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Silvanus heißt Silas und nicht Waldgott

Garbsen/Serie Namenspatrone Silvanus heißt Silas und nicht Waldgott

Wer war eigentlich Willehad? Und welche Verdienste haben Wilhelm Langrehr und Heinz Priebe, dass Stadien und Sporthallen nach ihnen benannt wurden? Manche Namenspatrone von Kirchen, Schulen und anderen Gebäuden sind der Öffentlichkeit kaum noch bekannt. Die kleine Serie der Lokalredaktion Garbsen will Gedächtnishilfe leisten. Heute: Silvanus

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Das Kirchenzentrum der Silvanus-Gemeinde wird nicht mehr lange so bestehen bleiben.

Quelle: Bernd Riedel

Berenbostel. Silvanus klingt römisch, und das ist es auch. Es steckt sogar das Wörtchen silva, das heißt Wald, darin - und wer diesem Hinweis nachgeht, befindet sich auf dem Holzweg. Silvanus war tatsächlich ein römischer Waldgott - der kann aber beim besten Willen nicht der Namenspatron für die Berenbosteler Silvanus-Gemeinde gewesen sein.

"Silvanus ist Silas", sagt Pastorin Gabriele Brand, und weist damit einen besseren Weg. Der Name Silas, so heißt es allgemein, soll griechischen Ursprungs sein, und die latinisierte Form lautet Silvanus. Silvanus oder Silas gilt als einer der führenden Männer in der Jerusalemer Urgemeinde im ersten christlichen Jahrhundert. Er stand sogar im Ruf eines "Propheten", jemand mit unmittelbarem Zugang zum Heiligen Geist. Silas-Silvanus begleitete den Apostel Paulus auf dessen zweiter Missionsreise. Viel mehr Konkretes lässt sich über ihn kaum sagen. Im ersten Brief des Apostels Petrus wird ein Silvanus genannt. Ob er identisch ist mit dem Begleiter des Paulus bleibt offen.

Im 1. Brief des Paulus an die Thessalonicher heißt es in der Grußformel: "Paulus, Silvanus und Timotheus an die Gemeinde von Thessalonich ..." In der Apostelgeschichte 15 heißt es über den Beginn der zweiten Missionsreise des Paulus: "Barnabas nahm Markus mit sich und fuhr nach Zypern. Paulus aber wählte Silas." So können Historiker die beiden Namen sicher miteinander verbinden.

Die Gemeinde in Berenbostel, deren Namenspatron Silvanus ist, wurde 1968 gegründet. Sie war eine Tochter der Berenbosteler Stephanus-Gemeinde, die wiederum eine Ausgründung der Martinsgemeinde Engelbostel war. Nach Auskunft von Pastorin Gabriele Brand soll ein damaliger Landessuperintendent des Sprengels Hannover den Namensvorschlag gemacht haben. Im Jahr 1968 waren es zwei Landessuperintendenten: Johannes Schulze, der an Otto Schnübbe übergab. Von Schnübbe ist der Ausspruch überliefert, dass alle 500 Meter eine Kirche stehen sollte.

Vielleicht gibt es eine ganz einfache Erklärung für die Namenswahl: Beide, Stephanus und Silas/Silvanus, werden in der Apostelgeschichte genannt und sind bedeutende historische Gestalten des Urchristentums im 1. Jahrhundert. Sie festigten und verbreiteten die christliche Lehre. Diese Aufgabe fiel der neu gegründeten Gemeinde im Quartier Auf dem Kronsberg auch so zu. Eine Gemeinde, die nach Silvanus benannt ist, hat außerdem ein Alleinstellungsmerkmal: "Wir sind sehr froh über diesen Namen", sagt Pastorin Brand, "davon gibt nicht so viele. Man landet bei der Suche im Internet schnell bei uns."

Das Silvanus-Kirchenzentrum wurde 1975 gebaut. Es trägt den Charme der Architektur dieser Zeit. Es ist aber nach den neuen Regeln der Landeskirche zu groß und zu teuer geworden. So reifen derzeit PLäne, den jahrzehntealten Bau durch einen kleineren, modernen zu ersetzen. Aber der Name Silvanus wird sicherlich bleiben.

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