarten jetzt nicht viel, nur ein Zeichen, dass es schrittweise nach oben geht", sagt Exner.

Nach oben geht es bei Laserworking noch nicht, eher geradeaus. Rote Zahlen 2015 und im ersten Quartal 2016. Die Gesellschafter haben gerade einen Engpass überbrückt. "Der Betriebsrat hat alles auf dem Tisch", sagt Harrop. Er verstehe das Lohnproblem, "das wollen wir ändern", sagt Harrop, "aber nicht so, wie die IG Metall sich das vorstellt und den Mitarbeitern offenbar versprochen hat." Die Gewerkschaft habe massiv Mitglieder geworben. "Die Beschäftigten kommen reihenweise zu uns", sagt dagegen Gewerkschaftssekretär Dennis Olsen. 

Das erste Tarifgespräch verlief ergebnislos. Das zweite war für Donnerstag angesetzt und wurde von der Geschäftsführung abgesagt. "Wenn die Unternehmensleitung nicht verhandeln will, werden wir wieder streiken", sagt Exner.

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Von Redakteur Markus Holz

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