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Rat beschließt zwei Oberschulen für Garbsen

Garbsen Rat beschließt zwei Oberschulen für Garbsen

Die Entscheidung ist gefallen. Garbsen erhält zwei Oberschulen. Die beiden Haupt- und die zwei Realschulen gehen in den neuen Schulen auf. Die Grünen wollten Eltern vorher befragen und sind mit der Forderung gescheitert.

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Zweimal eine klare Mehrheit: Der Schulausschuss votiert für die Einrichtung zweier Oberschulen. Der Rat schließt sich am Montagabend an.

Quelle: Bernd Riedel

Garbsen. Im Stadtteil Auf der Horst sollen die Hauptschule Nikolaus Kopernikus und die Caroline-Herschel-Realschule zum Schuljahr 2017/18 zur Oberschule entwickelt werden - und zwar mit einem gymnasialen Zweig. In Berenbostel werden die Georg-Elser-Hauptschule und die Realschule zur Oberschule zusammengelegt, ebenfalls mit Gymnasialzweig.

Es war kein Glaubenskrieg, aber ein Glaubenskampf in der Sondersitzung des Schulausschusses und danach im Rat. Auf der einen Seite der ehemalige IGS-Lehrer Karl-Otto Eckartsberg (Grüne), auf der anderen CDU/FDP, SPD, Unabhängige, Fraktionslose und Bürgermeister - sechs Stimmen der Grünen gegen 37.

Die Grünen haben grundsätzliche Bedenken gegen die Schulform Oberschule. Und sie verweisen auf eine Untersuchung für Garbsen im vergangenen Jahr: Nach ihren Präferenzen gefragt, teilten sich Eltern in zwei annähernd gleich große Lager für IGS und Gymnasium, fast niemand votierte für Oberschule. "Oberschule kennt hier niemand", sagte Eckartsberg und forderte Informationsveranstaltungen für Eltern und eine neue Befragung. "Wenn Eltern die Oberschule befürworten, werden sich die Grünen anschließen", sagte Eckartsberg im Schulausschuss. Das pädagogisch bessere Modell sei eine zweite IGS. "Haupt- und Realschulen sind Restschulen, die Oberschulen werden diese Misere nicht aufhalten", sagte Eckartsberg.

"Dieser Beschluss für zwei Oberschulen ist richtungsweisend", sagte Wilfried Aick (SPD) und hielt dagegen. Es sei keine übereilte Entscheidung, sondern das Ergebnis langer, guter Beratungen mit den Gremien der Schulen. Jetzt dränge die Zeit allerdings, weil die Anträge und Konzepte der Schulen bis Oktober im Kultusministerium vorliegen müssen. Was die neue Schulform für Eltern und deren Kinder bedeute, könne erst jetzt nach der Entscheidung sinnvollerweise erklärt werden.

Lehrervertreter Bernd Boeck hatte basierend auf dem Votum der beiden Berenbosteler Schulleitungen vorgeschlagen, beide Oberschulen mit einem gymnasialen Zweig auszustatten, damit keinem Jugendlichen der Weg zum Abitur erschwert wird. Dem folgten CDU/FDP, SPD und Unabhängige.

Die Verwaltung hält das für bedenklich, weil die Anmeldung neuer Schüler für das Schuljahr 2016/17 das nicht hergebe: Zurzeit sind in der Nikolaus-Kopernikus-Hauptschule für das neue Schuljahr 15, in der Caroline-Herschel-Realschule 65 Kinder angemeldet, in der Georg-Elser-Hauptschule sind es 20, in der Realschule Berenbostel 30, insgesamt 50. Nötig seien 75 Schüler, um einen gymnasialen Zweig funktionsfähig zu führen, sagte Sozialdezernentin Iris Metge.

Der Rat hat beschlossen, die Oberschule Auf der Horst als offene Ganztagsschule zu führen, die Oberschule Berenbostel als teilgebundene oder voll gebundene, also verpflichtende Ganztagsschule. Wie das Prozedere ist, ist noch unklar: Die vier bestehenden Schulen könnten sich 2017 offiziell auflösen und die Oberschulen auf einen Schlag eingerichtet werden. Die Oberschulen können aber auch langsam aufsteigend ab Klasse fünf eingerichtet werden. Dann würden die Haupt- und Realschulen langsam auslaufen. Diese Entscheidung liegt bei den Schulleitungen.

Der Integrationsbeirat hat das Vorgehen kritisiert. Er sei nicht beteiligt worden, sagte der Vorsitzende Foad Kazemzadeh. Der Beirat habe mit einer planmäßigen Entscheidung im August gerechnet, nicht im Mai. Der Beirat fordert eine zweite IGS und die Auflösung eines der beiden Gymnasien. Davon haben sich alle Fraktionen im Rat distanziert. Haupt- und Realschulen zusammenzulegen, um die sinkenden Schülerzahlen in den Griff zu bekommen, sei nicht zielführend, sagte Kazemzadeh. Die entscheidende Frage sei: Werden Absolventen der neuen Schulform bessere Chancen am Arbeitsmarkt haben als die Hauptschüler jetzt? Bei der Oberschule habe der Beirat Zweifel.

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Von Bernd Riedel und Markus Holz

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