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Schloß Ricklinger Schützen sind ohne Königin

Garbsen Schloß Ricklinger Schützen sind ohne Königin

Der Schützenverein Schloß Ricklingen geht in diesem Jahr in sein Schützen- und Erntefest ohne die amtierende Königin. Bärbel Eberhardt und ihr Ehemann, Seniorenkönig Udo Eberhardt, und weitere Mitglieder sind ausgetreten. Vorsitzender Michael Lüdeke ist zuversichtlich, dass nach dem Streit endlich wieder Ruhe einkehrt.

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Im August des vergangenen Jahres schien noch Eintracht zu herrschen: Schützenkönigin Bärbel Eberhardt (links) posiert für ein Foto mit anderen Majestäten.

Quelle: Natascha Jastrzemski (Archiv)

Schloß Ricklingen. Es habe bereits seit mehr als einem Jahr heftigen Streit gegeben, an dessen Ende sieben Mitglieder ausgetreten seien, sagt der Vorsitzende Michael Lüdeke. "Es gab eine private Auseinandersetzung zwischen mehreren Mitgliedern", berichtet Lüdeke. Daraufhin sei aus der Gruppe eben jener sieben Personen Druck auf den Vorstand ausgeübt worden. "Es wurde verlangt, dass wir andere Mitglieder aus dem Verein ausschließen", sagt der Vorsitzende. Das habe der Vorstand einstimmig abgelehnt, zumal der Streit nichts mit dem Verein zu tun gehabt hab.

Lüdeke selbst habe immer wieder versucht zu schlichten. "Ich habe die Leute gebeten aufzuhören, und den Verein nicht da hineinzuziehen", sagt er. Das sei allerdings vergeblich gewesen. Im Frühling seien die sieben Mitglieder, aus deren Reihen "Unfrieden gestiftet wurde", dann selbst ausgetreten - und somit einem Rausschmiss zuvorgekommen, wie Lüdeke betont.

Das stimmt so nicht, heißt es aus einer anderen Gruppe: Es habe unterschiedliche Auffassung darüber gegeben, "wie der Verein geführt werden soll". Es seien ein paar Dinge geschehen, "die nicht in Ordnung waren".

Die Angelegenheit ist bis vor den Regionssportbund getragen worden. Dort jedoch überließ man dem Vorstand die Klärung. Das scheint gelungen zu sein: Nachdem der Schießbetrieb sehr gelitten hatte und die Atmosphäre vergiftet  schien, würden die Schießstunden nun wieder gut  besucht, heißt es aus Schützenkreisen. Einem ehemaligen Vorstandsmitglied, das ausgetreten ist, ist vom Verein Hausverbot erteilt worden.

Bärbel Eberhardt und ihr Mann Udo Eberhardt wollen sich zu der Sache nicht äußern. "Für uns ist das erledigt, wir wünschen dem Schützenverein alles Gute", sagt Udo Eberhardt. Der rund 120 Mitglieder starke Schützenverein Schloß Ricklingen hatte im vergangenen Jahr sein 111-jähriges Bestehen gefeiert. Eberhardts sind altgediente Schützen: Sie waren seit vielen Jahrzehnten Mitglieder. Bärbel Eberhardt hat über 22 Jahre die Damenabteilung geführt. Schon 2008 war sie Schützenkönigin gewesen.

Nach Informationen der Lokalredaktion Garbsen ist Udo Eberhardt zuerst ausgetreten - weil man ihn direkt dazu aufforderte. Seine Vorschläge seien als unangemessene Einmischung empfunden worden, und irgendwann in der Zeit nach dem Schützenfest habe man ihn direkt aufgefordert, den Verein zu verlassen. Das ließ er sich nicht zweimal sagen. Seine Frau blieb weiterhin im Verein - offenbar hoffte sie, die Differenzen aus der Welt schaffen zu können. Doch dann sei sie offen angefeindet worden - und habe dann das Handtuch geworfen.

Einzelne Mitglieder hätten sich "vor einen Karren spannen lassen", heißt es aus Schützenkreisen. Man habe versucht, "den Vorstand auszuhebeln". Das sei nicht gelungen. Der Schützenverein will nun wieder nach vorn sehen: In einer gut besuchten Generalversammlung ist ausführlich über die Angelegenheit gesprochen worden. Nach Auffassung des Vorstands ist die Sache damit erledigt.

Der Vorsitzende Lüdeke sagt, dass es solche Reibereien in Vereinen nichts besonderes seien. Er ist froh, dass wieder Frieden eingekehrt ist. "Seit März ist Ruhe."

Info: Mit der Ruhe ist es aber spätestens am Freitag, 18. August, wieder vorbei. Dann treffen sich die Schützen aus Schloß Ricklingen ab 16 Uhr auf ihrem Gelände, Im Dorfe, um die Erntekrone zu binden. Das Schützenfest ist am Wochenende vom 26. und 27. August geplant.

Von Bernd Riedel und Gerko Naumann

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