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Puppendoktor macht letzte Station

Auf der Horst Puppendoktor macht letzte Station

Nur noch Donnerstag und Freitag bietet Puppen- und Bärendoktor Günter Geier seine Sprechstunde vor dem E-Center am Planetenring an. Erstmals macht der 75-Jährige in Garbsen Station - es war gleichzeitig die letzte seines langen Arbeitslebens.

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Puppendoktor Günter Geier repariert in seiner Sprechstunde beschädigte Puppen, Teddybären, Stofftiere und Marionetten. Garbsen ist die letzte Station seines 55-jährigen Berufslebens.

Quelle: Lütjens

Garbsen. Fast wäre der Bamberger gar nicht gekommen, denn in der Vorwoche lag er noch mit schweren Herzproblemen im Krankenhaus. Daher hat sich der Puppendoktor entschlossen, nach 55 Jahren Berufsleben in den Ruhestand zu gehen. Wer kann schon von sich behaupten, dass in seinem Beruf Freudentränen fließen? Bei Günther Geier ist das der Fall. Bei Besitzern von Puppen und Bären löst er Emotionen aus, wenn diese ihre reparierten Lieblinge zurückerhalten.

In Garbsen hat der Doktor alle Hände voll zu tun. Zahlreich liegen Puppen aus Porzellan, Zelluloid und Kunststoff, Teddybären, Stofftiere und sogar Marionetten auf dem langen Tisch. Rund 15.000 Ersatzteile hat Geier dabei, um die zahlreichen Wehwehchen seiner Patienten zu heilen - vom Loch im Kopf über ausgeleierte Arme und Beine bis hin zum Riss in Teddys Bauch.

Geier hat in seinem Leben viel gesehen und erlebt. Sein acht Jahre altes Auto hat nicht von ungefähr 370.000 Kilometer auf dem Tacho. Mit dabei hat er rund 15.000 Ersatzteile und kleine Puppenkleider, die seine Frau häkelt. Auch in Garbsen hat der Doktor alle Hände voll zu tun. Auf dem Tisch liegen allerlei Patienten. Darunter auch 70 bis 80 Jahre alte Schildkrötpuppen und weitere Raritäten wie ein rund 80 Jahre alter Yes-No-Bär von Schuco. Ihm quillt das Stroh aus dem Fuß, eine Porzellanpuppe hat ein Loch im Bein. Auch Gudrun Niemann aus Hannover bringt ihre 70 Jahre alte Puppe vorbei. Bei der sind die Gummibänder ausgeleiert, die Arme und Beine halten.

„Ich habe schon Kaiserpuppen, amerikanische, australische und russische Puppen repariert“, sagte Geier. Eine von ihm organisierte Börse in Österreich zog internationale Gäste an und war ruckzuck ausgebucht. „In Hannover war die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth meine Kundin“, erzählt der humorvolle Doktor. Seinen Kunden rät er beispielsweise, die Karte der Puppenersatzkasse mitzubringen. Wenn Kinder kommen sagt er auch schon mal das Gedicht vom Puppendoktor auf.

Angefangen hat bei ihm alles mit einem Praktikum bei einem Puppendoktor in Oberhausen. Nach einer Schneiderlehre machte der Bamberger seine Liebe zum Beruf. „Daraus wurde eine Leidenschaft“, sagte er. Neben den Puppenkindern liegen dem 75-Jährigen aber auch die menschlichen am Herzen. So hat er schon viele Hilfstransporte für Kriegswaisen in den Kosovo gebracht, spendet und engagiert sich für die Aktion Sorgenkind. Künftig will Geier sich verstärkt für Ein Herz für Kinder engagieren, wenn es seine Gesundheit zulässt. Dafür hat er bereits einmal seine gesamten Einnahmen aus einem einwöchigen Einsatz in Dresden gespendet.

von Anke Lütjens

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