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Muslime sagen Willkommen

Auf der Horst Muslime sagen Willkommen

Jeden Tag kommen 1000 Flüchtlinge nach Niedersachsen, viele sind muslimischen Glaubens. Am Donnerstag wird die Stadt Garbsen das erste Notquartier belegen müssen. Beteiligt sich die Moschee der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs an der Sandstraße an der Hilfe für Flüchtlinge? Diese Frage hätten die Muslime Besuchern gerne beim Tag der offenen Tür am Sonnabend beantwortet, doch die Resonanz war verhalten.

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Orhan Akdag (rechts) und Yasin Savci diskutieren mit Pastorin Renate Muckelberg von der Willehadi Gemeinde Berührungspunkte von Islam und Christentum.

Quelle: Lütjens

Auf der Horst. Dabei hatten die Männer, Frauen und Jugendlichen sich viel Mühe gemacht, gebacken, Tee zubereitet, Rosen mit Aussagen des Propheten Muhammad versehen und ein umfangreiches Programm vorbereitet. Yasin Savci, ein junger Mann aus der Gemeinschaft, informierte Besucher über Entstehung, Grundlagen und Säulen des Islam.

In der Moschee wird neben dem Koran auch Deutsch unterrichtet und Hausaufgabenhilfe für rund 170 Kinder erteilt. Der Gemeinschaft ist wichtig, Kinder und Jugendliche in Religion und Kultur zu bestärken, damit sie nicht auf Abwege geraten. Sie kümmert sich auch um Familien und Verstorbene, die entweder hier oder in der Türkei beigesetzt werden. Hilfe passiert also, aber außerhalb des Garbsener Helfernetzwerkes Willkommen.

Zum Opferfest in der vergangenen Woche haben Mitglieder Flüchtlingen rituell geschlachtetes Fleisch gebracht, außerdem Medikamente, Kleidung und Malsachen für Kinder. Es ist Gesetz im Islam, Bedürftigen zu geben, wenn man es sich leisten kann. Jede Gemeinde innerhalb der bundesweiten Gemeinschaft soll eine Patenschaft für eine Flüchtlingsfamilie übernehmen. „Wir können nicht die Welt retten, aber einzelnen Menschen helfen“, sagte Savcin.

Die Gemeinschaft ist auch öffentlich präsent, beispielsweise mit Info-Ständen, beim Fest der Vereine und dem Tag der Begegnung. Dieser soll dazu dienen, um sich kennenzulernen und Vorurteile abzubauen, sagte Orhan Akdag, Ratsherr und Mitglied im Integrationsbeirat. „Angst vor fremder Kultur führt zu Vorurteilen“, sagt Akdag. Mit Pastorin Renate Muckelberg von der Willehadigemeinde diskutierten er und Savcin über Parallelen in Islam und Christentum.

Gemeinschaft lehnt Gewalt ab

Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) wurde 1981 zunächst als Islamische Union gegründet. In Garbsen gehören ihr rund 100 Mitglieder an. Mit etwa 31?000 Mitgliedern bundesweit, davon 2600 in Niedersachsen, ist sie die größte islamische Organisation in Deutschland. Nach Angaben des niedersächsischen Verfassungsschutzes gilt die IGMG zwar als Sammelbecken unterschiedlicher religiöser und politischer Positionen, ist aber kaum noch dem extremistischen Spektrum zuzuordnen. Als legalistisch-islamistische Organisation sei die IGMG bestrebt, ihre Ziele im rechtlichen Rahmen des Staates umzusetzen. Gewalt lehnt die Gemeinschaft ab. Sie vertritt die Position, dass die Scharia nicht politisch, sondern religiös sowie als Orientierung für die eigene Lebensführung zu verstehen ist.

Von Anke Lütjens

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