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Beim Speedcarving fliegen die Spähne

Garbsen Beim Speedcarving fliegen die Spähne

Fünf, vier, drei, zwei, eins - dann geht es los bei der ersten Offenen Niedersachsen Meisterschaft im Speedcarving auf dem Parkplatz von Möbel Hesse. Das bedeutet soviel wie Schnitzen mit der Kettensäge auf Zeit. Die Sägen der sieben Teilnehmer kreischen, die Spähne fliegen.

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Bei Thorsten Schulz aus Osterwald fliegen die Spähne.

Quelle: Lütjens

Berenbostel. Linda, Mitarbeiterin von Radio 21, verteilt Ohrenstöpsel. Andere Besucher haben sich die Kopfhörer gleich mitgebracht. Einige Hundert Besucher sind gekommen, um das Spektakel zu verfolgen. Aufgabe der Kettensägenkünstler: In einer Stunde aus einem Holzrohling mit Motorsägen eine Skulptur zu erschaffen. Den ersten Durchgang am Freitagabend konnte Oliver Lessmann aus Lauchhammer für sich entscheiden.

Nun steht der zweite Durchgang an. Gebannt verfolgen die Zuschauer, wie jeder Teilnehmer unterschiedliche Sägen ansetzt. "Wie präzise und filigran die arbeiten", staunt Laura Gehrke aus Wennigsen. Die fertigen Figuren werden im Anschluss versteigert. Die Figur, die nach beiden Durchgängen den höchsten Betrag erzielt, gewinnt die Meisterschaft. Der Sieger qualifiziert sich für die Deutsche Meisterschaft im September in Naumburg.

Bislang ist Speedcarving vor allem in Sachsen und Süddeutschland verbreitet. Die Idee, dieses Live-Event nach Garbsen zu holen, stammt von Thorsten Schulz aus Osterwald. Er betreibt Speedcarving seit zwei Jahren und ist Mitveranstalter. Gemeinsam mit Möbel Hesse holt er die Sponsoren ins Boot.

Jeder Künstler hat in zwei Tagen außerdem ein Werk für seinen Sponsor geschaffen. Andy Assmanns Darth Vader zieht die Blicke der Besucher auf sich, aber auch die Gitarre mit Hutablage von Oliver Schulz. Etwas Pech hat Sebastian Seiffert aus der Nähe von Halle. Der Ball für den überdimensionalen Tennisarm hat eine Faulstelle, er schafft es aber trotzdem. Die Figur steht demnächst beim Tennisverein Berenbostel.

Seiffert ist schon ein alter Hase im Geschäft, seit 18 Jahren dabei. Über Schnitzwettbewerbe ist er zum Speedcarving gekommen, war 2012 sogar Europameister und 2009 Dritter der Weltmeisterschaft. In den USA holt er sich Tipps von Profis und tritt in seiner Karriere bei Wettbewerben in Japan, England und Skandinavien an. Wie viele seiner Kollegen arbeitet er überwiegend mit Eiche.

Steffen Merla aus Elisabethfehn steht demnächst sogar im Guiness-Buch der Rekorde. Mit Schülern hat er den größten Bären der Welt geschnitzt. Für den Wettbewerb schnitzt er einen Adler ebenso wie Seiffert, der seine Figur sogar abflämmt, um mehr Tiefe und Schattierung zu erhalten. "Eulen und Adler eignen sich gut, weil sie bei den Menschen beliebt sind", sagt er.

Seinen Adler ersteigert Francesca Rizzo. Auch den vom ersten Durchgang hat sie sich gesichert. "Für den Garten", sagt sie. Die Adlerfigue von Merla geht nach Verden. Gerrit Klockmann hat sie ersteigert, "weil mir die Art und Größe gefällt. Es ist nicht unser erstes Exemplar." 290 Euro legt er dafür auf den Tisch.

Ein Bieterduell entfacht um die Eulenfamilie von Oliver Schulz. Am Ende zahlt eine Dame dafür 320 Euro. Damit ist es die teuerste Skulptur des Tages und der Mann aus der Eifel darf zur Deutschen Meisterschaft fahren. Oliver Lessmann wird Zweiter, Steffen Merla Dritter. Die anderen Teilnehmer freuen sich mit, Neid gibt es nicht. Die Stimmung ist s(ä)agenhaft.

Ein Teilnehmer wird Garbsen in nicht so guter Erinnerung behalten. Jörg Bäßler aus Burkhardtsdorf wurde seine gesamte Ausrüstung mit zwölf Kettensägen und anderen Werkzeugen aus dem Transporter gestohlen. Schaden: Mehrere Tausend Euro.

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