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Prozess gegen mutmaßlichen Brandstifter beginnt

Garbsen Prozess gegen mutmaßlichen Brandstifter beginnt

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat Anklage gegen einen 34-Jährigen erhoben, der im April und Mai mindestens sechs Brände in Garbsen, Seelze und Marienwerder gelegt haben soll. In der Verhandlung soll ab dem 3. November unter anderem geklärt werden, ob der Angeklagte überhaupt schuldfähig ist.

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Der mutmaßliche Brandstifter muss sich vor dem Landgericht in Hannover verantworten.

Quelle: Julian Stratenschulte (dpa)

Garbsen/Hannover. In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Hannover geht es um sechs Taten im April und Mai dieses Jahres. "Angeklagt sind fünf Sachbeschädigungen und eine versuchte schwere Brandstiftung", sagt Staatsanwältin Kathrin Söfker. Wochenlang waren Feuerwehr, Polizei und Stadtverwaltung in Garbsen wegen der neuerlichen Brandserie alarmiert. Sie erinnerte an Fälle aus dem Jahr 2013. Dert traurige Höhepunkt damals: Das Feuer in der Willehadi-Kirche im Stadtteil Auf der Horst, die in der Nacht des 30. Juli bis auf die Grundmauern abbrannte.

Feuerwehr musste nachts ausrücken

Zu solch immensen Schäden führten die Feuer im Frühjahr 2017 nicht. Dennoch musste die Freiwillige Feuerwehr immer wieder auch nachts zu kleineren Bränden an Papiercontainern und Mülltonnen ausrücken. Verantworten muss sich der 34-Jährige zunächst wegen des Brandes eines Müllcontainers in der Nähe des Geländes des Garbsener SC am Mühlenbergsweg in Altgarbsen im April. Weitere Fälle spielten sich in den folgenden Wochen an der Garbsener Landstraße in Seelze, an der Deichstraße und der Straße Am Hohen Holze im Havelse sowie am Planetenring (Auf der Horst) ab. Diese fünf Taten sind als Sachbeschädigungen durch Feuer angeklagt.

In einem weiteren Fall in Marienwerder geht es um versuchte schwere Brandstiftung. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 34-Jährigen vor,  in der Nacht zum 8. Mai in Marienwerder einen Kranz an einer Haustür angezündet zu haben. Die 87-jährige Bewohnerin des Gebäudes schlief zu diesem Zeitpunkt. Glücklicherweise griffen die Flammen nicht auf das Haus über. Dennoch steht allein auf diese Tat laut Paragrafen 306 im Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr.

Ist der Angeklagte schuldfähig?

In der Hauptverhandlung soll unter anderem geklärt werden, ob der Angeklagte überhaupt schuldfähig ist. Dazu soll ein psychiatrischer Gutachter gehört werden, der den 34-Jährigen untersucht hat. "Unter Umständen kommt auch die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik in Betracht", sagt Staatsanwältin Söfker.

Insgesamt verzeichnete die Polizei in Garbsen seit Januar 14 Sachbeschädigungen durch Feuer und Brandstiftungen. Der jetzt Angeklagte wurde im Mai festgenommen, nachdem er unmittelbar zuvor drei Müllcontainer am Planetenring in Brand gesetzt hatte. Wegen fehlender Haftgründe mussten die Polizisten den Verdächtigen zunächst wieder gehen lassen. Nachdem er mehrere Taten gestanden hatte, kam er aber doch in Untersuchungshaft.

Weitere Vorwürfe: Vandalismus am Gymnasium

Kurz nach der Festnahme des Mannes wurde bekannt, dass er auch für eine andere Serie von Straftaten in Garbsen verantwortlich sein soll. Er soll mehrfach in das Johannes-Kepler-Gymnasium im Stadtteil Auf der Horst eingebrochen sein und dort randaliert haben. Am 6. Februar wurde er dabei von der Polizei auf frischer Tat erwischt. Diese Taten werden aber in einem eigenen Verfahren verhandelt.

Bei den Einbrüchen hatte der Mann mehrfach die Wände der Schule beschmiert. Seine Wut richtete sich offenbar gezielt gegen Polizisten. Er hinterließ unter anderem Hakenkreuze und den Schriftzug ACAB ("All cops are bastards", zu Deutsch: "Alle Polizisten sind Bastarde"). Bei einer Durchsuchung fand die Polizei mehrere passende Stifte. Der Schaden betrug Tausende Euro. Unter anderem ging ein sogenanntes digitales schwarzen Brett zu Bruch, das allein einen Wert von 4000 Euro hatte.

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Von Gerko Naumann

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