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In Oberende schließt das letzte Geschäft

Garbsen In Oberende schließt das letzte Geschäft

Osterwald Oberender und Heitlinger haben ihre letzte Möglichkeit verloren, mal eben schnell einkaufen zu gehen. Der NP-Markt ist seit dem 16. April geschlossen. Die Edeka-Tochter hatte dort über Jahre Verluste eingefahren.

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Lange angekündigt, jetzt vollzogen: Der NP-Markt in Osterwald Oberende ist seit Sonnabend geschlossen.

Quelle: Markus Holz

Osterwald. Der Einschnitt war absehbar, kam aber ein, zwei Jahre eher als erwartet. Edeka-Expansionsleiter Heino Schmidt hatte 2011 schon angedeutet, dass das Geschäft wackelt. Damals ging es um den Neubau des Edeka-Marktes in Unterende und die Schließung des dortigen NP-Marktes.

In diesem Jahr hätte Edeka den Mietvertrag verlängern müssen. Sie hat es nicht getan wegen der eher "homöopathischen Umsätze", sagt Schmidt. Ein zweiter Grund ist die Eröffnung von Aldi und Lidl 2014 und 2015 an der Osterwalder Straße - für einige Kunden sicher die bevorzugte Anlaufstelle auf dem Weg nach Hause. "Das hat den Druck noch erhöht", sagt Schmidt und nennt einen dritten Grund: Der NP-Markt misst 400 Quadratmeter; auf so kleiner Fläche sei selbst ein optimiertes Vollsortiment nicht unterzubringen. "Solche kleinen Läden funktionieren an Flughäfen und Bahnhöfen, wo Frequenz ist, aber nicht mehr auf dem Land", sagt Schmidt.

Mit dem NP-Markt haben Oberender und Heitlinger die letzte Möglöichkeit verloren, um die Ecke einkaufen zu gehen. "Das wird die Ältesten treffen, die kein Auto und kein Rad mehr fahren und die auch nicht mehr in einen Bus einsteigen. Für diese Menschen ist das nicht witzig", sagt Karin Krompholz vom Sozialverband Osterwald Oberende, "da müssen dann die Angehörigen einspringen", sagt Krompholz - oder Nachbarn und Freunde. Ortsbürgermeister Jürgen Haase hält die Schließung für "äußerst bedauerlich", hat aber noch keine Idee, wie das Defizit aufzufangen wäre.

Der Einzelhandel konzentriert sich jetzt in der Dorfmitte um den Gießelmannhof (Aldi) und in Richtung Unterende (Edeka). Die SPD hat auf die Schließung politisch reagiert: Sie sieht eine "gravierende Verschlechterung" der Versorgungslage in Oberende und Heitlingen. Die Schließung stehe in krassem Widerspruch zum Versprechen der Edeka, den Markt geöffnet zu lassen. "Wieder einmal haben offensichtlich rein wirtschaftliche Interessen die Grundlagen der sozialen Marktwirtschaft verdrängt", schreibt die SPD Osterwald-Heitlingen. Verwaltung und Politik seien aufgefordert, sich für Alternativen zu engagieren.

Den Vorwurf weist Schmidt entschieden zurück. "Nach kaufmännischen Kriterien hätten viel eher schließen müssen. Wir haben das Geschäft offen gelassen, obwohl es seit Jahren defizitär läuft, weil wir wissen, welche Bedeutung es für Oberende hat", sagt Schmidt.

Die rund zehn Festangestellten und Teilzeit-Mitarbeiter sind bis auf eine Ausnahme Edeka-intern in neue Jobs übernommen worden. Einige wenige haben sich eine neue Arbeit gesucht, sagt Schmidt.

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Von Redakteur Markus Holz

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