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Acht Tage lang außerhalb der Wohlfühlzone

Garbsen Acht Tage lang außerhalb der Wohlfühlzone

Weite Radtouren mit Freunden oder wild zelten mit Lagerfeuer kann die Smartphone-Generation nicht mehr locken? Von wegen! Für das Projekt Herausforderung sind 23 Schüler der IGS Garbsen mit wenig Geld unterwegs gewesen - auf dem Fahrrad, wandern oder in einem Survival-Lager im Wald.

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23 Schüler des siebten und achten Jahrgangs IGS Garbsen waren acht Tage lang unterwegs. Zwar waren Betreuer dabei, die Planung der fünf Gruppentouren lag aber ganz in der Hand der Schüler.

Quelle: Benjamin Behrens

Garbsen-Mitte. Seit drei Jahren gibt es das Projekt Herausforderung an der IGS, die Idee stammt aus einer Lehrerfortbildung. "Wir hatten Probleme, Begleiter zu finden", sagt Projektleiterin Kristina Schulze. Schließlich sind die Schüler über eine Woche unterwegs, zu lang, als dass sie ohne großen Planungsaufwand allein von IGS-Lehrern begleitet werden könnten. Zum ersten Mal ist daher das Projekt Teil eines Seminars an der Universität Hannover gewesen. Sechs Lehramtsstudenten haben die 23 Schüler begleitet zum Fahrradfahren nach Cuxhaven, auf Radtour durch Niedersachsen und beim Wandern an der Elbe. Jede der fünf Gruppen hatte ein Budget von 50 Euro pro Kopf für die gesamte Tour.

"Wir haben überlegt, was wir machen wollen und versucht, uns zu einigen", sagt Neele. Ein halbes Jahr planten die fünf Schüler die Tour, bevor es vom 9 bis 16. Juni los ging. Das Ziel war schnell gefunden, wandern an der Mecklenburgischen Seenplatte. Und dann kam alles anders als gedacht.

Die Zugfahrt von Hannover nach Schwerin lief noch wie geplant. Doch die Route von Schwerin in Richtung ihres Ziels an der Seenplatte war viel länger als gedacht. "Auf Google Maps haben wir gelesen, dass es 22 Kilometer sind. Die Einheimischen haben dann gesagt, es sind eher 30 bis 40", sagt Max. Dabei hatten er und seine vier Mitschülerinnen extra darauf geachtet, dass nur Wanderwege angezeigt werden. Nachdem der erste Schock überwunden war, entschieden die fünf und die Lehramtstudentinnen Mareike Meyer und Charlene Hennecke spontan, neu zu planen. Kostenlos Unterkunft fanden sie beim Frauensportverein 02 Schwerin. Von dort und vom Campingplatz in Raben Steinfeld ging es auf jeweils rund zehn Kilometer lange Tagestouren, mal auf den Zwei-Seen-Weg, dann zum Ziegelsee oder ganz aus Versehen nach Görslow. "Da sind wir zu weit gelaufen", sagt Runa. Macht nichts, dafür lernte die Truppe eine nette Frau kennen, die die Wanderer zum Essen einlud.

Mit dem Reisebudget von 50 Euro sind sie bestens ausgekommen. "Wir haben viele nette Menschen kennengelernt, und wurden gut verpflegt", sagt Neele. Max hat sogar einen Fisch geangelt, "eine Rotfeder", wie der passionierte Angler gleich erkannte. "Mit 80 Millionen Gräten", sagt Runa. Es blieb nicht das einzige Erlebnis mit einem Fisch. "Wir haben einen toten gesehen, der war riesig - richtig eklig", gruselt sich Neele. Unschön war auch ein Betrunkener, der die Jugendlichen am Faulen See ansprach. "Wir haben die Polizei gerufen", sagt Charlene Hennecke. Passiert ist zum Glück nichts. Dafür haben die Abenteurer von Hannover bis nach Mecklenburg-Vorpommern von Fremden Hilfe und Geschenke bekommen - von Wasserflaschen über Pommes bis hin zur selbst gemachten Marmelade.

Ob sie trotzdem wegen der anstrengenden Touren je Momente hatten, in denen sie aufgeben wollten? "Die gab es jeden Tag - aber ich würde es sofort wieder machen", sagt Mareike Meyer.

Nachgefragt bei: Kristina Schulze, Projektleiterin

Welche Tipps können Sie jungen Abenteurern geben?

Jugendlichen würde ich nahelegen, einfach offen und freundlich auf die Menschen zuzugehen und sie einfach zu fragen. Man ist überrascht, wie bereitwillig sie einem entgegenkommen und was sie bereit sind, einem völlig fremden Menschen zu geben.

Was sollte man tun, wenn etwas anders läuft als geplant?

Die jungen Leute sollten keine Scheu davor haben, dass etwas schiefgehen kann. Auch in den Situationen, in denen man irgendwo endet, wo man gar nicht hin wollte, haben wir die Erfahrung gemacht, dass man immer irgendwie wieder herauskommt. Zumindest wenn man bereit und offen ist, dann auch um Hilfe zu bitten.

Was können Sie sonst noch mit auf den Weg geben?

Spaß daran zu haben, das eigene Land kennenzulernen. Mal aus der eigenen Haustür zu treten, die Wohlfühlzone zu verlassen und zu sehen, was es sonst noch so gibt.

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Fotostrecke Garbsen: Acht Tage lang außerhalb der Wohlfühlzone

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Von Benjamin Behrens

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