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Puppen-Musical zieht Fans ins Forum

Garbsen Puppen-Musical zieht Fans ins Forum

Zum Abschied wollten viele Fans des nicht jugendfreien Puppen-Musicals Avenue Q das Stück ein letztes Mal sehen. Mit der 26. Vorstellung am vergangenen Wochenende nehmen auch die Schauspieler Abschied von ihren pelzigen Figuren - denn die Handpuppen werden schon an anderem Ort erwartet.

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Nach 26 Vorstellungen nimmt das Theater für Niedersachsen Abschied vom Puppen-Musical. Viele Fans wollten das Stück im IGS-Forum noch einmal sehen.

Quelle: Benjamin Behrens

Garbsen-Mitte. "Als nächstes kommen die Puppen nach Bielefeld", sagt Christof Wahlefeld, Musicaldramaturg am Theater für Niedersachsen (TfN). Das Theater Bielefeld nimmt das Musical im September ins Programm auf. "Also nicht wundern, wenn die Darsteller ihre Puppe nochmal in den Arm nehmen."

Vor Beginn des Stücks gibt der kommissarische Musicaldirektor Zuschauern einen Einblick in die Hintergründe des frechen US-Musical-Exports. Die Produktion hat sich etabliert, am Broadway und international. Und sie hat ihre Standards, auf die die Macher pochen. Die Handpuppen müssen entweder nach genauen Vorgaben gestaltet sein oder komplette Eigenentwürfe.

"In Deutschland gibt es zwei Sätze", sagt Wahlefeld. Das TfN nutzt den des Münchener Puppenbauers Birger Laube. Mit ihren Kulleraugen, den an Stangen geführten Händen und denn aufgerissenen Klappmäulern, erinnern die Puppen nicht von ungefähr an den Stil der Sesamstraße. "Die Macher wollten kein Musical schreiben, sie wollten eine Sesamstraße für Erwachsene machen", sagt Wahlefeld.

Gleich zu Beginn wird klar, dass hier ein anderer Ton herrscht als im Kinderfernsehen. "Es kotzt mich so an", singen die Bewohner aus Fleisch und Blut und Pelz und Filz im Duett. Jeder hat seine Probleme, Ärger im Job, Sorgen mit der Miete oder keine Ziel im Leben. Nachbarschaftsneuzugang Princeton sucht nach seinem Weg. Schnell kommen der Träumer und die Kindergärtnerin Kate Monster sich näher. Die von den Musicaldarstellern Tim Müller und Sandra Pangl genial ausgeführte Sexszene ist ein Höhepunkt des Stücks.

Überhaupt geht es deftig zu auf der Bühne. Das Lied "Jeder ist ein bisschen rassistisch" spielt mit Vorurteilen, andere Szenen lassen die Puppen mit ihrer Homosexualität hadern. Und die "Bullshit Bären" haben die Ideen, die nie gut enden, etwa das knappe Geld statt für die Miete für Bier auf den Kopf zu hauen. Doch am Ende finden alle zueinander und das mit Internet-Pornos reich gewordene Trekkie Monster erfüllt der Kindergärtnerin Kate Monster ihren Traum von einer Monsterschule.

Der ganz große Tabubruch, wie bei der Uraufführung 2003 in der konservativen US-Gesellschaft, ist Avenue Q nicht mehr. Dafür haben längst andere Formate den Weg zu sehr geebnet. Das ändert nichts daran, dass das Musical gerade aufgrund seiner liebevolle gestalteten Puppen sehr gut funktioniert. Der ständige Bruch zwischen der kuscheligen Optik und den bösartigen Inhalten ist beste Unterhaltung. Menschliche Darsteller allein könnten das nicht, ohne zu schnell langweilig zu werden.

"Es ist auf jeden Fall interessant - aus dem Leben gegriffen", sagt Birte Neumann. Die Hildesheimerin arbeitet selbst am TfN, bislang hatte sie noch keine Gelegenheit, Avenue Q zu sehen. Auch aus Braunschweig und Bremen sind Zuschauer da. "Gefällt mir sehr gut. Ich bin überrascht, wie toll das umgesetzt wird", sagt Wolfgang Bertz aus Garbsen.

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Von Benjamin Behrens

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