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Nabu hilft den Kröten sicher über die Straße

Garbsen Nabu hilft den Kröten sicher über die Straße

Entlang der viel befahrenen Straßen in Garbsen haben Helfer des Naturschutzbundes (Nabu) auf einer Länge von 4000 Metern Krötenzäune aufgestellt. Sie sollen Amphibien vor dem Tod im Straßenverkehr bewahren. Außerdem gilt ein Tempolimit von 30 bis 50 Stundenkilometer - an das sich aber nicht jeder hält.

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"Hier besteht Lebensgefahr für die Helfer": Der Nabu-Vorsitzende Waldemar Wachtel kritisiert, dass sich viele Autofahrer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten.

Quelle: Gerko Naumann

Garbsen-Mitte. Bevor der Nabu-Vorsitzende Waldemar Wachtel den Acker an der Gutenbergstraße betritt, streift er sich Handschuhe über. "Das ist wichtig, weil auch Amphibien Viren und Bakterien am Körper haben können, die Krankheiten übertragen", sagt er. Dann stapft er durch die vom Regen tiefe Erde und sieht sich einen Eimer nach dem anderen entlang des langen, grünen Zauns an.

In diesen Eimern sammeln die freiwilligen Helfer des Nabu jedes Jahr um diese Zeit Tausende Amphibien. Das sind vor allem Erdkröten (wissenschaftlicher Name: Bufo bufo), aber auch die streng geschützten Knoblauchkröten und Kammmolche. Sobald es draußen wieder 8 bis 10 Grad warm wird, wachen die aus ihrer Winterstarre auf und begeben sich auf den Weg zu ihren gewohnten Laichplätzen. Leider überqueren sie auf dieser Reise oft viel befahrene Straßen - und genau da kommen die ehrenamtlichen Naturschützer mit ihren grünen Zäunen ins Spiel.

An denen ist etwa alle drei Meter ein Eimer eingegraben. Dort hinein fallen die Amphibien auf ihrem Weg zum ersehnten Gewässer. "Wir befreien sie zweimal am Tag und bringen sie sicher über die Straße", erklärt Wachtel. Ziel sind zum Beispiel Regenrückhaltebecken oder Seen, an denen sich die Tiere dann in Ruhe vermehren können. Die Eimer sind mit Stroh und Laub gefüllt, damit die Kröten und Molche nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind. "Sonst wären sie leichte Beute für Rabenkrähen und Waschbären", sagt Wachtel.

Die größte Gefahr sind aber nicht andere Tiere, sondern der Straßenverkehr, sagt Wachtel. Deshalb hat der Nabu in Absprache mit der Stadt eine Geschwindigkeitsbegrenzung in der Nähe der Krötenzäune durchgesetzt - mal sind es 30, meist 50 Kilometer pro Stunde. Aus Sicht der Naturschützer ignorieren aber viele Auto- und vor allem Lastwagenfahrer die dazu eigens aufgestellten Verkehrszeichen. "Wenn die Lastwagen hier mit überhöhter Geschwindigkeit vorbeifahren, werden die Zäune vom Fahrtwind aus der Verankerung gerissen", berichtet Wachtel. Deshalb appelliert er an alle Autofahrer, während der Krötenwanderung langsamer zu fahren.

Zahl der Mitglieder steigt

In Garbsen verzeichnet der Nabu weiter steigende Mitgliederzahlen. Mehr als 700 Menschen fördern den Umweltschutz oder engagieren sich selbst. Deutschlandweit sind es mehr als 590.000 Mitglieder. "Von solchen Zahlen können die großen Volksparteien nur träumen. Wir sind der größte flächendeckende Verband in Deutschland", sagt Waldemar Wachtel, der außer in Garbsen auch Vorsitzender des Nabu in der Region Hannover ist.

Der Erfolg in Garbsen beruht vor allem auf der guten Nachwuchsarbeit, betont Wachtel. Ehrenamtliche Helfer der Umweltschützer sind regelmäßig in Kindergärten und Schulen zu Gast, um den Jungen und Mädchen die Liebe zur Natur näherzubringen. "Wir basteln mit den Kindern Vogelhäuschen, machen Fledermaus-Exkursionen und Baumbestimmungen im Wald", berichtet Wachtel.

Wer sich für die Arbeit des Nabu interessiert, kann zu den monatlichen Veranstaltungsabenden kommen. Sie beginnen an jedem dritten Donnerstag im Monat um 19 Uhr im Kulturhaus Kalle in Havelse, An der Feuerwache 3-5.

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Von Gerko Naumann

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