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Mehr Straftaten und mehr Aufklärungserfolge

Garbsen Mehr Straftaten und mehr Aufklärungserfolge

Die Zahl der Straftaten in Garbsen ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr stark angestiegen – das Jahr 2015 habe allerdings auch einen „historischen Tiefstand“ gezeigt, sagte Dennis Schmidt, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, gestern bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2016 in Garbsen.

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Die Zahl der Straftaten ist in Garbsen gestiegen, die Aufklärungsquote auch.

Quelle: Symbolbild

Garbsen. Die Gesamtzahl der Straftaten ist um 403 Fälle von 3342 auf 3845 angestiegen. Zugleich habe Garbsen mit rund 57 Prozent „die beste Aufklärungsquote“ seit 2011, sagte Schmidt. 2016 hat es 30 Fälle mehr bei häuslicher Gewalt gegeben. Allerdings habe sich das Anzeigeverhalten geändert: Frauen seien häufiger bereit, ihre Partner anzuzeigen. Bei Raubstraftaten gab es einen deutlichen Rückgang: 2015 waren es 32 Raubdelikte, 2016 nur noch 21. Das sei der niedrigste Wert seit 2011. Beim Raub wie bei der Körperverletzung, wo ein leichter Anstieg der Fälle zu verzeichnen ist, habe es keine örtlichen Brennpunkte gegeben, sagte Schmidt.

Die Anzahl der Diebstahldelikte ist um 226 auf 1436 Fälle angestiegen. Demgegenüber konnte die Aufklärungsquote auf rund 37 Prozent gesteigert werden. Die Wohnungseinbrüche machen der Polizei „nach wie vor Sorgen“, sagte Schmidt. Mit der Einrichtung der Ermittlungsgruppe Eigentum sei es gelungen, die Fallzahlen zu reduzieren und die Aufklärungsquote zu heben, doch auf diese Statistik haben die beiden Monate November und Dezember 2016 nachhaltig eingewirkt.

Die Zahl der Einbrüche ist von 90 auf 151 angestiegen. Allein im November und Dezember gab es eine eklatante Häufung: Auf diese beiden Monate entfallen allein
62 Fälle – das entspricht dem Anstieg der Fallzahlen. „Wir haben im Moment noch keine Erklärung für diese enorme Häufung“, sagte Schmidt. Die Polizei befinde sich noch mitten in den Ermittlungen. Klar sei, dass die Zahl der Vorfälle zu Anfang des Jahres wieder gesunken sei.

Erfreulich findet Schmidt die Tatsache, dass die Zahl der bloßen Einbruchsversuche, also der gescheiterten Einbrüche, einen Anteil von rund 45 Prozent der Vorfälle hat. Das deute darauf hin, dass immer mehr Einbrüche durch wachsame Nachbarn vereitelt werden. „Wenn die Bevölkerung uns verdächtige Beobachtungen schnell meldet, können wir schnell reagieren“, sagte Thomas Broich, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes. Er appellierte an die Bürger, bei verdächtigen Beobachtungen „lieber einmal mehr als einmal zu wenig die Polizei anzurufen“. Hinweise aus der Bevölkerung seien für die Polizei „immens wichtig“.

Das gilt bei Einbrüchen wie bei Autodiebstählen. Auch dort gab es einen deutlichen Anstieg der Fälle, und zwar besonders bei Autos ab einem Wert von 10 000 Euro. In diesem Segment arbeiten „hochprofessionelle Banden“, die überregional unterwegs und in der Nacht immer zwischen 23 und 5 Uhr aktiv seien. Die Polizei hat darauf reagiert und die Ermittlungen in Hannover zusammengezogen.
Bei den Straftaten von Minderjährigen gebe es „seit 2011 einen absoluten Tiefstand“, sagte Hans-Joachim Elsner vom Präventionsteam. Das sei sicher auf die intensive Präventionsarbeit und die gute Zusammenarbeit mit der Stadt zurückzuführen, sagte Elsner.

Gruppe in Berenbostel beunruhigt Anwohner

Bei Brandstiftungen und Sachbeschädigungen durch Feuer gibt es im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 24 Fälle auf insgesamt 61. Davon sind allein 33 Fälle in Berenbostel lokalisiert – das ist für diesen Stadtteil ein enormer Anstieg. Die Polizei hat Hinweise auf Zusammenhänge mit einer Gruppe von etwa 40 Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die im vergangenen Jahr unter besonderem polizeilichen Druck standen: „Diese Personen treffen sich abends und in den Nachtstunden, das beunruhigt Anwohner“, sagt Thomas Broich, Einsatzleiter Streifendienst. Deshalb habe die Polizei viele Kontrollen durchgeführt.

„Im Anschluss an diese Kontrollen kamen oft Brandstiftungen an Containern vor“, sagt Broich. Daher schreit die Polizei in Abstimmung mit der Stadt nicht mehr ohne Anlass ein, um eine Eskalation zu verhindern. „Wir achten auf die Einhaltung der Regeln“, betont Broich, aber so lange sich die jungen Leute regelkonform verhielten, würden sie in Ruhe gelassen. „Das Problem löst man nicht schnell, sondern nur mit viel Geduld“, sagt Broich.

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