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Landwirt ist begeistert von Blühflächen

Osterwald/Frielingen Landwirt ist begeistert von Blühflächen

Landwirt Heinrich Biester tut Bienen, Hummeln und weiteren Insekten einen großen Gefallen: Sein Feld hat er als Blühstreifen angelegt. Dafür erhält Zuschüsse von der EU und vom Land.

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Landwirt Heinrich Biester aus Osterwald ist stolz auf seine Blühflächen, auf denen auch Buchweizen blüht.

Quelle: Bernd Riedel

Garbsen. Man sieht sie überall in der Region Hannover, und auch Landwirt Heinrich Biester aus Osterwald hat sich welche zugelegt: Felder, auf denen nicht Korn, Mais oder Bohnen, sondern die lila Rispe der Phacelia (oder Bienenweide), und andere Blühpflanzen wild durcheinander wachsen und Sonnenblumen wie kleine Leuchttürme hervorstechen. Es sind sogenannte Blühflächen - gedacht für Bienen und andere Nektarfresser, die in der Zeit zwischen Juni und August wenig Nahrung finden. Die EU und das Land Niedersachsen bezuschussen solche extensive Bewirtschaftung von Flächen pro Hektar mit 600 Euro jährlich.

Ein Landwirt muss, wenn er wie Biester in Rente ist, seine Flächen verpachten oder an einen Nachfolger übergeben. „Auf jeden Fall muss ich die Flächen in einem ordentlichen landwirtschaftlichen Zustand erhalten“, sagt er. Einen Nachfolger hatte er vor zehn Jahren, als er in Rente ging, für den kleinen Hof nicht gefunden. Da sei ihm das Angebot der Landwirtschaftskammer, mit der er nun einen Vertrag über eine Dauer von fünf Jahren abgeschlossen hat, gerade recht gekommen. „Wenn die fünf Jahre zu Ende sind, sehen wir weiter“, sagt Biester.

Der 75-Jährige tut es nicht allein des Geldes wegen, das für ihn ein willkommener Nebenverdienst zur Rente bedeutet: Mit Begeisterung führt er über die Fläche, zeigt auf die Blüten, erläutert, um welche Pflanze es sich handelt - Alexandrinerklee, Buchweizen oder Ölrettich -, verweist auf das Summen und Brummen ringsum und erläutert, dass Niederwild wie Rebhühner, die so selten geworden seien, oder Hasen und sogar Rehe sich im Schutz der Blühfläche wohlfühlen.

Das Problem des akuten Nahrungsmangels für Bienen und andere Hautflügler kann Bienenexperte Michael Lucas vom Naturschutzbund bestätigen: „In den Gärten blühen immer weniger Pflanzen, Bodendecker machen weniger Arbeit“, sagt er, „und die Vorgärten werden gepflastert oder betoniert. Wie sollen Bienen und Hummeln da Nahrung finden?“

Biester hat zehn Hektar, das sind 100 000 Quadratmeter, zu Blühflächen umgewandelt. Sie liegen verstreut in den Gemarkungen von Osterwald und Frielingen. Er hat einen Imker, der seine Völker in der Nähe der Blühflächen postiert, mit ins Boot geholt. Davon profitieren beide. Der Imker hat Nahrung für seine Bienen sicher, Biester erhält von der Landwirtschaftskammer 100 Euro mehr pro Hektar.

Er hat schon 15 Jahre vor dem Renteneintritt die Landwirtschaft nur im Nebenerwerb betrieben. „In den Achtzigerjahren konnten wir gut von der Schweinezucht leben“, sagt er. Anfang der Neunzigerjahre war es damit vorbei. Discounter setzten den Fleischmarkt unter Druck und diktierten die Preise. Gut für Verbraucher, schlecht für Landwirte: „Da war es vorbei mit so kleinen Betrieben wie unserem.“

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