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Was passiert am Smartcenter?

Garbsen Was passiert am Smartcenter?

Ist die Europaallee wirklich der passende Platz für ein chinesisches Restaurant und eine Flüchtlingsunterkunft? Die Fraktionen im Ortsrat Garbsen sind in dieser Frage unschlüssig. An den Plänen wird weiter gearbeitet.

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Die Zukunft des früheren Smartcenters in Garbsen ist weiterhin ungewiss.

Quelle: Markus Holz

Garbsen. Begeisterung für ein neues Projekt sieht anders aus: Als Architekten am Mittwochabend dafür warben, das Smartcenter in ein Asia-Restaurant umbauen zu dürfen, wirkte der Ortsrat unschlüssig. Die meisten Mitglieder wollten nicht entscheiden, weil sie sich nicht vorstellen können, wie der Umbau samt Turm am Ende aussehen soll. Die Architekten werden jetzt schnellstmöglich Ansichten nachlegen.

Unabhängig davon: Wirklich glücklich scheint damit niemand, genauso wenig wie mit der zuerst angedachten Lösung für McDonald’s. Architektonisch soll eher etwas Repräsentatives entstehen - es ist eine der zentralen Einfahrten in die Stadtmitte. Einzig die CDU ist froh über die Aussicht, dass wieder Leben auf der Brache einzieht.

Unternehmer Dirk Hachmeister verfolgte die Debatte am Mittwoch. Er will das Gelände nutzen. Niemand möchte ihm wie bei McDonald’s schon wieder Steine in den Weg werfen, obwohl bisher keine Lösung das Gelbe vom Ei war. Ein konsequenter Gedanke, im Ortsrat das erste Mal geäußert: Warum kauft die Stadt nicht das Smartcenter-Grundstück, um selbst zu entscheiden, was dort passiert? In der Antwort spielt Geld eine gewichtige Rolle: Die Stadt darf nicht kaufen, ohne zu wissen, was sie daraus macht.

Das Grundstück daneben gehört schon der Stadt. Es ist ein potenzieller Standort für eine Flüchtlingsunterkunft mit fast 100 Menschen. Container, für viel Geld zusätzlich gedämmt und belüftet, wegen des Lärms von der Autobahn nebenan. Dauerhaft wohnen dürfte dort wegen des Schallpegels niemand. Darum lässt sich dort auch nichts bauen, was nach einer Phase der Zuwanderung anders genutzt werden könnte, außer für Gewerbe. Das Heim hat darum auch nicht die höchste Priorität in der Stadtverwaltung. Aber der Zeitdruck wächst; die Flüchtlinge kommen.

Das Bauprojekt an der Flemmingstraße könnte Verzögerungen an der Europaallee kompensieren. Unternehmer Peter Hahne hat dem Ortsrat Berenbostel am Dienstag Pläne für das eigentlich als Handwerkerhotel konzipierte Gebäude vorgestellt. Es könnte in den ersten fünf Jahren für bis zu 144 Flüchtlinge genutzt werden. Die Politiker unterstützen die Stadt. Sie soll einen Mietvertrag abschließen.

Die Unternehmensgruppe Hahne will auch Verantwortung für den Betrieb des Flüchtlingsheims übernehmen - das muss aber über eine Ausschreibung geklärt werden. Gudrun Roggenkamp (SPD) fordert eine bessere Busanbindung für den Standort und dringt darauf, Familien und Alleinstehende dort unterzubringen. „Es birgt ein großes Aggressionspotenzial, wenn hier nur junge Männer wohnen“, betonte sie.

„Wir haben es nicht in der Hand zu steuern, wer zu uns kommt“, sagte Dieter Göhns aus der städtischen Sozialverwaltung. Deshalb sei die soziale Betreuung so wichtig. Eigentlich wolle die Verwaltung keine Heime mit mehr als 100 Bewohnern betreiben; sie dürfe aber auch keinen Platz verschenken.

Von Markus Holz und Sven Sokoll

Kommentar: Das ist ein Feuerchen

Jeder das Asia-Restaurant noch das Flüchtlingsheim wirken wie ein Leuchtturm. Politik und Stadt hatten sich für das Filetstück bisher etwas Strahlendes vorgestellt. Investor Dirk Hachmeister hat „nur“ einen Smart-Turm, in dem demnächst vielleicht chinesische Lampions leuchten. Beides sind keine Projekte, die Investoren auf den sicheren Kurs in die Neue Mitte lenken würden. Das ist aber das städtebauliche Ziel. Wenn die Stadt einen Leuchtturm will, muss sie Hachmeister bei der Suche aktiver unterstützen, statt sich mit einem Feuerchen zufrieden zu geben.

Von Markus Holz

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