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Ständige Suche nach Wohnraum

Garbsen Ständige Suche nach Wohnraum

720 Flüchtlinge und Asylbewerber sind in diesem Jahr in der Stadt aufgenommen worden. Die Belastung ist hoch, vor allem für die Stadtverwaltung, die auf der beständigen Suche nach Wohnraum ist.

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Notunterkunft im Gebäude der Förderschule Im Hespe: Der 25-jährige Physikstudent Abdulrazak aus Syrien kommt im Oktober 2015 in Garbsen an. (Archiv)

Quelle: Susanne Harmening

Garbsen. Neben den 720 Flüchtlingen und Asylbewerbern in diesem Jahr sind in den beiden Jahren zuvor 550 insgesamt aufgenommen worden. Die Lage ist unübersichtlich, trotz großer Anstrengungen der Stadtverwaltung, der ökumenischen Flüchtlingshilfe und vieler Ehrenamtlicher - weil niemand vorhersagen kann, wie viele Flüchtlinge noch kommen und mit Wohnraum versorgt werden müssen.

Die Belastung ist hoch, vor allem für die Stadtverwaltung, die auf der beständigen Suche nach Wohnraum ist und die die Menschen aufnehmen, in Wohnungen einweisen, ihnen Geld zur Verfügung stellen und gewährleisten muss, dass alles Notwendige getan wird. Viele Mitarbeiter haben viele Überstunden geleistet, denn die normale Arbeit muss auch noch erledigt werden - und Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Integrationslotsen, die in Garbsen seit Mai tätig sind, zwischen 30 und 70 Jahre alt, tun, was sie können - aber sie sind zu wenig.

Ende 2014 hieß es noch, die Stadt müsse 256 Flüchtlinge bis September 2015 aufnehmen, im Januar waren es schon 290, im Februar hieß es: rund 300. Der Druck, Wohnraum zu finden, der kurzfristig - innerhalb von sieben Tagen - bezugsfertig sein muss, wuchs kontinuierlich. Gemeinschaftsunterkünfte sollten vermieden werden, hieß es Ende 2014 noch. Das war eine Art Wunschtraum, wie sich bald herausstellte. Schon im Januar schloss Sozialdezernentin Iris Metge Gemeinschaftsunterkünfte nicht mehr aus. Die Suche danach wurde systematisiert, einige Vorzugsstandorte wurden festgelegt, die sich rasch realisieren lassen sollten. Keiner dieser Vorzugsstandorte, um die es hier und da auch Aufregung gab, ist bisher realisiert worden: Wohncontainer sind knapp auf dem Markt. Es haben sich in Garbsen auch andere Möglichkeiten gefunden. Wohnungsbauunternehmer haben kurzfristig Unterkünfte bereitgestellt und hergerichtet. Seit Oktober wohnen im Schulgebäude Im Hespe auch Flüchtlinge - nur bis zum Jahresende, hieß es anfangs, wenige Wochen später hatte sich diese Hoffnung zerschlagen.

Die Diakonie und das Sozialprojekt Neuland wurden mit weiteren Mitteln und Personalressourcen speziell für die Flüchtlingsarbeit ausgestattet. Seit Februar 2015 gibt es das ökumenische Netzwerk, koordiniert von Pastor Burkhard Grahe, mit der Homepage herzlich-will.com. Zusammengeschlossen haben sich darin die Kirchengemeinden, Neuland, das Diakonische Werk, die Tafel, der Integrationsbeirat, DRK, die Stadt und die Integrationslotsen.

Streit gab es zwischenzeitlich um die Kosten: Die Flüchtlingssozialarbeit, eine wichtige Stütze, wurde von der Region als nicht erstattungsfähig eingestuft, nach zähen Verhandlungen wurde im August mehr Geld zugesagt. Auch Bund und Land versprachen mehr Geld für die Kommunen. Am 31. Oktober bezogen 199 Flüchtlinge die Notunterkunft auf dem Arvato-Gelände - die Region betreibt die Unterkunft in Amtshilfe für das Land. Im neuen Jahr will das Land die Unterkunft selbst betreiben - als Erstaufnahmeeinrichtung mit rund 1000 Plätzen, das würde Garbsen auf die Aufnahmequote angerechnet. Verhandlungen mit den Eigentümern laufen.

Bis Ende März muss Garbsen nach derzeitigem Stand weitere 475 Flüchtlinge und Asylbewerber aufnehmen - darin ist die Reduzierung der Quote für die Notunterkunft Arvato-Halle bereits berücksichtigt.

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