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Georg Elser hätte fast den Krieg verhindert

Garbsen/Serie Namenspatrone Georg Elser hätte fast den Krieg verhindert

Früher heiß die Hauptschule in Berenbostel Georg-Elser-Hauptschule. Das ist Geschichte. Jetzt bildet sie zusammen mit der ehemaligen Realschule die neue Oberschule. Namenspatron Elser sollte dennoch nicht in Vergessenheit geraten. Warum? Die Serie "Namenspatrone in Garbsen" hat die Antwort.

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Mit Beginn des Schuljahres 2017/2018 wird die Georg-Elser-Hauptschule aufgelöst und gemeinsam mit der Realschule Berenbostel unter dem Dach der neuen Oberschule Berenbostel weitergeführt.

Quelle: Archiv

Berenbostel. Wer war Georg Elser, der Mann, der am 8. November 1939 mit einem geplanten Attentat auf Hitler und seine Führungsspitze beinahe den Zweiten Weltkrieg verhindert hätte? Im Foyer der ehemaligen Georg-Elser-Hauptschule hängen Tafeln mit Erläuterungen zu dem Anschlag im Münchener Bürgerbräukeller und zum Leben von Georg Elser. Auch einige Fotos sind dabei. Elser wollte mit dem Attentat den Zweiten Weltkrieg verhindern. Doch das scheiterte. Die gebaute Zeitbombe explodierte zwar, sie tötete acht Menschen und verletzte 63 weitere - aber Hitler und sein Stab waren nicht darunter.

Der Dikator hatte den Bürgerbräukeller genau 13 Minuten vor der exakt geplanten Explosion verlassen. Grund war, dass sein Rückflug nach Berlin wegen Nebels ausgefallen war und er stattdessen auf einen Sonderzug ausweichen musste. Er redete kürzer als geplant und verließ den Bürgerbräukeller früher als erwartet.

Ein lange geplantes Attentat

Elser war spätestens seit dem Münchener Abkommen vom 30. September 1938 davon überzeugt, dass Hitler einen neuen Krieg plante und nur seine Ermordung das verhindern könnte. Daher begann er, den Bombenanschlag zu planen. Die Kenntnisse dafür erwarb der damals 36-Jährige durch seine Arbeit in Uhrenfabriken und als Reparateur von Uhren im Bodenseeraum. Dynamit und Sprengkapseln stahl Elser bei seiner Arbeit in einem Steinbruch. Die Zeitbombe baute der gelernte Schreiner in eine Säule direkt hinter dem Rednerpult ein.

Nach dem gescheiterterten Anschlag wollte Elser noch am selben Abend über Konstanz in die Schweiz fliehen - wurde aber vom deutschen Zollgrenzschutz festgenommen. Er hatte sich verdächtig gemacht, weil seine Grenzkarte abgelaufen war und seine Tasche unter anderem eine Ansichtskarte des Bürgerbräukeller sowie Teile des Zünders enthielt. Außerdem trug er ein Abzeichen des Rotfrontkämpferbundes.

Gefangenschaft im KZ

Der Friedenskämpfer wurde in München und Berlin von der Gestapo verhört. Ohne Gerichtsverfahren wurde er in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau gefangen gehalten. Auch seine Schwester und ihr Mann wurden verhaftet, der Sohn in ein Kinderheim gebracht. Am 9. April 1945 wurde Georg Elser mit einem Genickschuss hingerichtet, seine Leiche anschließend verbrannt.

Elser wurde am 4. Januar 1903 im württembergischen Hermaringen als uneheliches Kind geboren. Seine Mutter, Maria Müller, heiratete ein Jahr später den Holzhändler und Landwirt Ludwig Elser. Nach einer abgebrochenen Lehre als Dreher begann Georg Elser eine Ausbildung zum Schreiner. Er war als Bau- und Möbeltischler tätig und arbeitete in Uhrenfabriken.

Namenspatrone: Wer war eigentlich Willehad? Und welche Verdienste haben Wilhelm Langrehr und Heinz Priebe, dass Stadion und Sporthalle nach ihnen benannt sind? Manche Namenspatrone von Kirchen, Schulen und anderen Gebäuden sind der Öffentlichkeit kaum noch bekannt. Die Serie der Lokalredaktion Garbsen will Abhilfe leisten. Heute: Georg Elser.

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Fotostrecke Garbsen: Georg Elser hätte fast den Krieg verhindert

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