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Verschmutzt Bohrung das Trinkwasser?

Garbsen/Neustadt Verschmutzt Bohrung das Trinkwasser?

Der Wasserverband Garbsen-Neustadt sorgt sich um das Trinkwasser. Grund ist die geplante Probebohrung des Öl- und Gaskonzerns Exxon Mobil nach Gasvorkommen mitten im Wasserschutzgebiet Hagen bei Neustadt.

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Der Wasserverband Garbsen-Neustadt sorgt sich um das Trinkwasser.

Quelle: dpa

Neustadt/Garbsen. Verbandsgeschäftsführer Reinhard Niemeyer sieht vor allem drei Gefahren: das Eindringen von Chemikalien ins Grundwasser durch das spezielle Bohrverfahren, eine Vermischung des Grundwassers durch mit anderen Stoffen versetztes Tiefwasser und eine Gefahr durch die Korrosion des Bohrgestänges, das nach den Arbeiten nicht entfernt wird.

Niemeyer fordert daher eine Beteiligung des Wasserverbandes an dem Genehmigungsverfahren. „Am liebsten wäre uns, wenn die Bohrung nicht stattfindet“, sagt er. Der Wasserverband Garbsen-Neustadt versorgt 116.000 Menschen in Garbsen, Neustadt und benachbarten Kommunen mit Trinkwasser. Das Grundwasser wird in zwei Wasserschutzgebieten gefördert, eines davon in der Ortschaft Hagen.

Dort hat Exxon Mobil schon die Vorbereitungen für die Bohrung abgeschlossen und wartet auf den Startschuss. Eine Fläche von der Größe eines kleinen Fußballfeldes ist asphaltiert und eingezäunt. Der Bohrturm steht dort allerdings noch nicht. „Wir sind im Gespräch mit dem Unternehmen“, sagt Niemeyer. Und er habe den Eindruck, dass der Konzern auch sehr kooperativ sowie erfahren sei. „Es bleibt aber ein Restrisiko“, sagt Niemeyer. Es könne bei einer Bohrung immer zu einer Havarie kommen, meint der Geschäftsführer des Wasserverbands.

Geplant sind Probebohrungen für das sogenannte Fracking-Verfahren. Bei diesem Verfahren bohrt Exxon Mobil durch die Grundwasser führenden Schichten durch, um tiefere Gesteinsschichten zu erreichen, in denen Erdgas vermutet wird. Beim Fracking-Verfahren wird ein Chemikaliengemisch mit hohem Druck in die Gesteinsschichten gepresst, dadurch entstehen winzige Risse. Diese Risse ermöglichen es, das Gas abzusaugen.

Aber durch die Risse können die im Gestein verbleibenden Chemikalien auch nach oben ins Grundwasser steigen. Das in das Bohrloch gepresste Chemikalienwasser soll wieder abgesaugt und abtransportiert werden. „Aber der Transport von Chemikalien in einem Wasserschutzgebiet ist immer gefährlich“, meint Niemeyer.

Unterstützung hat der Wasserverband erst vor wenigen Tagen vom Umweltbundesamt erhalten. Denn die dortigen Experten sprechen sich klar gegen Fracking-Bohrungen in Trinkwassergewinnungsgebieten aus. „Potenzielle Gefahren bestehen insbesondere für Grund- und Trinkwasser“, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde.

Mathias Klein

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