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Der Hamster in der Kaffeedose

Garbsen Der Hamster in der Kaffeedose

Sind das die Heinrich Heines und Ingeborg Bachmanns unserer Zeit? Schlabberhosen, T-Shirts, ungebändigte Haarpracht und unbändige Freude an Worten - das hat den zweiten Poetry Slam in Garbsen am Donnerstagabend geprägt. Lyrik oder Prosa? Egal. Hauptsache die Worte bewegen.

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Gewitzt: Felix Römer moderiert seinen zweiten Slam in Garbsen und kündigt jeden Poeten wie einen Wort-Helden an.

Quelle: Markus Holz

Garbsen-Mitte. Tanasgol Sabbagh gegen Tino Bomelino, Florian Wintels gegen Leticia Wahl, Marvin Ruppert gegen Andi Strauss und mittendrin Moderator Felix Römer, der jeden Dichter, jede Dichterin wie einen Helden ankündigt. Das haben sie verdient. Denn Dichter sind es. Nur kann die eine mehr, der andere weniger "ver-dichten". Das ist am Ende nicht entscheidend. Entscheidend ist, wer dieses Publikum mit seiner Dichtung erreicht.

Tanasgol Sabbagh gelingt das besonders eindrucksvoll. Sie spricht über sich, über Frauen zwischen muslimischer Erziehung und westlicher Lebensweise, zwischen Tradition und Freiheitsdrang - sehr dicht, sehr intensiv, sehr empfindsam. "Gleiche Rechte, gleiche Augenhöhe, darum geht es", endet sie. Applaus.

Vergleichbar sind sie eigentlich nicht. Jeder hat seinen Stil, seine Authentizität, seinen Hang zu Makaberem, zu Karikaturen des Alltags oder zur Romantik. "Romantik in einer Beziehung? Lasse ich gar nicht erst aufkommen. Der Verlust über die Jahre ist gleich Null", sagt Marvin Ruppert. Florian Wintels dichtet über den Sinn des Versagens, Leticia Wahl schreibt ein berührendes Liebesgedicht ans eigene Herz, und Andi Strauss bringt  - wie schon 2015 im Stadtpark  - die fast geschmacklose Geschichte über seinen toten Hamster in der Kaffeedose.

Geschmack ist ein wichtiges Stichwort: Wer trifft, wer verfehlt den Geschmack des Publikums? Das ist bei jedem Poetry Slam anders. Gleich ist, dass die Gäste die Geschmackstreffer per Applaus anzeigen, auf einer Skala von null bis zehn. Felix Römer ist quasi der amtlich nicht geeichte Pegelmesser und ernennt Marvin Ruppert nach Vorrunde und Finale zum Sieger dieses Abends. Morgen kann es wieder jemand anderes sein. Siegen ist schön, aber zweitrangig. Wichtig ist, was die Worte der Dichter an Gedanken bewegen. So gesehen, war dies ein sehr bewegender Abend.

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Von Redakteur Markus Holz

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