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Südlink quer durch Garbsen und Seelze?

Garbsen Südlink quer durch Garbsen und Seelze?

Große Ernüchterung und Sorge herrscht in der Region Hannover, seitdem der Netzbetreiber, die Unternehmensgruppe Tennet, gestern die Planungskorridore für die Südlinktrasse bekanntgegeben hat. Eine der beiden Alternativen führt quer durch Garbsen und Seelze.

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Ein Graben zieht sich während der Bauarbeiten für die Erdverkabelung durch die Landschaft. Vielleicht auch durch die Stadtgebiete von Garbsen und Seelze.

Quelle: Roland Weihrauch

Garbsen/Seelze. Die Gute Nachricht: Tennet plant die gesamte Trasse in der Erdkabel-Variante. Die bis zu 70 Meter hohen Masten wären dann vom Tisch. Dass sich der Korridor auf Neustädter Gebiet zwischen den Moorgebieten hindurch schlängelt, die nicht erdverkabelt werden können, spricht für die Umsetzung dieses Vorhabens.
In Garbsen ergeben sich für den Korridor zwei Varianten: Die eine führt von Frielingen an Horst vorbei, kreuzt westlich des Golfplatzes die A 2 und zwischen Lohnde und Gümmer den Mittellandkanal. Vor Kirchwehren macht sie einen Knick und läuft auf Döteberg zu, wo sie in Richtung Süden schwenkt.
Die zweite Variante schlägt einen Bogen um Schloss Ricklingen und Dedensen, kreuzt dabei Autobahn und Kanal, um danach über Ostermunzel und Lathwehren auf Göxe zuzulaufen. Bisher sind die Trassen in Form von 500 Meter breiten Korridoren in die Karten gezeichnet. Die tatsächliche Leitungstrasse würde sich auf etwa 20 Meter Breite beschränken.
„Die Südlinktrasse durch Garbsen widerspricht dem Bündelungsgebot und ist daher für die Bürgerinitiativen weiterhin inakzeptabel“, sagt deren Vertreter Hans-Rüdiger Steinmetz und nimmt dabei Bezug auf die Belastung durch Autobahn, Schienentrasse und Flughafen. Er kritisiert: „Die Erdverkabelung hat – wie die Freileitung – gravierende Auswirkungen auf Natur und Umwelt.“ Bürgermeister Christian Grahl hofft weitere Belastungen der Garbsener abwenden zu können. „Ich lehne jede weitere spürbare Zerschneidung des Stadtgebietes ab“, sagt dieser.
Sein Seelzer Amtskollege Detlef Schallhorn sieht die Diskussion um den Korridor durch die aktuellen Planungen einer ICE-Trasse überlagert. Die Beeinträchtigungen der Landwirtschaft müssten aus seiner Sicht möglichst gering gehalten werden, sonst müsse man auch „über Entschädigungen reden“.
„Ich befürchte, dass sich mancher noch umgucken wird, welche Eingriffe die Baumaßnahmen für das Erdkabel mit sich bringen werden“, sagt Gümmers Ortsbürgermeister Christian Schomburg, selbst Landwirt. Vor allem in der Kanalquerung sieht er eine besondere Herausforderung. „Dort sind Sonderbaustellen erforderlich, das werden riesen Löcher“, sagt er.
Die Einschätzung des Bundestagsabgeordneten Hendrik Hoppenstedt dürfte die Bewohner von Neustadt, Garbsen und Seelze indes erfreuen. Nach einer ersten Sichtung erscheint ihm die östliche Alternative an Burgdorf vorbei geeigneter als die im Westen, die zum Teil an dichten Siedlungsgebieten vorbeilaufen würden. „Wir sind aber ganz am Anfang. Nichts ist in Stein gemeißelt. Jetzt beginnt erst die Bürgerbeteiligung“, sagt er.

Von Dirk von Werder und Uwe Kranz

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