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Mentor sucht Leselernhelfer

Auf der Horst Mentor sucht Leselernhelfer

Der Verein Mentor, die Leselernhelfer engagiert sich ehrenamtlich für Kinder, die Lesehilfe brauchen. Das können in Garbsen 30 bis 50 Prozent je Klasse sein. Rund 60 Leselernhelfer sind es an 14 Garbsener Schulen – zu wenig.

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Lektüre leichtgemacht: Lieselotte Gras liest mit Sandra und Ferhat in der Saturnringschule.

Quelle: Bernd Riedel

Garbsen. „Jedes Kind hat 20 Minuten.“ Das ist nicht etwa ein Ultimatum. Es sind Länge und Breite des Zeitfensters, in dessen Grenzen sich ein Kind im Alter von acht oder zehn Jahren auf eine Anforderung wie das Lesen in deutscher Sprache erfolgreich konzentrieren kann. Lieselotte Gras ist auch nicht die Frau, die Ultimaten stellt oder überhaupt ungeduldig wird. Als Leselernhelferin des Vereins Mentor, dessen Koordinator in Garbsen Hans-Bernhard Bolewski ist, betreut sie seit November in der Saturnring-Schule Sandra (10) und Ferhat (8).

Wenn sie einen Raum in der Schule gefunden haben - es gibt keinen festen Platz, immer wieder ist es ein anderer - dann sucht sich eines der Kinder etwas aus den bereitstehenden Spielen aus und beschäftigt sich allein, während das andere mit Gras das Leben übt. Ferhat hat sich den Band „100 Wunder der Welt“ ausgesucht. Sandra liest in einem Märchenbuch, in dem so schwierige Worte wie Prinzessin und Schwiegermutter vorkommen. Nach 20 Minuten wird getauscht.

Die Kinder haben sich vollkommen auf die Idee des abwechselnden Spielens und Lesens eingelassen. Sie nehmen die Hilfe gern an. Und sie hat etwas bewirkt: Die Kinder haben seit Beginn vor einem halben Jahr gute Fortschritte gemacht. Sie betonen schwierige Worte jetzt richtig und zeigen so, dass sie auch verstehen, was sie lesen.

Offenbar genügt es, dass sich jemand wie Lieselotte Gras ein wenig Zeit für sie nimmt, um mit ihnen den schwierigen Weg über die harten Treppenstufen der deutschen Sprache zu gehen. Stures Pauken oder Abfragen sei dabei weder nötig noch zielführend, sagt Bolewski. Gras ist mit ihm einer Meinung: „Man darf da nicht didaktisch herangehen. Das sollte man besser lassen.“ Oft werde das Interesse durch Bilder geweckt und so ein leichterer Zugang zum Text gefunden.

Können solche Kinder auch schwierig sein? „Ich habe noch nie schwierige Kinder gehabt. Sie sind immer respektvoll gewesen“, sagt Gras. Das könnte aber auch am Auftreten der Mentorin liegen: Sie geht ihrerseits respektvoll mit den Kindern um - entspannt, geduldig und niemals drängelnd.

Mentor ist seit zwölf Jahren in der Region Hannover mit rund 1600 Helfern aktiv. Ein Mentor setzt sich mit einem Kind ein- oder zweimal pro Woche zusammen, um das Lesen zu trainieren. Wer Kinder beim Lesen unterstützen möchte, meldet sich bei Hans-Bernhard Bolewski unter Telefon (05131) 4359939 oder per E-Mail an bolewski@freenet.de. Kontakt ist auch über das Büro in Hannover, Telefon (0511)60065775, möglich.

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