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Kontrollgänge in der Nacht: Prävention hat Erfolg

Garbsen Kontrollgänge in der Nacht: Prävention hat Erfolg

Die Sicherheitspartnerschaft von Polizei und Stadt mit zahlreichen Präventionsmaßnahmen ist erfolgreich. Das bestätigt die Stadtverwaltung in einer umfangreichen und detaillierten Antwort auf eine Anfrage des Ratsherrn Hartmut Büttner (CDU). Sie warnt zugleich vor einer Überbewertung der Erfolge.

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Der Brand der Willehadi-Kirche war einer der verheerendsten Fälle von Brandstiftung.

Quelle: Archiv

Garbsen. Schon die Zahlen der Polizei hatten aufhorchen lassen. Nach der Polizeistatistik ist die Zahl der Straftaten in Garbsen auf dem niedrigsten Wert seit 2010: Von 3771 (2010) stieg sie auf 4315 im Jahr 2013 und lag im vergangenen Jahr bei nur noch 3442. Auch die Jugendkriminalität hat rapide abgenommen. Büttner wollte wissen, ob und welche konkreten Maßnahmen der Stadt an dieser Bilanz beteiligt sein könnten.

In ihrer viereinhalbseitigen Antwort geht die Stadtverwaltung detailliert auf die Sicherheitspartnerschaft zwischen Stadt und Polizei ein, die im Dezember 2000 gegründet und nach etlichen Brandstiftungen 2015 durch den Bereich Städtebau ergänzt worden ist. Die Stadt verfolge mehrere Projekte, die der Prävention dienten, heißt es in der Antwort. Maßnahmen der Jugendsozialarbeit und zur Beseitigung von Brandgelegenheiten, Verbesserung von Beleuchtungssituationen, das Präventionsprogramm PaC (Prävention als Chance), die Zusammenarbeit der Institutionen im Präventionsrat: Diese wesentlichen Bausteine und langfristigen Strategien hätten sicher zu einer Senkung der Straftaten beigetragen.

Zur Verhinderung von Brandgefahren arbeite die Stadt im Stadtteil Auf der Horst mit der Unternehmensgruppe Baum eng zusammen. Auf der Horst würden zum Beispiel alle Häuser bestimmter Straßenzüge in den Nachtstunden mehrmals wöchentlich daraufhin überprüft, ob die Türen geschlossen sind und ob bei offenen Haustüren Brandlasten in den Gebäuden festgestellt werden. "Die Berichte über diese Kontrollen gehen an die Verwaltung und die Hauseigentümer und werden von der Verwaltung ausgewertet und von den Hauseigentümern zum gezielten Einsatz ihrer Hausmeister genutzt", sagt die Verwaltung. Brände  in Hauseingängen habe es seitdem nicht mehr gegeben.

Die Polizei hat für Garbsen im Jahr 2014 insgesamt 93 und für 2015 insgesamt 37 Branddelikte erfasst. Die Feuerwehr der Stadt Garbsen hatte 2014 176 Brandeinsätze, im Jahr 2015 waren es 126. Davon hatte die Ortsfeuerwehr Garbsen, die auch für den Stadtteil Auf der Horst zuständig ist, 76 Brandeinsätze im Jahr 2014 und nur noch 17 Brandeinsätze ein Jahr darauf. In diesen Zahlen zeige sich der deutliche Rückgang der Branddelikte insbesondere im Stadtteil Auf der Horst, sagt die Verwaltung.

Die Kontakte in Partnerschaft zwischen Stadt und Polizei seien eng, sowohl auf Leitungs- als auch auf Sachbearbeiterebene, sagt die Verwaltung. Die kriminologische Analyse werde gemeinsam erstellt und fortgeschrieben. Es sei "davon auszugehen, dass diese gute Zusammenarbeit und deren öffentliche Kenntnisnahme eine positive Wirkung auf die tatsächliche und gefühlte Sicherheit in der Stadt Garbsen haben". Ergäben sich neue Erkenntnisse, würden die Maßnahmen sofort angepasst. Die Stadt Garbsen steuere damit einen wichtigen Anteil zur Senkung der Kriminalitätsrate bei.

Für den Stadtteil Auf der Horst habe die Ordnungsabteilung die Standorte von Müllcontainern und deren Einhausung mit einer Fotodokumentation erfasst. Die zuständigen Wohnungsbauunternehmen würden einbezogen. Ziel sei es, die Containerstandorte zu verlagern, damit sie besser eingesehen werden können, oder mit brandsicherem Material einzuhausen. Bei einigen Standorten sei das bereits geschehen. Die Polizei begrüßte in ihrer Staftatenbilanz diese Präventionsprojekte und will sie weiter aktiv begleiten.

Trotz der guten Erfolge sei nicht "der vorschnelle Schluss zu ziehen , dass Garbsen sicher sei", schreibt die Stadtverwaltung in ihrer Antwort. Der Erfolg, der sich in der Polizeistatistik widerspiegele, "sollte uns anspornen, auf diesem Weg weiterzumachen", sagt Bürgermeister Christian Grahl.

Die Kosten der Prävention sind schwer darstellbar. Die städtischen Sicherheitsmaßnahmen seien in verschiedenen Fachbereichen angesiedelt. Sonderprojekte fielen ebenso darunter wie die laufende Verwaltungsarbeit. Beispielsweise seien im Jahr 2016 für die Beauftragung eines Sicherheitsdienstes 20.000 Euro, für die Sperrmüllentsorgung 9000 Euro und für die Beauftragung der Servicebetriebe für Maßnahmen der Gefahrenabwehr 11.700 Euro vorgesehen. Für die Verbesserung und Ergänzung der Beleuchtung im Stadtteil Auf der Horst seien aus den Mitteln des Programms "Soziale Stadt" 50.000 Euro eingeplant. Für die Jugendsozialarbeit seien 120.000 Euro vorgesehen, Maßnahmen des Programms PaC werden mit 10.000 Euro unterstützt. Für das nächste Jahr "werden Haushaltsmittel in mindestens gleicher Höhe erforderlich sein", sagt die Stadtverwaltung.

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