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Richtfest bei Willehadi: "Was für ein Weg"

Garbsen Richtfest bei Willehadi: "Was für ein Weg"

Rund 32 Monate nach dem verheerenden Brand, dessen verstörende und zugleich solidarisierende Wirkung weit über Garbsen hinaus reichte, hat die Willehadi-Gemeinde am Freitagnachmittag das Richtfest ihres neuen Kirchenbaus gefeiert.

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Die Willehadi-Gemeinde feiert mit und 200 Gästen das  Richtfest im Kirchenneubau.

Quelle: Bernd Riedel

Auf der Horst. Ein weiterer "emotionsgeladener Höhepunkt" nannte Günter Seeber, Vorsitzender des Willehadi-Bauausschusses, den Tag am Freitagnachmittag: Emotionen im Wechsel zwischen Entsetzen, Hoffnung und Freude, die den rund 200 Gästen auch anzusehen waren. Erster Spatenstich war im Juni 2015, im September 2015 folgte die Grundsteinlegung, Fertigstellung soll zum Jahresende sein. "Wir sind einen großen Schritt weiter", sagte Pastorin Renate Muckelberg vorsichtig. "Was für ein Tag und was für ein Weg", sagte Superintendent Karl-Ludwig Schmidt ergriffen und erfreut. "Die Willehadi-Gemeinde ist ein Vorbild für uns alle", sagte Bürgermeister Christian Grahl.

Der Bronze-Christus übersteht das Inferno - so titelte die Leine-Zeitung am 31. Juli 2013. Zurzeit ist er noch in der Werkstatt und soll später seinen Platz wieder hinter dem Altar haben. In der Nacht zum 30. Juli ging der Schutt des abgerissenen Gemeindehauses in Flammen auf. Das Feuer griff auf die Kirche über und legte sie in Schutt und Asche. Trotz 15.000 Euro Belohnung sind die Täter bis heute nicht gefasst. Rund 140 Feuerwehrleute löschten 13 Stunden lang.

Zuvor hatte es vor allem im Stadtteil Auf der Horst eine beispiellose Reihe von Brandstiftungen gegeben: Es brannten seit rund zwei Jahren immer wieder Müllcontainer, Garagen, Bäume, Hecken, Papierkörbe - allein im ersten Halbjahr 2013 waren es 39 Brände - und dann die unvorstellbare Eskalation mit dem Kirchenbrand. Wie sollte es weitergehen - heimatlos wie die Gemeinde geworden war? Denn wenige Wochen zuvor hatte der Abriss des alten Gemeindehauses begonnen.

So groß das Entsetzen war - die Welle der Hilfsbereitschaft  war noch größer. Über die Grenzen von Religionen und Weltanschauungen hinweg sammelten Gemeinden, Moscheen, Vereine, Initiativen und Gruppen viele Spenden. Auch die Leine-Zeitung beteiligte sich zusammen mit der Baustoffe-Firma Koschmieder mit der Aktion "Steine für Willehadi". Ende August wurde der Beschluss verkündet: Die Kirche soll auf den Fundamenten der alten und mit vielen Bezügen zu ihr neu gebaut werden.

Keine leichte Aufgabe für den Architekten Gerd Lauterbach: Einen Raum schaffen, der eindeutig sakralen Charakter hat, aber vielfältig nutzbar ist, auch als Konzertsaal, bei begrenztem Kostenrahmen: rund 2,8 Millionen Euro standen ihm lediglich zur Verfügung. Der vielfach geäußerte Wunsch, die alte Kirche wieder aufzubauen, wurde aus vielen Gründen verworfen - Oberhand gewann die Idee einer Einheit von Gemeindehaus und Kirche. Entstanden ist ein "lichter Raum", erläuterte Lauterbach, der Transparenz und Offenheit zeigen, aber auch Schutz bieten soll: Alte Mauerreste der Vorgängerkirche sind integriert und legen sich "wie eine zweite Haut schützend" um den Neubau.

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