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Mordauftrag nicht nachweisbar

Garbsen/Verden Mordauftrag nicht nachweisbar

Freispruch für vier von fünf Angeklagten im Verdener Prozess um einen mutmaßlichen Auftragsmord: Die Staatsanwaltschaft hat die Segel streichen müssen, weil es nicht gelungen war, vier Männern aus zwei jesidischen Familien die Beteiligung an einem Mordversuch nachzuweisen

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„Es ist kein Freispruch wegen erwiesener Unschuld“, betonte Richter Stronczyk.

Quelle: Symbolbild

Garbsen. Einzig der 33-jährige Angeklagte aus Garbsen bleibt in Haft - und weiter vor Gericht.

Die 1. Große Strafkammer des Landgerichts Verden ist überzeugt, dass die beiden Familien dem Garbsener den Auftrag zur Ermordung eines Nienburger Geschäftsmannes erteilt haben, kann es aber nicht beweisen. Die Anklage hatte sich auf Aussagen des Garbseners gestützt. Der gebürtige Rumäne hatte anfangs gestanden, später widerrufen. Die vier freigelassenen Männer hatten beharrlich geschwiegen.

Staatsanwaltschaft und Strafkammer sind überzeugt, dass Nicolae S. dem Geschäftsmann am 7. Dezember 2014 aufgelauert und aus nächster Nähe geschossen hatte. „Fest steht auch, dass die Liebesbeziehung des Opfers zu einer verheirateten Frau der Grund war. Es ging bei diesem Anschlag darum, die Familienehre wiederherzustellen“, sagte die Staatsanwältin Annette Marquardt.

„Der Auftrag kam aus dem Umfeld der Familie der Frau. Es konnte aber nicht festgestellt werden, ob und wie konkret die vier Angeklagten daran beteiligt gewesen sind“, sagte der Vorsitzende Richter Volker Stronczyk.

Der Geschäftsmann, der die Tat überlebt hat, ist aufgrund schwerer psychischer Folgen nicht in der Lage, vor Gericht auszusagen. Seine Geliebte lebt wieder mit ihren Kindern bei den Familien und hatte die Aussage vor Gericht verweigert.

„Es ist kein Freispruch wegen erwiesener Unschuld“, betonte Richter Stronczyk. „Sollte die Öffentlichkeit der Ansicht sein, dieser Ausgang sei unbefriedigend: Auch der Kammer geht es so“, betonte Stronczyk. Für die mehrmonatige Untersuchungshaft werden alle vier Angeklagten finanziell entschädigt. Der Prozess gegen den Garbsener wird am 19. Januar fortgesetzt.

Von Wiebke Bruns

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