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Morgen ist Schluss im Badepark

Berenbostel Morgen ist Schluss im Badepark

Viele Schwimmer sind traurig und wütend: Das Freibad in Berenbostel schließt nach dem kommenden Wochenende. Das Thema ist vielfach diskutiert worden, eine Lösung der Bäder-Frage ist indes nicht in Sicht.

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Einige Schwimmer nutzen die letzten Tage der Freibadsaison. Flicke

Quelle: Carmen Flicke

Garbsen. Im Sommer 1971 ist das Freibad in Berenbostel eröffnet worden, ein halbes Jahr später, Anfang 1972, folgte das Hallenbad. Damit war der Badepark komplett - und jetzt ist sein Ende gekommen. Das Hallenbad ist schon geschlossen, am Sonntag hat das Freibad zum letzten Mal geöffnet. Technik und Hallenbadgebäude sind nach mehr als 45 Jahren marode und nicht mehr zu retten. Auch das Freibad muss grundsaniert werden. Wie es weitergeht, ist unklar. Die Fraktionen streiten sich noch - auch über eine Zeitungsanzeige des Bürgermeisters.

Die Stimmung unter den Besuchern des Badeparks war in den vergangenen Tagen angespannt: Enttäuschung, Missmut, Unverständnis und Frust scheinen viele Schwimmer mit sich zu tragen. Viele sind noch einmal gekommen, zum Abschied, schwimmen ihre Bahnen, wie sie es fast täglich getan haben. In den vergangenen Tagen, als es regnete, waren es nicht so viele, am Freitagvormittag dagegen waren trotz niedriger Temperaturen schon am Vormittag rund 50 Gäste da. „Die Stadt hat versäumt, das Becken instand zu halten“, meint Mario Stahlmann. „Nun müssen wir darunter leiden.“ Er könne die Schließung nicht nachvollziehen, und wenn sie denn sein müsse, „kann dann nicht das Freibad so lange in Betrieb bleiben, bis das neue Bad gebaut ist?“, fragt er. Renate Rohde hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. „Wir kämpfen bis zum Schluss“, sagt sie. Der kürzlich gegründete Freundeskreis zum Erhalt des Badeparks organisiert eine Protestaktion für morgen, 17 Uhr, im Freibad.

Von Carmen Flicke und Bernd Riedel

Kommentar: Es fehlt ein Moderator

Ob der Bürgermeister eine Anzeige schalten durfte, ob die SPD angemessen darauf reagiert hat – das sind nicht die Fragen, die sich Garbsen stellen sollte. Es mangelt an einem Moderator in der großen, emotionsbeladenen Diskussion um die Zukunft der Badelandschaft in Garbsen, das ist in diesen Tagen deutlich geworden. Ein solcher wäre nötig für einen Prozess, der mehr Zeit braucht als die Spanne vom 8. September (Sitzung der Arbeitsgruppe Bäder) bis zum 12. Oktober (Sitzung des Rates der Stadt). Bürgermeiser Christian Grahl hat sich früh sehr deutlich positioniert. Das durfte er, aber als Moderator fällt er aus. Wer macht es dann?

Der Zeitaufschub über die Sommerpause hinweg hat keinen positiven Effekt gehabt, eher einen negativen, und jetzt wird deutlich: Der Zeitdruck besteht nach wie vor. Die Diskussion kann gar nicht in ruhigere Bahnen kommen, weil es immer noch an nachrechenbaren Kostenaufstellungen unterschiedlicher Varianten mangelt.

Also, wer wagt es zuerst zu sagen, dass die Zeit bis zum 12. Oktober zu kurz ist?

Stimmen zur Schließung:

"Ich könnte jeden Tag weinen. Ich bin in der Gruppe, die für den Erhalt des Bades kämpft. Es ist schade, dass die Argumente nicht gehört werden. Die Kosten für das neue Bad werden höher als 14 Millionen sein."

Wolfgang Hohmeyer (71), Garbsen-Mitte

"Durch die Schließung wird es bei uns in der Hauptschule keinen Schwimmunterricht mehr geben. Wir schaffen es nicht nach Garbsen-Mitte. Viele Fünftklässler können nicht schwimmen. Es wäre wichtig."

Bülent Kis (39), Hannover

"Ich komme seit 40 Jahren her. Es wird oft von geringeren Besucherzahlen geredet, dabei sind die Öffnungszeiten nicht mehr benutzerfreundlich. Die neuen Zeiten im Hallenbad gehen gar nicht."

Dietlinde Schaper (84), Berenbostel

"Ich bin fast immer da – bei Regen und Sonnenschein. Langsam findet man sich mit der Schließung ab, aber ich verstehe es nicht. Man könnte das Schwimmbad erhalten. Das Becken ist doch toll."

Christina Warda (49), Berenbostel

"Ich finde, das Bad muss erhalten bleiben. Es braucht nur vier Monate offen zu sein. Ich würde auch mehr zahlen. Ich möchte nicht auf einer Wiese bei der A2 liegen. Die Wasserfläche wäre dort auch zu klein."

Heidrun Zielinski (53), Berenbostel

"Ich finde, dieses Bad kann erhalten werden. Die Kosten können wir zwar nicht beurteilen, aber ich finde, es sollten die Lehrer, Elternvertreter und Schulen sich einsetzen. Der Schwimmunterricht ist so wichtig."

Jürgen Fabich (67), Osterwald

Von Bernd Riedel

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Von Redakteur Bernd Riedel

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