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Wer bekommt den Friedhof?

Garbsen/Schloß Ricklingen Wer bekommt den Friedhof?

Der Vorstand der Kirchengemeinde Schloß Ricklingen hat grundsätzliches Interesse daran, den städtischen Friedhof in Trägerschaft zu übernehmen, um ihn nicht den Humanisten zu überlassen - und sieht trotzdem einige große Fragezeichen.

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Wer bekommt Zugriff auf den städtischen Friedhof am Lönsweg? Die Humanisten oder die Kirchengemeinde Schloß Ricklingen?

Quelle: Bernd Riedel

Schloß Ricklingen. Bei einer Informationsveranstaltung am Mittwochabend erläuterte Pastorin Susanne Sander die Bedingungen einer möglichen Übernahme. Die Kirchengemeinde kann nicht allein über die Übernahme entscheiden - die Landeskirche muss das Projekt in Form einer Wirtschaftlichkeitsprüfung genehmigen. Der Kirchenkreisvorstand werde am nächsten Dienstag über die Ergebnisse dieser Prüfung beraten und eine Entscheidung treffen, sagte Sander.

Der Vorstand der Kirchengemeinde Schloß Ricklingen war offenbar überrascht von der Offerte der Humanisten. Die Garbsener Humanisten wollen in der Verlängerung des städtischen Friedhofs am Lönsweg einen Ruhewald einrichten - und hatten angeboten, den Betrieb des städtischen Friedhofs mit zu übernehmen, ohne an den bisherigen Gepflogenheiten etwas zu ändern. Seitdem ist "Unruhe" im Dorf, sagte Sander. Die Kirchengemeinde sei von dem Vorstoß "massiv betroffen", deshalb habe der Vorstand angefangen, "ernsthaft" über die mögliche Übernahme nachzudenken. Bisher hätten sich der kirchliche Friedhof an der Dorfkirche und der städtische Friedhof "gut ergänzt". Beide Friedhofsträger hätten schon auf die Veränderung bei der Bestattungskultur reagiert und beispielsweise "pflegeleichte Gräber" eingerichtet.

Mit der bisherigen personellen Ausstattung sei der Betrieb zweier Friedhöfe nicht zu schaffen, sagte Sander. Sie hat einen Personalbedarf von fünf bis sechs Stunden pro Woche errechnet, was einem Finanzbedarf von rund 450 Euro pro Monat entspreche. Die Gebührenordnung auf dem städtischen Friedhof sei anders als die auf dem kirchlichen. So betrage die Ruhezeit am Lönsweg zwar auch 30 Jahre wie auf dem kirchlichen, aber nur 20 Jahre würden abgerechnet. "Das ist eine Unwucht", sagte Sander. Die Kirchengemeinde dürfe auch auf einem Friedhof keine Gewinne machen. Trotzdem müsse sich der Betrieb allein aus den Gebühren finanzieren.

Sander zitierte aus einem Gespräch mit der Stadt, wonach die Einrichtung eines Ruhewaldes 20 Prozent Einbußen für die bestehenden Friedhöfe bedeuteten. "Wie kann das abgefedert werden?", fragte Sander. Diese Zahl von 20 Prozent konnte Stadtsprecher Benjamin Irvin gestern für Garbsen nicht bestätigen.

Wenn die Kirchengemeinde den städtischen Friedhof übernehme, werde sie die Fläche nicht erweitern, sagte Sander am Ende: "Wir wollen den waldähnlichen Charakter pflegen und Angebote für Konfessionslose und Angehörige anderer Religionen machen."

Der Humanistische Verband erläutert sein Projekt eines Ruhewaldes am Dienstag, 8. November, ab 19.30 Uhr auf Einladung des Dorfentwicklungs- und Traditionsvereins (DTV) in der Gaststätte Zur Linde.

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