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Der Herr der Unterwasserwelt geht in Ruhestand

Garbsen Der Herr der Unterwasserwelt geht in Ruhestand

Er kennt jeden der 450.000 Kanalmeter unter Garbsen, jede Pumpe, jeden Graben. Norbert Linke, der Herr der Unterwasserwelt, war 24 Jahre der technische Leiter der Stadtentwässerung (SEG). Am Donnerstag ist der Bad Nenndorfer "aufgetaucht" und hat seine Schlüssel abgegeben - Ruhestand.

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Aufgeräumt: Norbert Linke verlässt nach 24 Jahren die Stadt und das Unternehmen SEG, das er selbst aufgebaut hat.

Quelle: Markus Holz

Garbsen. Man sieht nicht, was er und seine 16 Mitarbeiter leisten. Fast alles liegt unter der Erde. 450 Kilometer Regen- und Schmutzwasserkanäle, Rückhaltebecken, Pumpstationen, Druckleitungen nach Gümmerwald und Herrenhausen - ein hochgradig komplexes technisches Bauwerk. So lange es funktioniert, ist alles gut. Funktioniert etwas nicht, droht erheblicher Ärger. Niemand will Wasser im Keller stehen haben. Linke und Team mussten das verhindern. Gelungen ist das fast immer.

"Wenn mich Leute gefragt haben, womit ich mein Geld verdiene, habe ich immer gesagt: Mit Schei...", sagt Linke und lacht. Der 63-Jährige lacht gerne. Er hat seinen Job mit Humor genommen, auch in stressigen Zeiten. Nur einmal ist ihm in den ganzen Jahren fast die Luft weggeblieben. Im August 2010 drohte Garbsen-Mitte eine Seenlandschaft zu werden nach 80 bis 100 Litern Regen pro Quadratmeter. Das Rückhaltebecken an der Baßriede war voll. Viele Keller standen schon unter Wasser. Linke und die Feuerwehr waren mit ihrem Gerät am Ende. THW und Berufsfeuerwehr mussten mit Hochleistungspumpen aushelfen. Inzwischen hat die SEW eine eigene Pumpe, eine zweite soll gekauft werden. "Das soll uns nicht noch mal passieren", sagt Linke.

Linke ist Ingenieur für Siedlungsentwässerung. Zum 1. Januar 1992 wechselte er von der Stadt Seelze nach Garbsen. Gewohnt hat er in Garbsen nie, immer in Bad Nenndorf. "Ich wollte nicht Gefahr laufen, einen Stadtteil zu bevorzugen, in dem ich wohne", sagt er. Linke hat zusammen mit Stadtkämmerer Heinz Landers aus einer Abteilung der Tiefbauverwaltung ein gesundes kommunales Unternehmen gemacht und danach etwas geleistet, was sich noch in Jahrzehnten auszahlen wird: Er hat die alte Kanalisation geteilt. Heute fließt Regenwasser in allen Stadtteilen in Rückhaltebecken und Gräben. Nur das Abwasser landet noch in den Klärwerken. Die Stadt musste das leisten. Im Gegenzug bekam sie den Anschluss an Gümmerwald und Herrenhausen. Linke hat das umgesetzt, Straße um Straße.

Der Job ist getan. Die nächsten folgen, wie immer. Linke hat den Ausstieg über Monate vorbereitet. Sein Nachfolger Sven Kuschla stammt aus der SEG. "Es ist alles besprochen, die SEG ist gesund, das Team ist klasse - ich kann gehen", sagt Linke. Er gibt ungern Ratschläge, aber er hat immer in die Zukunft gedacht. Eine Botschaft möchte er in Garbsen lassen: Regenwasser versickern zu lassen mag ökologisch sein, sagt er, "aber nur da, wo es funktioniert, nicht auf Ton. Wir vergewaltigen die Natur. Wenn Garbsen um den Campus, an der Wreschener Allee, in Garbsen-Mitte und in Meyenfeld wächst, sollten die technischen Möglichkeiten bedacht werden, die wir haben. Das ist für die Bauträger teurer, aber für die Stadt zahlt es sich am Ende aus und macht deutlich weniger Probleme." Siehe 2010.

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Von Redakteur Markus Holz

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