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Meisterkanzel für Stephanus

Garbsen Meisterkanzel für Stephanus

Es ist ungewöhnlich: Pastor Ewald Grossmann von der Stephanusgemeinde und viele seiner Kollegen können sich nicht erinnern, dass jemals eine neue Kanzel in eine bereits bestehende Kirche eingebaut worden ist. Bei Stephanus passiert das gerade.

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Simon Weichsel an der alten Kanzel in der Stephanuskirche. Mehr als 300 Arbeitsstunden hat der 22-jährige Tischler in den Bau des handgefertigten Einzelstückes gesteckt.

Quelle: Lütjens

Berenbostel. Zu verdanken ist das dem jungen Meisterschüler im Tischlerhandwerk, Simon Weichsel. Er hat die neue Kanzel als sein Meisterstück entworfen, geplant und gebaut. Erstmals öffentlich zu sehen ist die konisch geformte Kanzel am Sonnabend, 30. April, bei der Ausstellung der Meisterstücke an der Meisterschule in München. Zum Auftakt des Festjahres „500 Jahre Reformation“ wird die Kanzel am 30. Oktober diesen Jahres in der Stephanuskirche geweiht.

Zu dem Projekt ist es gekommen, weil nach der grundlegenden Sanierung der Kirche im vorigen Jahr die alte Kanzel farblich nicht mehr zum Kirchenraum passte. "Die Kanzel war ohnehin ein Provisorium, es war die abgesägte alte Kanzel", sagt Pastor Ewald Grossmann. Simon Weichsel ist der Neffe seiner Frau und bester Freund seines Sohnes.

Der Tischlereibetrieb der Familie Weichsel liegt in Sulendorf bei Uelzen, wo Großmann früher Pastor war. So wuchs die Idee für das Meisterstück. Das hat der 22-Jährige im Familienbetrieb gebaut. Der Kirchenvorstand zeigte sich von den Entwürfen begeistert. Ebenso seine Lehrer, denn es gibt für das öffentliche Möbel einen realen Kunden mit Vorstellungen und Wünschen. Dazu musste Weichsel auch Zeit- und Kostenplan erstellen.

Das höhenverstellbare Einzelstück ist mit Eichenleisten verkleidet, die Oberfläche lackiert. Alles reine Handarbeit. Auch die Elektrik für Licht und Mikrofon hat der angehende Tischlermeister selbst eingebaut. Farbe und Holz hat er auf das Inventar abgestimmt. "Die moderne Interpretation passt zum Gebäude, die Kirche wird nämlich 
60 Jahre alt", sagt der Pastor.

Mehr als 300 Stunden Arbeit stecken in dem Werkstück. "Im August habe ich mit der Planung angefangen, im Dezember hat die Handwerkskammer den Entwurf genehmigt", berichtet Weichsel. Bis März habe er sich um Werkzeichnung, Zeitplan und Kalkulation gekümmert. Nach den schriftlichen Prüfungen begann am 8. März der Bau. "Es war ein intensiver Prozess, eine tolle Erfahrung", sagt der 22-Jährige.

Seine Ausbildung hat er im elterlichen Betrieb gemacht, war danach ein Jahr als Tischler in Kanada. Nach vier Semestern an der Meisterschule mit dem Schwerpunkt Design möchte Weichsel noch ein Studium der Innenarchitektur anschließen. Danach will er in den Betrieb der Eltern zurückkehren und diesen gemeinsam mit seinem Bruder weiterführen. Seine Eltern hätten ihn nicht dazu gedrängt, in ihre Fußstapfen zu treten. "Ich habe meinen Berufsweg von vornherein mit dem Gedanken an Meisterschule und Studium begonnen." Neben dem Sport als 
Ausgleich schaut sich der junge Tischler gern Design-Museen, Möbelmessen und Einrichtungshäuser an. "Es macht Spaß, sich mit schönen Dingen zu befassen", sagt er.

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Fotostrecke Garbsen: Meisterkanzel für Stephanus

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