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Kronsberg-Sanierung nimmt Gestalt an

Garbsen Kronsberg-Sanierung nimmt Gestalt an

Nach jahrelangen Planungen für das Programm Soziale Stadt sind im Quartier Berenbostel-Kronsberg für Anwohner und Besucher die ersten Veränderungen sichtbar. Die Stadt lässt den Spielplatz an der Corinthstraße neu gestalten, auch die Planungen für das Quartierszentrum und den Kronsbergplatz nehmen immer mehr Form an.

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Aufgefrischt: Die Häuser an der Corinthstraße sind gelb verputzt - der Farbton ist eine Hommage an die gelben Kronsbergklinker.

Quelle: Jutta Grätz

Berenbostel. Das Wohnungsbauunternehmen Vonovia saniert bereits seit 2016 sukzessive seine 492 Wohnungen im Quartier und investiert dafür am Kronsberg 21 Millionen Euro. Ende 2017 soll der zweite Bauabschnitt fertig sein, Ende 2018 der dritte und letzte. Bei einem Rundgang durchs Quartier haben Vertreter der Stadtverwaltung, Quartiersmanager Marc Müller-de Buhr und Thomas Weinert, Regionalleiter der Vonovia, über die aktuellen Planungen informiert.

An der Corinthstraße/Ecke Neuer Landweg erscheint der Spielplatz im tristen Ambiente – Kinder Fehlanzeige. Die betongrauen Tischtennisplatte sind verwaist, die Rasenfläche löchrig, einzig eine orangefarbene Drehwippe animiert zum Spielen. Doch das soll sich ändern: Die Stadt lässt die Fläche für 200.000 Euro neu gestalten. Baubeginn ist bereits im September. Geplant ist ein Mix aus Bewegung und Chillen mit Spielgeräten für viele Altersstufen.

Die anliegenden Wohnanlagen an der Corinthstraße sind dagegen frisch verputzt und leuchten in unterschiedlichen Gelbtönen – jedes Haus in einer anderen Farbe. Die Vonovia, 2015 als Verbund von Gagfah und Deutscher Annington entstanden, modernisiert seit 2016 nach und nach ihre 492 Wohnungen im Quartier. "Die gelben Fassaden sind eine farbliche Hommage an die bekannten gelben Klinker des Kronsbergquartiers", sagt Weinert.

Neue Fenster, gedämmte Fassaden und Dächer, neue Bäder und Eingangsbereiche – inklusive Vordächer, Beleuchtung und Sprechanlagen: "Wir modernisieren vom Keller bis zum Dach", sagt Weinert. "Die Sanierung war notwendig." Auch die Heizungsanlagen werden auf den neuesten technischen Stand gebracht. Von den 1145 Wohnungen im Quartier sind nur 150 in Privateigentum, dagegen 995 im Besitz von Wohnungsunternehmen.

"Das ist bereits jetzt ein Unterschied wie Tag und Nacht", sagt Bettina Schlomka, Mitarbeiterin der städtischen Abteilung für Stadtentwicklung. "In zwei Jahren wird das Quartier völlig anders aussehen." Die Baustruktur habe eine hohe Qualität – ebenso die städtebauliche Struktur mit den großen Grünflächen zwischen den Häusern, ergänzt Katharina Over, neue Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung. "Die großzügigen Grünflächen sind ein Pfund und bieten viel Potenzial", sagt Over.

Sie erklärt die neueste Idee der Stadtplaner: Ein Grünzug am Franziskusweg entlang über die Osterwalder Straße bis ins westliche Berenbostel soll das Quartier mit dem Schulzentrum III verbinden. Zusätzliche Freizeitmöglichkeiten soll ein Spielplatz an der Osterwalder Straße schaffen. Das Team des Landschaftsarchitektenbüros Spalink & Sievers, das auch den Spielplatz an der Corinthstraße neu geplant hat, wird Grünanlagen, Wege und auch die Müllsammelplätze für das gesamte Quartier gestalten.

