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Neues Holzwindrad in Garbsen dreht sich noch immer nicht
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Garbsen Neues Holzwindrad in Garbsen dreht sich noch immer nicht

Der TimberTower, das große Holzwindrad in Garbsen an der A2, steht immer wieder still. Das Rad ist Teil eines Forschungsprojektes und befindet sich derzeit noch in der sechsmonatigen Testphase.

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Bundesumweltminister Peter Altmaier und der noch amtierende Ministerpräsident David McAllister im Dezember bei der Eröffnung des TimberTower in Garbsen.

Quelle: dpa

Garbsen. Stolz reckt sich der TimberTower im Westen Hannovers in die Höhe. Das weltweit einzige Hochleistungswindrad mit Holzturm bringt es auf die stattliche Höhe von 100 Metern. Doch auch bei Wind dreht sich am Generator in der Spitze: nichts. „Das wird auch im nächsten halben Jahr häufig so sein“, bedauert TimberTower-Forschungsleiter Holger Giebel.

Bei der Eröffnung im Dezember hatte sich kurz vor der Landtagswahl noch viel Prominenz mit dem Turm gefeiert. Bundesumweltminister Peter Altmaier und Ministerpräsident David McAllister ließen es sich nicht nehmen, vor 400 Gästen den roten Knopf für das 5,5 Millionen Euro teure Projekt zu drücken. Schließlich war Wahlkampf, da macht es sich immer gut, wenn Politiker demonstrativ etwas in Bewegung setzen. Doch nach den ersten Schaudrehungen am Eröffnungstag war Schluss am Himmel über Hannover. Der Stillstand fällt inzwischen immer mehr Menschen auf. Kein Wunder: Am Fuße des Windrads führen die A2 und die B6 vorbei, Hunderttausende Autofahrer passieren Hannovers prominentestes Windrad.

„Keine Sorge, es ist nichts defekt“, beschwichtigt Ingenieur Giebel: „Es gibt keinerlei technische Probleme.“ Allerdings dürfe an den TimberTower nicht der Maßstab eines konventionellen Windrads gelegt werden, das nur der Stromerzeugung dient. „Wir sind im Testbetrieb, und es ist ein Forschungsprojekt“, sagt Giebel. Der TimberTower soll den Beweis antreten, dass ein aus Holz gefertigter Windradturm den enormen Belastungen im Alltag trotzen kann.

Wenn das Experiment gelingt, soll das die Installation der umweltfreundlichen Stromgeneratoren vor allem auch in Entwicklungsländern und schwer zugänglichen Gebieten ankurbeln. Holz gibt es schließlich fast überall, und die Einzelteile des Holzturms lassen sich weitaus flexibler transportieren als die riesigen Betonröhren konventioneller Türme.

Wegen des Testbetriebs aber gibt es deutlich mehr Auflagen zur Überwachung der Standsicherheit und des Betriebs. Aktuell wird noch ein kompliziertes Brandwarnsystem mit Direktleitung zur Feuerwehr eingebaut, zusätzlich hat der Turm Spezialsensoren zum Erfassen von Materialbewegungen, Temperatur, Feuchtigkeit oder Windbelastung. Auch werden neuartige Techniken zur Erkennung von Eisbildung an den Rotoren angewendet.

„Die wissenschaftlichen Tests erfordern immer wieder Stillstandsphasen“, sagt Giebel. Nach Abschluss der halbjährigen Testphase sollten sich die Abläufe eingespielt haben. Danach könne der dauerhafte Betrieb starten. Die Mühlen der Wissenschaft mahlen zuweilen langsam - aber wenn es losgeht, könnte es überraschende Ergebnisse geben.

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HAZ-Redakteur/in Conrad von Meding

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