Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -4 ° Nebel

Navigation:
Netzwerk der Stasi-Opfer tagt in Garbsen

Garbsen Netzwerk der Stasi-Opfer tagt in Garbsen

Das Netzwerk der SED- und Stasi-Opfer hat im Rathaus in Garbsen getagt. Grund: Die Sprecher bereiten eine Anhörung vor, die im Mai und Juni vor der Enquetekommission des niedersächsischen Landtags zur Aufarbeitung der Machenschaften der Stasi stattfinden soll.

Voriger Artikel
Bigum: Neue Hoffnung auf Lärmreduzierung A2
Nächster Artikel
Jugendberufsagentur will enge Kooperation mit Schulen

Spendenübergabe (von links): Volker Hilgert, Jürgen Rittahner, Gernot Preuß, Kulturamtsleiter Uwe Witte, Hartmut Büttner und Klaus Rössler.

Quelle: Bernd Riedel

Garbsen-Mitte.  "Das ist unsere allerletzte Chance, auch auf Bundesebene mehr Gehör zu finden", sagte Hartmut Büttner, Netzwerk-Koordinator und Sachverständiger in der Enquetekommission. Büttner, früher selbst ins Visier der Stasi geraten, hatte die umfangreiche Stasi-Tätigkeit in Garbsen aufgearbeitet, zuletzt in der Broschüre "Der lange Arm der Stasi reichte bis nach Garbsen" - und nach seinen Worten gibt es da noch viel aufzuarbeiten. Den Überschuss aus dem Verkauf des Büchleins (die meisten Exemplare wurden verschenkt) haben er und Kulturamtsleiter Uwe Witte am Montag dem Netzwerk gespendet: 360 Euro. "Alle unsere Zeitzeugen-Gespräche finanzieren wir aus eigener Tasche, es gibt kein Geld dafür", sagte Gernot Preuß, über den als Fluchthelfer eine Zuchthausstrafe verhängt wurde. Die Spenden würden Stasi-Opfern zur Verfügung gestellt, die finanzielle Unterstützung dringend bräuchten. "Da helfen auch kleine Beträge", sagte Preuß.

Zwei Hauptpunkte beschäftigen das Netzwerk, sagte Büttner: Anerkennung der Haftfolgeschäden und Ungerechtigkeiten bei der Rente. Die Schere zwischen dem, was Täter nach dem Rentenrecht beanspruchen dürfen, und dem, was Opfern zugestanden werde, sei sehr groß. "Nach dem geltende Rentenrecht kommen die Täter besser weg als die Opfer", sagte Volker Hilgert. Anders ausgedrückt - und in diesen Worten zeigt sich das Absurde der Situation: "Den Opfern würde es helfen, wenn die DDR heute noch existierte", sagte Büttner. In diesen beiden Punkten wollen die Netzwerker vor der Enquetekommission weiterkommen.

Die Sprecher, die unterschiedliche Schicksale verbindet, lobten die Garbsener Veranstaltungsreihe im vergangenen Jahr zur 25. Wiederkehr des Mauerfalls. Es sei ihnen keine Stadt bekannt, die derart umfang- und facettenreich über diesen Jahrestag und seine  historische Einordnung informiert habe, unterstrichen Volker Hilgert, Jürgen Rittahner, Gernot Preuß, Klaus Rössler und Hartmut Büttner. Die Stadt Garbsen hatte das Jubiläum zum Anlass genommen, die Partnerschaft mit der Stadt Schönebeck in Sachsen-Anhalt zu intensivieren, hatte eine Ausstellung, die später auch in arabischer Sprache gezeigt wurde, symbolische Baumpflanzungen und Konzerte organisiert. Vor allem die Aktivitäten des Johannes-Kepler-Gymnasiums seien beeindruckend gewesen, sagten die Sprecher: 680 Schüler aller Jahrgänge beschäftigten sich in Gruppen mit Themenkreisen aus der ehemaligen DDR. Mehrere ausführliche Zeitzeugen-Gespräche, zum Beispiel mit Rainer Eppelmann, Lesungen und Konzerte, etwa mit dem ostdeutschen Liedermacher und  Regimegegner Stephan Krawczyk, gehörten zum dreitägigen Projekt-Programm.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6smafzvmx8i1n5u4lchw
Baumschmuck von Kinderhand

Fotostrecke Garbsen: Baumschmuck von Kinderhand

Lebensart-Garbsen

Viele interessante Informationen, Adressen und Unternehmen aus Hannovers Nachbarort finden Sie im innovativen Netzwerk "Lebensart Garbsen". mehr