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Mehrfachtäter ist wieder auf freiem Fuß

Neustadt/Auf der Horst Mehrfachtäter ist wieder auf freiem Fuß

Der 21-jährige Mehrfachtäter, dem unter anderem die Brandstiftung in der Caroline-Herschel-Realschule zur Last gelegt worden war, hat vom Jugendschöffengericht seine zweite Chance erhalten. 13 Anklagen mit 28 Vorwürfen wurden seit Januar gegen ihn verhandelt, nicht alles war am Ende beweisbar.

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Während der Bewährung darf sich der junge Mann nichts zu Schulden kommen lassen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Garbsen. Er ist einer von ihnen. Und als der Haftbefehl fällt, können die 13 Kumpel von K. auf den Zuschauerbänken kaum noch an sich halten. Nach Prozessende hallt entfesseltes Gegröle durchs Amtsgericht und die Neustädter Innenstadt. Ihr K. ist nach 14 Monaten U-Haft frei. Dass für den 21-Jährigen jetzt der schwerste Teil seines Lebens beginnt und dass sie ihm dieses Leben schwer machen, begreifen sie vermutlich nicht.

Es geht für K. am Mittwoch um nicht weniger als die Freiheit. Die Staatsanwaltschaft hat zwei Jahre und zwei Monate Jugendstrafe gefordert. Geht Richterin Pamela Ziehn darauf ein, heißt das: Keine Bewährung für jemanden, der angeblich neu anfangen will. Weit weg von Garbsen. In Kiel, bei seiner Freundin. Mit neuem Job. Ein eigenständiges Leben führen. K. erzählt davon und legt seinen „Ich hab mich gebessert“-Blick auf. Der wirkt. K. entschuldigt sich für die „Dummheiten“, er bittet um eine zweite Chance.

Er weiß sich zu benehmen. Nur wenn seine Kumpel dabei sind, legt er einen Schalter im Kopf um. Dann begrüßt er denjenigen, den er und vier andere übelst zusammengetreten und geschlagen haben, im Gerichtsaal mit „na, Dicker“; er beleidigt Polizisten und ist manchmal hart an der Grenze, einfachste Regeln zu brechen. Die Richterin beobachtet das alles und fällt ihr Urteil: Zwei Jahre.

Das bedeutet: Er darf unter Bewährung drei Jahre lang nicht einmal an einen Baum pinkeln. Alle Bewährungsauflagen wie 120 Stunden gemeinnützige Arbeit, ein halbes Jahr Sozialtraining, Drogenberatung, jede Polizeikontrolle - alles muss jetzt glatt laufen.

„Da ist keine Luft mehr. Wenn etwas passiert, wird die Bewährung sofort widerrufen“, sagt Ziehn. Sie glaubt trotz der Unzahl von Vergehen und der Gewaltbereitschaft des Mannes an den Erziehungseffekt der U-Haft. Dem Ermittlungsleiter der Polizei fehlt dafür schon der Glaube.

Mohammed K. ist umgänglich, einsichtig, zuverlässig - wenn er alleine ist. Das haben mehrere Zeugen, selbst die von ihm übelst beleidigte Polizei bestätigt. Er hat sich unter vier Augen mit dem getretenen Opfer ausgesprochen und ihm erklärt, warum. „Ich dachte, Du wärst Deutscher, hat er gesagt“, erzählt das Opfer.

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