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Zeuge rät: Nicht zuschauen, sondern handeln

Schloß Ricklingen Zeuge rät: Nicht zuschauen, sondern handeln

Für Marcel L. war es eine Art moralischer Reflex: Er hat am Freitag einen flüchtenden Räuber verfolgt, überwältigt und der Polizei übergeben - ohne langes Zögern. „Wenn alle nur zuschauen, ändert sich doch nichts“, sagte der 29-jährige Schloß Ricklinger am Montag.

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Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Quelle: Symbolbild

Schloß Ricklingen. Marcel L. hatte im Feierabenddress mit Flip Flops an den Füßen im Kappe-Markt Kleinigkeiten besorgen wollen, stand an der Kasse und blinzelte durch das Gitter mit den Zigarettenvorräten. Versteckt vor der Kassiererin stopfte ein Trio Zigarettenpackungen in einen Rucksack, am Ende 64 Stück. Die Männer waren zwischen 25 und 35 Jahre alt. „Einer hat gesehen, dass ich ihn sehe, aber er hat weiter ins Regal gegriffen“, erzählt L.

Was tun? Gleich ansprechen? Nichts unternehmen? „Ich habe der Kassierin leise gesagt, sie soll ganz ruhig bleiben und die Polizei anrufen.“ Weil die Kassierin erst die Filialleiterin informieren wollte, ging Marcel zur Mitarbeiterin im Backshop. Die begriff schnell. „Ich habe noch mal um die Ecke zu den Männern geschaut. Da werden sie misstrauisch, machen den Rucksack dicht und wollen gehen. Einer bezahlt noch sein Obst, als gehöre er gar nicht dazu. Einer geht ganz ruhig aus dem Laden in Richtung Zahnarzt gegenüber. Der dritte, ein 26-jähriger Georgier, trägt den Rucksack eilig durch den Laden zurück zum Eingang, fängt an zu rennen, schubst die Filialleiterin zur Seite.“

Eine ältere Kundin hält dem Räuber noch den Gehstock vor die Füße. L. rennt rufend hinterher. Einen Flip Flop verliert er, den zweiten kickt er weg. Als sich der Georgier zu ihm umdreht, setzt L. ihn mit einem gezielten und schmerzhaften Angriff außer Gefecht.

Er hat Kampfsporterfahrung, darauf verlässt er sich in diesem Moment. Der Schmerz ist so stark, dass der Täter aufgibt. Mit einem Freund fixiert er den Mann, bis die Polizei ihn 20 Minuten später übernimmt. Marcel L. ist natürlich Dorfgespräch am Wochenende. Ist er stolz? Irgendwie schon. „Man muss keine Uniform anhaben, um zu helfen“, sagt der 29-Jährige. Würde er wieder so handeln? „Das hängt von der Situation ab.“

Von Markus Holz

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Von Redakteur Markus Holz

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