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Auf einen Bierdeckel, Herr Weil

Landtagswahl 2017 Auf einen Bierdeckel, Herr Weil

In die Arena, bitte: Die SPD-Landtagskandidaten Thela Wernstedt, Wiebke Osigus, Rüdiger Kauroff und Stephan Weil standen am Montagabend vereint am Wahlkampfpult im Geschwister-Scholl-Gymnasium. Das erste SPD-Forum dieser Art mit seinen Bierdeckelfragen hatte durchaus seinen Reiz.

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In der SPD-Arena (von links): Rüdiger Kauroff (Garbsen-Wedemark), Wiebke Osigus (Neustadt-Wunstorf) und Stephan Weil.

Quelle: Markus Holz

Berenbostel. Natürlich ist es eine Inszenierung. In der Mitte der Aula das Stehpult für vier Kandidaten plus Moderatorin. Rund 120 Gäste gruppieren sich in vier Sitzblöcken um das Pult. Ein Fernsehteam dreht. Mitarbeiter einer Agentur teilen Bierdeckel für Fragen an die Kandidaten aus, sammeln sie ein, legen Wahlkampfprospekte aus. Große Banner mit Stephan Weil sind perfekt ausgeleuchtet. Die anderen drei Kandidaten müssen selbst einen Platz für ihre Konterfeis suchen.

In der Arena finden sich überwiegend SPD-Mitglieder oder Sympathisanten aus Garbsen, Wunstorf, Neustadt, Stöcken und Herrenhausen - aber wer sagt, dass diese Leute keine eigenen Fragen oder Fragen aus der Wählerschaft haben? "Herr Weil, meine Frau und ich wohnen in Garbsen, wir arbeiten in Hannover - warum wird meiner Tochter in Hannover der Krippenplatz verwehrt?", fragt SPD-Ratsherr Claudio Provenzano. Er stehe mit dem Problem nicht allein, habe alles versucht und aus der Not heraus eine zusätzliche Wohnung in Hannover für seine Frau angemietet. "Vielleicht gibt es in Hannover noch Engpässe", sagt Weil, "aber das wird sich in den nächsten Jahren immer weiter verbessern. Schreiben Sie mir, ich melde mich - ohne Garantie auf eine positive Auskunft."

Wie kann es sein, dass die Herz-OP für einen über 80-jährigen Patienten in der MHH fünfmal verschoben wird? Was wollen Sie gegen den Erzieher-, Lehrer- und Pflegekraftmangel tun? Ist Digitalisierung eher Gefahr oder Chance? Manche Frage wirkt wie eine gezielte Vorlage. Keine Frage kommt aus den Oppositionsecken rechts oder links der SPD. Weil hat auf fast alles eine Antwort. Und wenn nicht, gibt er weiter an Oberärztin Wernstedt, Anwältin Osigus oder den frisch ernannten feuerwehrpolitischen Sprecher der Landtagsfraktion, Rüdiger Kauroff. Mindestens viermal fällt der Weil-Satz: "Mir macht das Amt Spaß, ich würde das gerne weiter machen." Das ist der Bonus des Amtsinhabers. Der Spitzenkandidat steht fast eine Stunde lang allein in der Arena.

Wernstedt, Osigus und Kauroff dürfen so lange Platz nehmen und drohen kurz zu Randfiguren zu werden, bevor Moderatorin Cosima Schmitt sie zurückholt. Sie hatten sich zu Beginn kurz vorstellen und über ihre "Herzblutthemen" erzählen dürfen. Das macht das Ganze sehr persönlich. Kauroff und Osigus klingen routiniert, Wernstedt ist das ohnehin. Sie hat neben Weil die meiste politische Erfahrung. Alle drei vermitteln einen Tag nach der 20-Prozent-Niederlage in Berlin eine "Jetzt-erst-Recht-Stimmung" - auch das darf im Wahlkampf sein. Unterm Strich kurzweilig, sehr themenreich, eine gute Chance, sich über Lösungsansätze der SPD zu informieren - und ein Lehrstück für intelligenten Wahlkampf, leider ohne Beteiligung von wahlberechtigten Schülern.

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