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Neue Flüchtlingsunterkunft: Schule ist auf den Kopf gestellt

Berenbostel Neue Flüchtlingsunterkunft: Schule ist auf den Kopf gestellt

Garbsens erste große Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge ist fertig. Innerhalb von drei Wochen haben Stadt, Servicebetriebe, Haustechniker, Handwerker und DRK in der Förderschule am Hespe eine Notfallunterkunft geschaffen.

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Besuch im neuen Flüchtlingsquartier: Rund 60 Interessenten schauen sich den umgebauten Räumen um. Die Sporthalle der Förderschule am Hespe ist mit einem Holzfußboden ausgelegt. Hier sollen etwa 48 Menschen einziehen.

Quelle: Markus Holz

Garbsen. Am Donnerstag, 8. Oktober, kommen die ersten 20 Bewohner. 92 hätten dort insgesamt Platz. Guram Alibegashvili vom DRK-Fachbereich Soziale Dienste zieht seinen Hut vor dem, was die Stadt am Hespe geschaffen hat. Der Boden der Turnhalle ist mit Holzplatten ausgelegt, das ist nicht üblich. Ehemalige Naturwissenschaftsräume sind umfunktioniert zu einer Küche. Neue Wände sind gezogen, neue Elektrik ist verlegt. Die Schule ist auf den Kopf gestellt. Dennoch ist alles so organisiert, dass das Gebäude innerhalb von drei bis vier Wochen wieder Schule werden könnte. Sozialdezernentin Iris Metge plant, die Unterkunft bis zum Jahresende zu belegen. Angesicht der neuen Prognosen über die Flüchtlingszahlen dürfte hinter dem Plan aber ein Fragezeichen stehen. Das Heim wird betrieben vom DRK-Fachbereich Soziale Dienste. Metge und Alibegashvili hatten am Montag die Öffentlichkeit eingeladen, die Unterkunft kennenzulernen. Rund 60 Besucher nutzten die Chance, darunter einige Vertreter aus Politik und Kirchen. Das Betreuungskonzept obliegt dem DRK: Heimleiterin wird Brigitte Kessmer. Ihr zur Seite steht Sozialarbeiterin Chantal Kasteinke. Der zweite Sozialarbeiter wird dann ein Mann. „Wir entscheiden das, wenn wir wissen, woher die Flüchtlinge kommen und wer aus unseren Teams am besten passen könnte“, betont Guram Alibegashvili. 80 Prozent der Flüchtlinge sind derzeit Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren.

Rund 60 Besucher sehen sich die neue Unterkunft an

Die Förderschule ist derzeit zweigeteilt. Abgeschirmt von den Räumen für Flüchtlinge werden Kinder in einer Krippe und in drei Hortgruppen betreut. Träger der Krippe ist das DRK, Träger des Hortes ist der Paritätische Verein für Jugendwohlfahrt Berenbostel. Die Eingänge zu diesen Gruppen liegen separat. Hans-Gert Kalt, Vorsitzender des Paritätischen Vereins, hatte kurzfristig von den Plänen der Stadt erfahren. Am Montag haben er und die Stadt Eltern der Hortkinder informiert.

Die Unterkunft selbst hat drei Bereiche: Die Turnhalle mit Gemeinschaftsküche und Sanitäranlagen für 48 Menschen; das Foyer mit Spiel- und Aufenthaltsbereich; die Klassenräume für Wohngruppen mit insgesamt 44 Personen und einer zweiten Küche. Das DRK hat den Einbau der Küchen sehr begrüßt. Die Flüchtlinge werden nicht bekocht, sie versorgen sich selbst. Sie werden einkaufen, kochen, Küchen und Geschirr selbst sauber halten. „Das bringt einen ganz anderen Rhythmus in den Tag, als wenn ich hier sitze und auf drei Mahlzeiten warte“, sagt Guram Alibegashvili. „Und es hat sich gezeigt, dass Einkaufen und sich Kümmern ein erster wichtiger Schritt in der Integration ist.“ Alibegashvili ist Fachleiter für den Bereich Soziale Dienste beim DRK Region Hannover. Der Verband hat den Betrieb von 17 Einrichtungen mit rund 2000 Menschen übernommen.

Offenbar ein Muss für größere Gemeinschaftsunterkünfte ist ein Sicherheitsdienst. Er hat sein Büro am Schuleingang. Tagsüber ist er mit einem Mitarbeiter besetzt, nachts mit zwei.

Die Stadt, sagt Sozialdezernentin Iris Metge, sei vorbereitet. „Es sind ja nicht die ersten Flüchtlinge, die morgen kommen. Es ist nur unsere erste große Gemeinschaftsunterkunft.“

Helfer suchen neue Helfer

Das DRK und die Johanniter haben sich mit einem Appell an die Öffentlichkeit gewandt: Beide Verbände suchen Ehrenamtliche für die Flüchtlingsbetreuung und bitten Arbeitgeber um Freistellungen. Allein beim DRK Niedersachsen waren in den vergangenen Wochen 3500 Mitglieder im Einsatz. Das DRK sieht sich in der Anfangsphase des wohl größten Hilfeleistungseinsatzes seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Einsatzgebiete für Ehren- und Hauptamtliche sind vielfältig. Die Johanniter zum Beispiel suchen Arzthelfer, Rettungssanitäter, Erzieher, Kinderpfleger und mehr, auch Dolmetscher. Wer seinen Teilzeitjob aufstocken will, findet ebenfalls Möglichkeiten bei den Hilfsorganisationen. Auf johanniter.de/karriere sind offene Stellen gelistet. Beim DRK sind Christa Möller, Telefon (05 11) 3 67 11 58, und Petra Renziehausen, Telefon (0511) 3 67 11 52, zuständig.

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Von Redakteur Markus Holz

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