"Das Sanierungsprogramm der Vonovia ist ein sehr positives Beispiel für die Kooperation von Kommune und privater Wohnungswirtschaft", sagt Over. Und das Förderprogramm setze auch Impulse für private Eigentümer, wie an der Liebermannstraße, die wir nun entlang gehen. Für einen Teil der Wohnungen haben bereits auch private Eigentümer Modernisierungen angekündigt. An vielen Stellen an der Liebermannstraße und der benachbarten Feuerbachstraße ist das Erdreich aufgerissen: Tiefbau- und Versorgungsunternehmen erneuern zeitgleich zur Wohnungssanierung Versorgungsleitungen und Hausanschlüsse – "eine logistische Herausforderung vieler Kooperationspartner", sagt Weinert.

Anstelle der alten, etwas heruntergekommenen Ladenzeile an der Wilhelm-Reime-Straße soll das Quartierszentrum entstehen, "das neue Herzstück des Stadtteils", sagt Over. Noch sehen die Bauten und der graue Waschbetonbelag trostlos aus, die Bausubstanz zeigt deutliche Mängel. Die Stadt habe den östlichen Teil des Bereichs gekauft, dem Mieter sei gekündigt worden, der habe nicht reagiert, nun sei eine Zwangsräumung geplant, sagt Over. Danach werde ein Abrissgutachten erarbeitet. Die Ladenzeile im westlichen Teil soll bleiben, sie gehört unterschiedlichen Eigentümern.

"Das Zentrum soll Treffpunkt für alle Generationen werden", sagt Over. In dem Räumen sollen unter anderem das Haus der Jugend und das ökumenische Sozialprojekt Neuland unterkommen. Außerdem plane die Stadt Räume für Vereine und eine Begegnungsstätte. Einrichtungen aus dem Quartier und interessierte Bewohner sollen an den Entwürfen für das Raumprogramm beteiligt werden. "Die künftige Außenfläche im Norden des Quartierszentrums wird speziell für die und mit den Jugendlichen des Quartiers gestaltet", kündigt Over an. "Das neue Quartierszentrum soll der Kristallationspunkt für nachbarschaftliches Leben auf dem Kronsberg werden." Es solle nachhaltig wirken, nicht nur baulich, sondern auch sozial, und damit über die Dauer des Programms hinaus.

Der Kronsbergplatz gegenüber vom geplanten Quartierszentrum werde als Eingang in das Quartier und in Verbindung mit dem neuen Zentrum gestaltet. "Für beide Planungen wird es einen städtebaulichen Wettbewerb geben – auch das zeigt die Bedeutung, die wir diesem Projekt beimessen", sagt Over. Für den Neubau des Quartierszentrums sind 3,2 Millionen Euro vorgesehen, für die Planung des Kronsbergplatzes weitere 800.000 Euro. Das Konzept für den Platz soll mit dem Eigentümer des Hochhauses an der Wilhelm-Reime-Straße abgestimmt werden.

Drei Fragen an Thomas Weinert, Regionalleiter der Vonovia

21 Millionen Euro für 492 Wohnungen: Warum investiert die Vonovia in dieser Größenordnung im Quartier Berenbostel-Kronsberg?

Das Potenzial des Kronsbergs ist sehr hoch. Insbesondere mit Blick auf den zukünftigen Campus Maschinenbau macht es Sinn, hier zu investieren. Das Engagement ist unser Bekenntnis zum Standort Garbsen.

Was waren die größten Herausforderungen bei der Sanierung?

Die Sanierungen liefen relativ reibungslos;der Austausch einer Heizungsanlage in einer bewohnten Wohnung ist aber für die Mieter meist mit Aufwand verbunden. Hier haben wir uns bemüht, die Umstände gering zu halten. Außerdem haben wir feste Ansprechpartner während der Sanierung, die die Mieter jederzeit kontaktieren können.

Werden die Mietpreise der sanierten Wohnungen ansteigen?

Wir investieren in die energetische Sanierung und orientieren uns an den gesetzlichen Regelungen. Die Mieten werden moderat steigen, dem regionalen Mietspiegel angemessen.

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Fotostrecke Garbsen: Kronsberg-Sanierung nimmt Gestalt an

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Von Jutta Grätz

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