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Stelingen: Grundwasser ist nicht trinkbar

Garbsen Stelingen: Grundwasser ist nicht trinkbar

Das Grundwasser ist mit Schwermetallen belastet, aber die Situation ist für Menschen nicht gefährlich: Das ist ein Fazit aus der Sondersitzung des Umweltausschusses und des Ortsrates Berenbostel am Mittwoch zu den beiden alten Sondermülldeponien südlich von Stelingen.

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Am Rand der Deponie Hohler Weg (links) ist die Konzentration einiger Schadstoffe am höchsten. Das Grundwasser trägt die Chemikalien in Richtung Osten. Die Konzentration nimmt nach ersten Untersuchungen schnell ab. Im Bereich der Siedlung nördlich der Schadstofffahne sind Schwermetalle wie Zink, Kupfer und Cadmium nachgewiesen worden, aber keine Kohlenwaserstoff-Verbindungen, Öle oder PCB.

Quelle: Grafik: HAZ / Quelle: Dr. Pelzer und Partner, Dr. Türk, Hildesheim

Stelingen. Der Ausschuss und der Ortsrat hatten die Region Hannover am Mittwochabend um Informationen zu den Altlasten Hohler Weg und Sander im Süden Stelingens gebeten. Dies sind die wichtigsten Fakten:

Was steckt im Grundwasser unter den Deponien?

Schwermetalle wie Zink, Kupfer, Nickel und Cadmium, außerdem PCB, polizyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und chlorierte Kohlenwas-
serstoffe. Grenzwerte sind an einigen Messstellen in unterschiedlichen Tiefen deutlich überschritten. Für private Gartenbrunnen gilt das allerdings nur im Bereich der Schwermetalle.

Warum ist es für Menschen nicht gefährlich?

Die Region steht auf dem Standpunkt: Niemand hat ein Recht auf gesundheitlich unbedenkliches Grundwasser. Wer es nicht trinkt, für den besteht keine Gefahr. Das ist die Empfehlung: Blumen im Garten gießen in Maßen ja, trinken nein.

Fließt belastetes Grundwasser überhaupt in bewohnte Bereiche?

Ja. Das Grundwasser fließt ab Hohler Weg Richtung Osten (Engelbostel) und Südosten. Ab Höhe Stralsunder Straße gibt es einen Teilstrom Richtung Norden. In einigen Hausbrunnen südlich der Lindenstraße sind darum Schwermetalle in leicht erhöhten Konzentrationen nachgewiesen worden, aber keine Arten von Kohlenwasserstoffen, Ölen und PCB. Nach den jetzigen Messergebnissen ist das Wasser aus der Deponie Hohler Weg am höchsten belastet. Die Schadstoffkonzentration sinkt mit jedem Meter in Fließrichtung Ost-Südost deutlich. Die Deponie Sander selbst ist unbewohnt. Auf einer ehemaligen Zufahrt zur Deponie Hohler Weg stehen zwei Häuser, die Proben aus deren Brunnen sind aber unbelastet.

Ist das der letzte Stand der Dinge?

Nein. Die Region und der untersuchende Umweltingenieur Thomas Türk vom Büro Dr. Pelzer und Partner in Hildesheim wissen nicht, wie krank die beiden „Patienten“ wirklich sind. Es fehlen tiefergreifende Untersuchungen von Böden, Flora und Grundwasser. Der Kenntnisstand vom Mittwoch ist ein vorläufiger. Aufgrund der Gefahrenlage denkt die Region derzeit nicht an ein Auskoffern.

Wie geht es jetzt weiter?

Ob und wie die Deponien saniert werden müssen, ist völlig offen. Auch wenn erste politische Forderungen nach einer Sanierung laut werden, muss die Region eines beachten: Verhältnismäßigkeit. Ist es angemessen, Millionen in eine Sanierung zu stecken, wenn keine Gefahr für Menschen besteht? Die Frage kann die Region noch nicht beantworten. Sie wird jetzt weitere Daten erheben und Wasser, Pflanzen und Boden untersuchen lassen, um ein sicheres Bild zu haben.

Zeitgleich sucht sie jetzt Verursacher, Vorbesitzer und Vertragsverhältnisse. Sie versucht, Verantwortliche für die Kosten heranzuziehen. Obergrenze für Grundeigentümer ist der Wert eines belasteten Grundstücks. Die Region hat am Mittwoch an Zeitzeugen appelliert, ihr bei der Suche zu helfen. Die Sitzung am Mittwoch hatte gezeigt, dass Erinnerungen an die Müllkippen noch sehr wach sind. Hinweise nimmt die Region per E-Mail an bodenschutz@region-hannover.de entgegen.

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Von Redakteur Markus Holz

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