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Hegerwisch: Gummi und Metallabfälle gefunden

Garbsen/Altgarbsen Hegerwisch: Gummi und Metallabfälle gefunden

Bei der Altlastensuche in Altgarbsen gibt es erste Einschätzungen: Die Bodenluftproben aus den Vorgärten der Anwohner seien "absolut unauffällig", sagt Geowissenschaftlerin Ulia Hammer. Am Freitag sind noch Proben des Grundwasser auf dem Gelände der früheren Deponie Hegerwisch genommen worden.

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Suche nach Altlasten in Altgarbsen, Hegerwisch: Diplom-Geowissenschaftlerin Ulia Hammer (orangefarbene Jacke) leitet die Untersuchungen.

Quelle: Bernd Riedel

Altgarbsen. Damit ist die Probenentnahme beendet. Jetzt beginnen wochenlange Untersuchungen. Ergebnisse sind nicht vor Ende Oktober zu erwarten, sagt Hammer. Gefunden wurden in sechs oder sieben Metern Tiefe unter anderem Gummiabfälle, Magnesiumreste, Stanzabfälle aus der Metallverarbeitung wie Drähte und Platten - und das entspreche den Erwartungen, sagt Geologe Andreas Mignat von der Regionsverwaltung.

Unterlagen gibt es keine. Nach Zeitzeugenaussagen war klar, dass dort in den fünfziger Jahren Kies und Sand abgebaut wurden. Bei der Probenentnahme ist solcher Kies gefunden worden. In den sechziger Jahren hatten Unternehmen wie Continental und VW in der Grube ihren Sondermüll entsorgt - damals sei man sehr lax mit solchen Dingen umgegangen, sagt Mignat, "aus heutiger Sicht schwerster Umweltfrevel".

Proben sind aus dem Boden, dem Grundwasser, dem Oberflächenwasser und aus den Sedimenten des Marschgrabens, der das Areal im Süden begrenzt, entnommen worden. In den Vorgärten der unmittelbar angrenzenden Wohngrundstücke waren auch Proben der Luftpolster im Boden gezogen worden. Die ersten Ergebnisse sind "absolut unauffällig". Gesucht wurde unter anderem nach Methan, Kohlendioxid, chlorierten und aromatischen Kohlenwasserstoffen. "Die Konzentrationen liegen weit unter den gesetzlich festgelegten Grenzwerten", sagt Hammer. Bodenluftuntersuchungen waren auf dem eigentlichen Areal nicht möglich: Der Grundwasserspiegel dort ist zu hoch.

Am Freitag sind im Norden oberhalb des 10.000 Quadratmeter großen Areals zuerst Proben des einfließenden Grundwassers entnommen worden. Das ist der Referenzpunkt. Die Mitarbeiter der Ingenieurgesellschaft Mull und Partner, die bundesweit agiert, vergleichen später diese Proben mit denen, die im Süden des Areals, kurz vor dem Marschgraben, gezogen wurden. Dort gibt es drei weitere Messpunkte, die die Fließrichtung des Marschgrabens berücksichtigen. Bei der Probenentnahme wird das Wasser durch eine Kohlefilteranlage geschleust, Proben werden abgezweigt und das Wasser wird gereinigt wieder auf die Wiese geleitet.

Der gefundene Sondermüll liegt in etwa sechs Metern Tiefe ohne Sauerstoffzufuhr. Welche Gefahr davon ausgeht, welche Maßnahmen ergriffen oder nicht ergriffen werden müssen, das wird sich erst am Ende der Analysen herausstellen. "Zurzeit würden wir nur spekulieren", sagt Mignat. Die Anwohner, in deren Vorgärten Bodenluftproben genommen wurden, werden schriftlich über die Ergebnisse informiert.

Deponie Hegerwisch: Mit 85 Punkten hoch bewertet

Der größte Teil der Altablagerungen in der Region Hannover ist im Altlastenprogramm Niedersachsen seit den neunziger Jahren systematisch erfasst worden. Dabei wurden Punktzahlen zwischen 0 bis 100 vergeben. Kriterien sind Lage und Nutzung der früheren Deponien, Nähe von Wohnbebauung, die Art und der Umfang der Abfälle sowie Beschaffenheit und Fließrichtung des Grundwassers. Das Ergebnis gibt die Reihenfolge der Untersuchung der jeweiligen Altablagerungen vor. Von den 696 früheren Deponien in der Region sind zurzeit 324 untersucht worden, vornehmlich Deponien mit einer Bewertungszahl von 60 und mehr, also solche mit großem Gefährdungspotenzial. Mit 85 Punkten fällt die Deponie Hegerwisch in diese Kategorie. Das Areal wird als Weidefläche für Pferde genutzt.

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