Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Ist Ihr Zuhause wirklich sicher?

Garbsen Ist Ihr Zuhause wirklich sicher?

Die Stadt Garbsen ist dem Netzwerk Zuhause sicher beigetreten - um ein Beispiel zu geben. Um die dazugehörige Plakette zu erhalten, müssen Haus- und Wohnungsbesitzer einiges tun. In dieser Hinsicht wirkte eine Informationsveranstaltung der Polizei zum Einbruchschutz am Donnerstagabend im Ratssaal für einige der rund 100 Zuhörer wohl desillusionierend.

Voriger Artikel
Halbmarathon auf den Spuren Robin Hoods
Nächster Artikel
Grundstein für Stadtteilzentrum ist gelegt

Ungefähr fünf Sekunden lang dauert so ein Aufhebeln - in 77 Prozent der Fälle kommen Einbrecher auf diese Weise ins Haus, sagt die Polizei aus Erfahrung.

Quelle: Symbolbild

Garbsen-Mitte. Polizeihauptkommissar Michael Nickel zerstörte diese Illusionen gezielt, mit Vorsatz, zwar humorvoll, fast kurzweilig und selbstironisch - aber sein Vortrag dürfte einige sicher geglaubte Tatsachen ins Wanken gebracht haben. Zum Beispiel, dass eine gut einsehbare Eingangstür, direkt an einer Straße gelegen, vor Einbruch schützt. Nickel schilderte, wie schnell Einbrecher Haustüren aufbekommen: in wenigen Sekunden. In einem Fall hätten die Einbrecher ein Fenster eingeschlagen - das Klirren muss an der Bushaltestelle vor dem Haus gut zu hören gewesen sein. Trotzdem rief niemand die Polizei. Deshalb Nickels dringende Bitte: "Wenn Sie ein Klirren hören, dann rufen Sie die Polizei."

Einbrecher geben auch nicht sofort auf: Das tun sie erst nach etwa fünf Minuten. Über diese Zeit hinweg müssen Türen, Fenster, Glas standhalten. Mit einem Video demonstrierte Nickel, wie ein Einbrecher brachial mit einer Spaltaxt ein Fenster einzuschlagen versucht, und nur deshalb scheitert, weil Verbundglas eingebaut war. Oft sei Gewalt gar nicht notwendig: "Die meisten Fenster gehen ganz leicht auf."

Statistisch ausgedrückt, ist die Gefahr, Opfer eines Einbruchs zu werden, relativ hoch: Seit 2006 ist die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle kontinuierlich gestiegen. Die Aufklärungsquote liegt bei rund 25 Prozent im Bereich der Polizeidirektion Hannover. "Aber was nützt Ihnen das, wenn bei Ihnen eingebrochen worden ist, und Sie mit dem materiellen Schaden auch die psychischen Folgen tragen", sagte Nickel.

Die häufigste Methode - sie wird zu rund 77 Prozent am Vordereingang wie an der Rückseite der Häuser benutzt - ist das Aufhebeln. Die erstaunlichste Zahl in der Statistik: In elf Prozent der Fälle kommen die Einbrecher "ohne erkennbare Spuren" ins Haus. Schutz bieten nur geprüfte Aufhebelsperren, sagte Nickel. Wie diese aussehen sollten, das erläutert die Polizei bei individuellen Beratungsterminen. Einbrecher scheitern an mechanischen Sperren - sogenannten Pilzkopfverriegelungen und aufgesetzte Zusatzsicherungen.

Wer sich stärker absichern möchte, der sollte dem Netzwerk Zuhause sicher beitreten. Die Stadt hat das vor Kurzem getan. Sie arbeitet in der Prävention mit der Polizei eng zusammen: Tatgelegenheiten - in Garbsen waren es eine Zeit lang auch Brandstiftungen - werden konsequent reduziert, erläuterte Bürgermeister Christian Grahl am Donnerstagabend. Im Netzwerk sind Kommunen, Handwerksbetriebe und Unternehmen - darunter auch Versicherungen, die in manchen Fällen Nachlasse gewähren - miteinander verbunden. Seit Gründung des Netzwerks für Stadt und Region Hannover im Oktober 2010 sind erst 780 Plaketten vergeben worden - und im vergangenen Jahr gab es allein 1900 Einzelberatungen. "Ich hoffe, es werden bald mehr Plaketten", sagte Nickel.

Netzwerk Zuhause sicher: Schutz vor Einbrechern - und vor Feuer

Die Polizeidirektion Hannover bietet kostenlose Beratung an. Unter Telefon (0511) 1091114 kann man sich anmelden. Um dem Netzwerk Zuhause sicher beizutreten - und das rät die Polizei dringend - müssen einige Grundvoraussetzungen erfüllt sein: Eine deutlich sichtbare Hausnummer gehört dazu, ein Telefon am Bett, Rauchmelder in allen Fluren und Schafräumen, geprüfter Aufhebelschutz an Fenstern und Türen. Die Beratung ist kostenlos. Die Warteliste ist lang.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sotanqv5di1ivw5vhm2
Schüler verkaufen gebastelte Weihnachtsdeko

Fotostrecke Garbsen: Schüler verkaufen gebastelte Weihnachtsdeko

Lebensart-Garbsen

Viele interessante Informationen, Adressen und Unternehmen aus Hannovers Nachbarort finden Sie im innovativen Netzwerk "Lebensart Garbsen". mehr