Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Solidarität reicht bis über den Atlantik

Garbsen Solidarität reicht bis über den Atlantik

20 Jahre lang koordinierte Willehadi-Diakonin Heike Voskamp das Honduras-Projekt von 13 Kirchengemeinden aus Garbsen und Seelze, jetzt gibt sie es in viele neue Hände. Grund für den Wechsel sind neue Aufgaben - für ein Viertel ihrer Stelle.

Voriger Artikel
Evakuierung der IGS klappt fast reibungslos
Nächster Artikel
Garbsen trifft Kuba: Kulturzelt ist eröffnet

Machen sich stark für die Partnerschaft mit Honduras: Edgar Dogge (von links), Heike Ippensen, Heike Voskamp, Antje Timm-Meyer und Thomas Herbst.

Quelle: Jutta Grätz

Garbsen/Seelze. Fußball, Gewalt und Hurrikans – damit verbinden viele Honduras. Eher unbekannt: In Garbsen gibt es seit 1989 Verbindungen zu dem zentralamerikanischen Land am Atlantik. 13 Kirchengemeinden aus dem Bereich Garbsen und Seelze engagieren sich seit 28 Jahren für derzeit zehn kleine Gemeinden der Iglesia Christiana Luterana de Honduras – mit rund 2000 Mitgliedern aus 440 Familien eine religiöse Minderheit.

Dreiviertel von Voskamps Stelle trägt wie bisher der Stadtkirchenverband, ein Viertel ist seit 1.1. 2017 fremdfinanziert. Ihr neuer Auftrag lautet: die Verbindung zwischen den Gemeinden und der Diakoniestation Garbsen fördern.  "Ich musste mich von Projekten trennen", sagt sie, "das Honduras-Projekt war dabei." Vor Kurzem ist sie offiziell von dem Amt entpflichtet worden. Künftig werden Heike Ippensen, Thomas Herbst, Antje Timm-Meyer und der ehemalige Havelser Pastor Edgar Dogge das Honduras-Projekt begleiten – ehrenamtlich. "Wir hängen damit kirchenorganisatorisch ein wenig in der Luft", sagt Dogge und meint nicht nur den Wegfall der hauptamtlichen Stelle für die Koordination des Projekts. Seit 2013 sind die Gemeinden aus dem früheren Amtskreis Garbsen/Seelze, die das Projekt tragen, im Amtsbereich Nord-West des Stadtkirchenverbandes organisiert.

Alle vier Ehrenamtlichen halten, wie Voskamp, regen Kontakt zu den evangelischen Partnergemeinden in Honduras: durch Reisen, als Gastgeber für Besuche von Delegationen der Partnergemeinden, über E-Mails und soziale Netzwerke. Heike Ippensen aus Lohnde wird die Koordination des Projekts und das Finanzmanagement übernehmen, Antje Timm-Meyer, ebenfalls aus Lohnde, die Anbindung an die kirchlichen Gremien. "Schnittstelle" nach Honduras wird Thomas Herbst aus Havelse, er übernimmt auch die Öffentlichkeitsarbeit. "Ich hab noch nix", sagt Dogge, "Aber ich denke, dass sich etwas findet." "Ich bin erleichtert, dass das Projekt weitergeht", sagt Voskamp.

"Im Mittelpunkt des Projekts wird weiterhin das Stipendienprogramm stehen", sagt Herbst. Das Projekt habe schon mehr als 50 Stipendien für Theologiestudenten ermöglicht. So wie bei Enrique, der fast 50 Stunden in einer Maquila, einer großen Fabrik arbeitet, seit kurzem Theologie studiert und dessen Traum es ist, Pastor zu werden. Die evangelischen Gemeinden in Honduras engagieren sich mithilfe der deutschen Partner auch für eine Gesundheitsstation, in der Jugendarbeit sowie für Kultur- und Sportprojekte. "Die evangelische Kirche in Honduras versteht sich als Kirche der Armen", sagt Voskamp, "die Verbindung im Glauben ist der Motor." In Honduras leben 80 Prozent der Menschen unterhalb der Armutsgrenze, das Schulwesen hat große Mängel, Jugendbanden haben großen Zulauf.

Die Ehrenamtlichen werden sich künftig als Vorstandsteam organisieren und in Kürze eine Geschäftsordnung geben. Die Arbeit ist für alle eine Herzensangelegenheit, so scheint es. "Die Gemeindemitglieder in Honduras sind so überzeugt, so fröhlich und leben ihren Glauben im Alltag", sagt Ippensen. "Das steckt an."

doc6wlg5y0k11e8enzcomt

Machen sich stark für die Partnerschaft mit Honduras: Edgar Dogge (von links), Heike Ippensen, Heike Voskamp, Antje Timm-Meyer und Thomas Herbst.

Quelle: Jutta Grätz

Von Jutta Grätz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6xkxyanz05tmbxkhoxg
Parkour ist mehr als nur eine Sportart

Fotostrecke Garbsen: Parkour ist mehr als nur eine Sportart

Lebensart-Garbsen

Viele interessante Informationen, Adressen und Unternehmen aus Hannovers Nachbarort finden Sie im innovativen Netzwerk "Lebensart Garbsen". mehr